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Plön Rickers: Bauern zu wenig wertgeschätzt
Lokales Plön Rickers: Bauern zu wenig wertgeschätzt
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19:46 22.01.2020
Von Hans-Jürgen Schekahn
Herzlich willkommen (von rechts) : Fraktionsvorsitzender Thomas Hansen, Kreisvorsitzender Werner Kalinka und Geschäftsführer André Jagusch begrüßen ihre Bundestagsabgeordnete Melanie Bernstein. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Rathjensdorf

Ein Beispiel dürfte auch die Vertreter der Grünen und der SPD im Saal nachdenklich gestimmt haben: Für einen Schafriss durch einen Wolf erhält der Landwirt 120 Euro als Entschädigung vom Land. Das Geld erhält er aber nur, wenn auch nachgewiesen ist, dass es tatsächlich ein Wolf war. Die dafür notwendige Untersuchung im Landeslabor in Neumünster koste aber 600 Euro, so der CDU-Agrarexperte und Landwirt Rickers. Fünfmal so viel wie am Ende der Landwirt bekommt. „Damit kann man den ländlichen Raum nicht begeistern.“ Da müsse man im Landtag etwas andere Regelungen hinbekommen.

Rickers schätzt die Stimmung unter den Schafhaltern in Dithmarschen als miserabel ein. „So langsam werden sie militant.“ Er fürchtet, dass es irgendwann so weit kommt, dass die Bauern tote Schafe vor das Landeshaus kippen. 

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Ein anderes Beispiel, wo die Natur den Landwirten übel mitspielt, sind aus seiner Sicht die großen Gänsepopulationen an der Westküste. Sie fräßen die Felder kahl, Schafe und Kälber würden nicht genügend zu fressen finden. „Die Wertschätzung für Gänse ist größer als gegenüber den Bauern und ihrem Wirken.“

Rickers: CDU hat viele Umweltprojekte angestoßen

Dabei sei Umweltschutz eigentlich ein Thema der CDU. Heiner Rickers erinnerte an den früheren Landwirtschaftsminister Günter Flessner, der den Naturpark Wattenmeer angeschoben habe. Auch die Stiftung Naturschutz sei von der CDU initiiert worden. Die CDU-Vertreter zum Neujahrsempfang betonten immer wieder ihre Verbundenheit zum ländlichen Raum. Deshalb fiel die Wahl auf Rathjensdorf als Veranstaltungsort und auf Rickers als Festredner. „Die Landwirtschaft liegt uns besonders am Herzen“, versicherte der CDU-Fraktionschef im Kreistag, Thomas Hansen.

Hansen rechnet mit Nachbesserungen

Er schnitt außerdem das Thema Kita-Reform an, das die Bürgermeister im Kreis Plön fast durchweg kritisch sehen. Die Vorgaben des Landes gehen mit einem höheren Verwaltungsaufwand, mehr Personal und höheren Kosten einher. Er könne die Kritik aus den Kommunen verstehen. „Man muss aber die Ausführungsbestimmungen zum Gesetz abwarten“, so Hansen. Wenn es verlässliche Zahlen gebe, werde die Landesregierung nachbessern.

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Sorgen bereitet ihm die Ausweitung des Personals der Kreisverwaltung durch neue Bundes- und Landesgesetze. „Wir müssen schauen, ob wir uns das am Ende leisten können.“ Der Kreistag habe viele Bauprojekte angestoßen wie zum Beispiel den Neubau des Gymnasiums in Heikendorf, die neuen Gebäude am Gymnasium Schloss Plön oder leiste sich hohe Zuschüsse für neue Sporthallen in Schönberg und Kirchbarkau. Für diese Investitionen dürfe man neue Schulden machen. Schwer tue sich die CDU wegen der Finanzen aber mit einem Neubau an der Kreisverwaltung in Plön, der zwischen zehn und 14 Millionen Euro kosten würde.

Hansen warnte vor einer zunehmenden Polarisierung der politischen Diskussion. Es gebe Gruppen in Deutschland, die ihre Positionen nicht hinterfragen. Zum Dialog gebe es aber in einer komplizierten Welt keine Alternative.

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