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Plön "Hein Schönberg gefährdet ÖPNV"
Lokales Plön "Hein Schönberg gefährdet ÖPNV"
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17:03 22.05.2019
Von Frida Kammerer
Schon für Ende 2014 waren solche modernen Züge, wie hier in der Vergangenheit zur Kieler Woche, auf der Strecke "Hein Schönberg" zwischen Schönberger Strand und Kiel Hauptbahnhof angekündigt. Daraus wurde dann 2020, nun steht das Projekt durch die Kostensteigerung erneut in Frage. Die Schönberger machen Druck: Die Landesregierung soll trotz Kostensteigerung zur Reaktivierung der Bahnstrecke Kiel-Schönberg (Hein Schönberg) stehen. Quelle: asc
Schönberg

Es würden Bushaltestellen wegfallen, warnte der Steuerzahlerbund. Es bestehe die Gefahr, dass dann weniger Menschen den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen würden.

„Mit Investitionskosten von mindestens 50 Millionen Euro und einem laufenden Betriebszuschuss von über zwei Millionen Euro pro Jahr ließen sich Bus- und Radwegenetz so attraktiv ausbauen, dass wesentlich mehr für den Umweltschutz und die Verkehrsentlastung erreicht würde“, erklärt Präsident Aloys Altmann vom Bund der Steuerzahler Schleswig-Holstein.

Landesregierung will belastbare Kalkulationen für Hein Schönberg

Die Entscheidung über den weiteren Ausbau der Bahnstrecke von Kiel zum Schönberger Strand will die Landesregierung Schleswig-Holstein erst nach Vorliegen belastbarer Kalkulationen treffen. „Prognosen und Erwartungen müssen gegengecheckt werden“, hatte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) im März im Kieler Landtag erklärt. Bislang nutzten den Zug von Kiel bis Oppendorf „pro Tag genau 295 Menschen. Das ist ein Zehntel von dem, was prognostiziert war.“

Hein Schönberg: SPD verweist auf Chancen für Tourismus

Die SPD hatte ein klares Bekenntnis zu dem noch von der Vorgängerregierung beschlossenen Ausbau gefordert. „Dieses Thema bewegt viele Menschen in der Region“, sagte der SPD-Verkehrspolitiker Kai Vogel. Sie eine die Angst, die Landesregierung könne aus einem seit Jahren beschlossenen Projekt aussteigen. „Die Koalition zögert eine klare Aussage hinaus.“ Der Ausbau biete Potenzial für zusätzlichen Tourismus in der Region und schließe fünf Gemeinden an das Bahnnetz an.

Hein Schönberg soll bis zu 50 Millionen Euro kosten

Anfang März war bekannt geworden, dass die Kosten für das Gesamtprojekt auf bis zu 50 Millionen Euro steigen könnten. Ursprünglich war von 30 Millionen Euro ausgegangen worden, später von 35.

Kreistag Plön fordert Weiterbau von Hein Schönberg

Der Plöner Kreistag setzt auf die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Kiel und Schönberger Strand, auch wenn die Strecke mindestens 15 Millionen Euro teurer wird als geplant. Eine Mehrheit von SPD, Grünen, KWG, UWG, Linken und AfD verabschiedete einen offenen Brief an Verkehrsminister Buchholz. "Es kann überall zu Mehrkosten kommen", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Kai Bellstedt. Als Beispiele nannte er den Berliner Flughafen, die Elbphilharmonie oder das Segelschulschiff Gorch Fock. Die aktuellen Mehrkosten für Hein Schönberg seien kein Grund, das Projekt in Frage zu stellen. Viele Gründe würden für einen Ausbau sprechen, so Bellstedt. Entlang der Bahnlinie entstünden in den kommenden Jahren in Summe mehrere tausend neue Wohneinheiten. Sollten sie alle mit dem Auto in die Stadt Kiel gelangen?  Der Tourismus an der Ostseeküste profitiere von der Bahnlinie.

Axel Hilker (Grüne) beklagte die Benachteiligung der Bahn  gegenüber der Straße. Als Beispiel nannte er den Ausbau der Bundesstraße 404 zur A21. Dabei kam es im Bereich Stolpe zu erheblichen Mehrkosten. "Da knausert keiner."

Nur wenige Fahrgäste auf der ersten Teilstrecke von Hein Schönberg

Der erste Teil der Strecke zwischen Kiel und Oppendorf ist bereits in Betrieb. Werner Kalinka (CDU) verwies auf durchschnittlich nur acht Fahrgäste pro Fahrt. Das liege weit hinter den prognostizierten Zahlen. Aus seiner Sicht ist der laufende Betrieb von Hein Schönberg auch zu teuer. Die Bahn fahre jährlich ein Defizit von zwei Millionen Euro ein. Der CDU-Politiker hält eine Überprüfung der Prognosen und der Kosten durch den Verkehrsminister für legitim. Sie könne auch für Hein Schönberg ausfallen.  "Die Entscheidung wird nicht im Plöner Kreistag, sondern im Landeshaus getroffen."

Martin Wolf (FDP) zweifelt daran, dass der Eisenbahn die Zukunft gehört. Er rechnet damit, dass ganz andere Transportmodelle zum Einsatz kommen.

Lutz Schlünsen (SPD) ging auf die Mehrkosten von 15 Millionen Euro ein.  Niemand solle glauben, das Geld würde das Land einsparen, wenn Hein Schönberg nicht gebaut wird. Es fließe in so einem Falle nur in eine andere Region. "Die Strecke gehört reaktiviert, auch wenn es mehr Geld kostet", sagte Rüdiger Eschmann (UWG). Die fraktionslose AfD-Politikerin Karin Kaiser lehnt die Bahn im Gegensatz zur AfD-Fraktion, der sie nicht mehr angehört, ab. Sie fürchtet dadurch ein weiteres Wachstum in der Region. Man müsse sich aber das Element Natur bewahren.

In dem vom Kreistag verabschiedeten offenen Brief an den Verkehrsminister heißt es unter anderem: "Für die Mobilität in unserem ländlichen Raum ist die Reaktivierung von Hein Schönberg von Kiel bis zum Schönberger Strand unbedingt erforderlich. Deshalb unterstützt der Kreistag trotz der Kostensteigerung entschieden dieses Projekt, zumal bereits ein hoher zweistelliger Millionenbetrag in das Projekt investiert wurde und die Kernsanierung der Stecke bis Probsteierhagen erfolgt ist."

Zeitleiste: Das sind die wichtigsten Daten und Fakten zu Hein Schönberg

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