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Plön In Plön wird der Kaffee aufgeschoben
Lokales Plön In Plön wird der Kaffee aufgeschoben
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14:47 08.02.2020
Von Jördis Merle Früchtenicht
Dennis Dieler hat in seinem Café "Dat Waffelhuus" in Plön das Prinzip des aufgeschobenen Kaffees eingeführt. Quelle: Jördis Früchtenicht
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Plön

Das Prinzip des „aufgeschobenen Kaffees“ kommt ursprünglich aus Italien, hat sich in den vergangenen Jahren aber weltweit verbreitet. Dabei werden inzwischen nicht nur Kaffee und andere Getränke gespendet, sondern auch Essen. Über 339 Lokale aus ganz Deutschland werden derzeit auf der Liste des Projekts Suspended Coffees Germany geführt. Das Waffelhuus ist allerdings nicht dabei, Inhaber Dennis Dieler macht die Aktion auf eigene Faust.

Den aufgeschobenen Kaffee gibt es seit Oktober in Plön

Seit Oktober können Kunden bei ihm Speisen und Getränke nach dem Prinzip für Unbekannte bezahlen. Der Bon für das Getränk wird an einer herzförmigen Pinnwand befestigt, wo er bei Bedarf einfach wieder abgenommen werden kann. Damit ist sein Café das erste in der Plöner Fußgängerzone, das die Aktion anbietet. „Vor allem für einen Kaffee oder Tee spenden die Gäste“, erzählt Dieler. Er sei über einen Beitrag bei Facebook auf die Idee aufmerksam geworden und fand sie sofort gut. „Dann habe ich gedacht, warum mache ich das nicht einfach?“

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Dieler sagt, er finde es „schlimm genug, dass es Leute gibt, die sich einen Kaffee nicht leisten können“. Ihm sei es wichtig, dass die aufgeschobenen Getränke und Waffeln wirklich an diejenigen gehen, die sie sonst nicht bezahlen könnten. „Man sieht es den Menschen aber nicht an. Und nachfragen würde ich nie.“

Mit der Aktion werde Menschen eine Chance gegeben, mehr am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Er denke etwa an eine alleinerziehende Mutter mit drei Kindern, die vielleicht gerne ins Waffelhuus gehen würden, für die ein Besuch aber zu teuer wäre. „Es geht um den kleinen Augenblick der Freude bei den Kindern, wenn es dann doch geht. Nicht um den Wert der Sache an sich.“ Er würde in dem Fall auch jederzeit statt bereits bezahlter Kaffees andere Getränke oder eine Waffel für die Kinder servieren.

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Spender gibt es einige im Café Dat Waffelhuus, Abnehmer weniger

Nach den ersten drei Monaten zieht Dieler eine positive Bilanz: Er habe keinen Mehraufwand, seine Kunden würden mitmachen. „Neulich hatte ich zwei Tagestouristen da, die sofort Kaffees gespendet haben“, erzählt er. Allerdings gebe es derzeit noch nicht so viele Abnehmer. „Da wünsche ich mir noch mehr Resonanz.“ Das Angebot in Anspruch zu nehmen, sei wohl mit Scham behaftet. „Gerade in Plön, wo die Anonymität von Großstädten fehlt.“

Eine innere Hemmschwelle könne ein Grund sein, sagt Stefan Thomsen, Vorstand der Plöner Tafel. Es sei aber auch eine Frage der Bekanntheit. „Gerade in der Anfangsphase müssen die Menschen, denen das Geld für diesen kleinen Luxus fehlt, darüber informiert werden.“ Die Idee des aufgeschobenen Kaffees findet er „wunderbar“. Es sei zudem wichtig, dass die Menschen in Begleitung ins Café gehen können oder dort ein Gespräch mit dem Personal führen können. „Dann ist das wirklich ein Anschluss an das gesellschaftliche Leben.“

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