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Plön Widerstand gegen Zug-Pläne
Lokales Plön Widerstand gegen Zug-Pläne
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17:40 31.01.2014
Von Andreas Jacobs
Daumen raus, bitte anhalten – in Ascheberg, Plön und Preetz: Die Bürgermeister Thomas Menzel (von links), Jens Paustian und Wolfgang Schneider fordern für die Bahnstrecke Kiel-Lübeck eine bessere Anbindung des ländlichen Raums. Quelle: jac
Plön/Preetz/Ascheberg

Jens Paustian (Plön), Wolfgang Schneider (Preetz) und Thomas Menzel (Ascheberg) sehen in den Plänen der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS) eine „deutliche Fehlentwicklung“. Wie berichtet, ist für die Strecke zwischen Kiel und Lübeck ein Expresszug geplant, der allerdings nicht in Preetz und Ascheberg halten soll. Dadurch würde es nur noch eine stündliche Verbindung der beiden Orte von und nach Plön beziehungsweise weiter Richtung Lübeck geben. Angestrebt wird dadurch eine Fahrtzeit zwischen Kiel und Lübeck von nur noch 56 Minuten statt aktuell 68 Minuten. Hintergrund dieser Planungen ist das Ziel, landesweit zwischen größeren Haltepunkten einen Stundentakt einzuführen.

 Für die drei Bürgermeister ist das aus dem Blickwinkel des ländlichen Raums nicht akzeptabel. „Es wird völlig übersehen, dass zwischen den großen Städten Menschen wohnen“, kritisierte Schneider das Konzept. Preetz als mit 16000 Einwohnern größte Stadt im Kreis Plön und Standort von Berufsbildungszentrum, Fachgymnasium und Klinik wäre besonders betroffen.

 Paustian legte Zahlen vor, wonach 300000 Fahrgäste jährlich die Strecke zwischen Plön beziehungsweise Preetz und Kiel nutzten, aber nur 100000 pro Jahr ganz von Lübeck nach Kiel unterwegs seien. „Das Hauptgeschäft läuft zwischen den kleineren Orten“, meinte er. Plön selbst bliebe zwar Halt für den Expresszug, müsste durch die geänderte Taktung aber als Knotenpunkt mit Nachteilen rechnen. Künftig würden die Züge aus Kiel und Lübeck nicht mehr gleichzeitig in Plön einfahren, Anschluss- sowie Zubringerbusse seien dadurch nicht mehr einzutakten. „Wir bräuchten zusätzliche Busse“, erklärte Paustian.

 Aschebergs Bürgermeister Thomas Menzel führt an, dass Fahrgäste, vor allem Schüler und Berufspendler, durcheinander kommen würden, welchen Zug sie denn nehmen müssten, um nicht an Ascheberg vorbeizurauschen. „Die landen dann in Plön und müssen wieder zurück“, monierte er.

 Die drei Bürgermeister setzen nun alles darauf, dass Alternativlösungen gefunden werden. „Eine Prüfung, ob das technisch möglich ist, reicht uns nicht. Wir erwarten, dass unsere Wünsche umgesetzt werden“, erklärte Schneider.

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