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Plön Schaulaufen in Schwentinental
Lokales Plön Schaulaufen in Schwentinental
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10:13 10.02.2020
Von Nadine Schättler
Auf Einladung der FDP waren die Bürgermeisterkandidaten Thomas Haß (von links), Matthias Busch, Susanne Elbert, Manfred Schröder und Martin Wischmann zum Speeddating ins Raisdorfer Sportheim gekommen. Quelle: Nadine Schättler
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Schwentinental

Berthold Schik (82), freundliches Gesicht, Brille und blauer Hemdkragen unter einem dunklen Pullover, sitzt entspannt an einem der runden Tische und bricht sich hin und wieder ein Stück von seiner Laugenbrezel ab. Neben ihm plaudert Ehefrau Elke (80) mit Bekannten, die alle zum Speeddating ins gut besuchte Sportheim gekommen sind. Dann tauchen die ersten Kandidaten auf. „Der Herr Haß ist ja smart“, entfährt es einer der Damen anerkennend. Auch Berthold Schik beobachtet die Bewerber, die von der FDP zunächst in die Stuhlreihe vor den Besuchern gelotst werden. Es kommen fünf von insgesamt sechs Bürgermeisterkandidaten. „Auch wenn es etwas despektierlich klingt: Für mich ist das Speeddating so etwas wie eine Erstbesichtigung“, erklärt Berthold Schik hinter vorgehaltener Hand. Er möchte „einen ersten Eindruck“ von den Kandidaten gewinnen, die er alle nicht kennt. „Außer aus der Presse. Und von den Plakaten.“

Jeder Kandidat zur Bürgermeisterwahl hat zehn Minuten Zeit

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde mit Mikrofon, bei der sich alle binnen jeweils zwei Minuten mit ihren privaten Biografien und beruflichen Lebensläufen bekannt machen, geht es relativ zügig an die Tische. Aufgrund des großen Andrangs der Bürger hat die FDP einen Teil der Möbel auf fünf Stationen verteilt, an denen die Menschen jetzt ihre Stühle zurechtrücken. Zehn Minuten hat jeder der Kandidaten an den Tischen Zeit. Dann wird gewechselt.

Berthold Schik nimmt wieder ein Stück von seiner Brezel, während Manfred Schröder (53) als erster Kandidat am Tisch Platz nimmt. Etwas zurückhaltend wartet der Bewerber aus Altenholz die anhaltende Unruhe ab. Dann ergreift eine der Besucherinnen am Tisch spontan die Initiative: „Möchten Sie etwas trinken?“ Später kommt die Runde mit dem Parteilosen doch noch ins Gespräch über „komplexe Systeme“, „Controlling-Konzepte“, „prozessorientiertes Denken“ und „Entscheidungs-Matrixen“. Begriffe, die dem studierten Chemiker nahe liegen. Für einige der Gäste vermutlich etwas zu wissenschaftlich...

Die Grünen-Kandidatin Susanne Elbert (53) bringt Schwung in die Sache. „Hallo erst mal“, grüßt sie in die Runde, stellt ihr Glas und ein Täschchen ab. Und ist sofort bei einem Thema: die Schwentinebrücke. Die ist vielen Bürgern wichtig und kostet Geld. „Das würden wir locker mit Spenden hinkriegen“, meint Elbert und nennt Bürgerfeste, Crowdfunding und Wirtschaftsförderung als Beispiele. Die Runde am Tisch nickt zustimmend. Sogar der Kindergarten habe schon Geld gesammelt, sagt eine Frau. Elke Schik findet in Sachen Radwegeausbau bei der Grünen Gehör.

Gezielte Fragen, lockere Stimmung

Kurz darauf bekommt Physiotherapeut Matthias Busch (50), parteilos, von Berthold Schik die Prioritäten-Frage: „Welche Probleme würden Sie in Schwentinental primär angehen?“ Als Therapeut erfährt Busch nach eigenen Angaben täglich, was die Schwentinentaler bewegt: das fehlende Gemeinschaftsgefühl in der Stadt. „Viele Probleme entstehen gefühlt zwischen den Feuerwehren in Raisdorf und Klausdorf. Mit denen würde ich mich gezielt zusammensetzen.“ Eine neue, schöne Ortsmitte würde er auch auf der Schnittstelle zwischen den beiden Ortsteilen ansiedeln.

Der ebenfalls parteilose Martin Wischmann (47) rückt seinen Stuhl dichter an den Tisch heran und legt seine Arme ab, die in einem schicken Nadelstreifenanzug stecken. Ursula Voigt provoziert: „Mit Hemd und Anzug schaffen Sie Distanz...“ Er komme aus der Modebranche, erklärt Wischmann, und habe lange über die Garderobe für diesen Abend nachgedacht. Es wird gescherzt, die Stimmung am Tisch ist aufgelockert. Berthold Schik spricht ihn auf seine „fehlende kommunale Erfahrung“ an. Fachwissen könne man lernen, meint Wischmann. Und: „Eine Verwaltung leiten kann ich, das bringe ich mit.“

Großer Andrang der Bürger in Schwentinental

Als letzter steigt Thomas Haß (51), parteilos, in den Ring, der vielen bereits als ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Rastorf bekannt ist. „Na, was liegt Ihnen am Herzen?“ fragt er spontan in die Runde. Die Eheleute Schik wollen wissen, wie es mit dem mangelnden Platz in Schwentinentals Schulen weitergeht. „Wir brauchen langfristig ordentliche Lösungen“, so Haß. Beim Thema Förde-Volkshochschule hakt er selbst nach: „Läuft das nicht? Erzählen Sie mal.“ Um die Ortsteile Klausdorf und Raisdorf zukünftig besser zu verbinden, möchte der Schulleiter „einen roten Teppich ausrollen“. Mit beleuchteten Radwegen und guten Busverbindungen.

Dann ist die Zeit um. Alle fünf Kandidaten (Kay Stade war nicht dabei) hatten jeweils zehn Minuten für ihr ganz persönliches Speeddating mit den Bürgern. Und wie sieht die Bilanz für Berthold Schiks „Erstbesichtigung“ aus? „Ein Kandidat hat mich schon überrascht, dass er sich so gut präsentieren konnte“, sagt der 82-Jährige. Welcher das ist, verrät er allerdings nicht.

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