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Plön Neue Praxis eröffnet in Plön
Lokales Plön Neue Praxis eröffnet in Plön
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10:00 27.09.2019
Von Sebastian Ernst
Zukünftiger Operationsraum: Darum eröffnet Dr. Heiko Schulze eine neue Praxis in Plön Quelle: Sebastian Ernst
Plön

Wer Krampfadern an den Beinen hat, sollte sich behandeln lassen, um Folgeerkrankungen zu vermeiden. Das sagt Gefäßchirurg Dr. Heiko Schulze (47). Er eröffnet eine Praxis für Gefäßchirurgie in Plön. Doch warum eigentlich ausgerechnet in Plön? Und welche Tipps gibt er Menschen, um Gefäßkrankheiten zu vermeiden? Im Interview spricht er über Symptome, warum ihm Plön so gefällt und wie die Zusammenarbeit mit Kollegen funktioniert.

Herr Dr. Schulze, wieso eröffnen Sie gerade in Plön eine Praxis für Gefäßchirurgie?

Ich wohne in Raisdorf und komme aus der Region. Vorher habe ich in Schleswig als leitender Oberarzt in der Gefäßchirurgie der Helios-Klinik gearbeitet. Ich finde, dass Plön eine sehr, sehr schöne Stadt ist. Gleichzeitig sehe ich einen großen Bedarf an ärztlicher Versorgung. Einen Gefäßchirurgen gibt es hier gar nicht im Kreis. Im Nachbarkreis Ostholstein gibt es auch keine niedergelassenen Gefäßchirurgen. In Kiel oder im Krankenhaus in Eutin sitzt der nächste. Geografisch liegt Plön genau in der Mitte. Dazu kommt, dass das Setting in der Praxis, im Vergleich mit einer Klinik, wo auch sehr gute Gefäßchirurgie gemacht wird, für den Nicht-Notfallpatienten netter und verträglicher ist.

Was meinen Sie damit konkret?

In einem Krankenhaus kommen immer noch die Akutpatienten hinzu. Außerdem ist ein Krankenhaus einfach nicht so aufgebaut, dass man in einer sehr ruhigen Atmosphäre so operiert, wie ein Nicht-Notfallpatienten sich das wünscht. Das ist dort aufgrund der Struktur gar nicht möglich.

Woran kann man den von Ihnen angesprochenen Bedarf nach ärztlicher Versorgung festmachen?

Um auch das finanzielle Risiko einschätzen zu können, erstellt man, bevor man eine Praxis eröffnet, einen Businessplan mit einer Bedarfsanalyse. Hier im Umkreis leben etwa 90.000 Personen. Wenn man das mechanistisch auf die Erkrankungszahlen herunterbricht, dann kommen dabei wirklich hohe Zahlen zusammen. Etwa für Durchblutungsstörungen in den Beinen, das ist ja ein Behandlungsschwerpunkt von Gefäßchirurgen. Bei den über 70-Jährigen sind zwischen 15 und 20 Prozent der Bevölkerung statistischen von der Krankheit betroffen. Im Kreis entspricht das etwa 5.150 Erkrankten. Es ist also ein Bedarf da.

Ärztemangel im ländlichen Raum und in kleineren Städten ist ein großes Problem. Was haben Sie davon bei der Standortwahl für Ihre Praxis mitbekommen?

Es gibt durchaus Regionen, die als attraktiv angesehen werden, und Regionen, die als nicht so attraktiv angesehen werden. Wenn Sie beispielsweise an die Westküste gucken, dann gibt es dort relativ viele freie Hausarztstellen. Wenn Sie sich dort als Hausarzt niederlassen möchten, bin ich mir sicher, dass es dort relativ schnell eine freie Stelle gibt. Da das Gebiet der Gefäßchirurgie ein eher kleines Fachgebiet ist, gibt es eher wenige Fachärzte in diesem Bereich. Wenn man die Hürde der Niederlassung genommen hat, dann ist es als Gefäßchirurg so, dass es fast egal ist, wo sie sich in Schleswig-Holstein niederlassen, sie fast immer der einzige sind. Grundsätzlich zähle ich Plön zu den Ballungsgebieten, in denen kaum Stellen für Ärzte frei sind.

Als Gefäßchirurg arbeiten Sie eng mit anderen Experten zusammen. Wie ist die Situation in Plön?

Am meisten arbeitet man als Gefäßchirurg mit Kardiologen zusammen, aber auch mit Neurologen. Viele Überschneidungsgebiete gibt es auch mit Diabetologen. Ich habe hier in Plön sehr engagierte Ärzte kennengelernt. Nicht jeder kann auf jedem Gebiet Spezialist sein. Es finden Treffen statt, bei denen sich die Ärzte in einer Region vernetzen und austauschen und Fragen im Kreis diskutiert werden.

Was versprechen Sie sich davon?

Davon verspreche ich mir, dass sich man als Ärzte im Kreis näher ist, als beispielsweise Arzt und Klinik. Dass man auf dem kurzen Dienstweg, so möchte ich es formulieren, auch mal beim Kollegen anruft und eine gute Antwort bekommt. Insgesamt ist Plön, was Ärzte angeht, gut aufgestellt.

Warum ist es für die Menschen in Plön wichtig, dass es dort nun einen Gefäßchirurgen gibt?

Ich bin mir sehr sicher, dass eine Praxis die Hemmschwelle für die Menschen, die an einer noch unbehandelten Gefäßerkrankung leiden, senkt. Auch, weil das Thema der Gefäßmedizin im Ort viel präsenter ist. Aus meiner Erfahrung ist die Hemmschwelle zu einem niedergelassenen Arzt zu gehen, ist viel niedriger, als in eine Klinik zu fahren.“

Trotzdem muss sich eine Praxis erst mal in einem Ort etablieren. Welcher Strategie verfolgen Sie?

Man muss sich bekannt machen, das ist klar. Ich habe mich bei den niedergelassenen Kollegen vorgestellt. Mir ist aus meiner Zeit in der Klinik noch sehr wichtig, die Kollegen, mit denen man arbeitet, tatsächlich zu kennen. Auch mit den Kliniken in Preetz, Rendsburg und Eutin bin ich im Austausch. Es wird außerdem am Dienstag, 1. Oktober, von 8 bis 13 Uhr einen Tag der Offenen Tür geben, bei dem sich die Patienten die Praxis angucken und Fragen stellen können.

Mit welchen Erkrankungen haben Sie als Gefäßchirurg zu tun?

Die Tätigkeit eines niedergelassenen Gefäßchirurgen teilt sich im Prinzip in Diagnostik und Therapie auf. Bei der Diagnostik geht es darum, zu gucken: Liegen Veränderungen im Gefäßsystem vor? Zuvorderst heißt das Ultraschall-Diagnostik, um zu gucken: Gibt es Ablagerungen an den Gefäßen? Liegt eine Krampfadern-Erkrankung vor? Wenn man dabei etwas findet, kann man bei einer Durchblutungsstörung entweder eine medikamentöse Therapie einleiten oder, je nach Stadium der Störung, an ein Krankenhaus verweisen, das Operationen und sogenannte Ballonaufdehnungen anbietet.

Wie arbeiten Sie in Ihrer Praxis?

Hier in der Praxis würde ich sehr gerne Krampfadern therapieren und operieren, auch unter Vollnarkose. Dafür wird ein Narkoseteam mit mir an OP-Tagen die Operationen bestreiten. Man kann Krampfadern heutzutage auf verschiedene Weisen behandeln. Da gibt es etwa die Stripping-Methode, bei der die erkrankten Venen komplett herausgezogen werden, oder es gibt modernere Verfahren, bei denen unter Ultraschall-Kontrolle ein Katheter in die Vene eingeführt und diese von innen durch Hitze verschlossen wird. Dadurch entfällt ein Schnitt.

Welche Symptome sind typisch für Gefäßerkrankungen?

Wer nach einer gewissen Gehstrecke stehenbleiben muss, weil ihm die Wade, der Oberschenkel oder die Gesäßmuskulatur weh tut, sollte einen Gefäßchirurgen aufsuchen, denn das kann auf eine Durchblutungsstörung hinweisen. Die Beschwerden trete dabei ganz regelmäßig auf, beispielsweise immer nach 200 Metern. Wenn der Patient dann stehen bleibt, erholt sich die Stelle mit der Störung und die Schmerzen gehen weg. Wenn es im Verwandtenkreis schon einmal einen Fall von Bauchaortenaneurysma oder einen Schlaganfall gab, sollte man auch zum Abchecken vorbeikommen. Besonders Männer sind hier betroffen. Auch wer Krampfadern an den Beinen hat, sollte sich behandeln lassen, um Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Welche Tipps geben Sie unseren Lesern, um Gefäßerkrankungen vorzubeugen?

Man sollte auf genügend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung achten, Übergewicht vermeiden und möglicherweise erhöhten Blutdruck gut einstellen lassen. Und, das vergessen viele Patienten, wenn Beschwerden auftreten, das nicht schleifen zu lassen, sondern sich direkt durchchecken und gegebenenfalls behandeln lassen.

Weitere Informationen zur Praxis finden Sie hier.

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