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Plön Den Straßennamen auf der Spur
Lokales Plön Den Straßennamen auf der Spur
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18:40 08.11.2016
Von Silke Rönnau
Stadtarchivar Peter Pauselius (rechts) stellt Bürgermeister Björn Demmin sein neues Buch vor. Quelle: Silke Rönnau
Preetz

Angefangen hatte es mit der Frage eines Stadtvertreters, ob es eine Straßenbeschreibung gibt, wie Kiel sie – allerdings nur im Internet – bietet, erzählte Pauselius bei der Buchvorstellung im Rathaus. Das weckte sein Interesse. Und er begann für sein mittlerweile 16. Werk über Preetz zu recherchieren. Es sei eine ideale Ergänzung zum „Häuserbuch“ und bewusst in der gleichen Größe gedruckt und gebunden worden. „Ein neues hervorragendes Angebot“, ergänzte Bürgermeister Björn Demmin, der gleich neugierig nach den Beschreibungen und Fotos für seine Straße schaute. „Da steht ja mein Auto“, rief er lachend.

 Viele Fotos hat der Stadtarchivar selbst geschossen, andere stammen aus seiner alten Postkartensammlung, von dem Preetzer Fotografen Wolfgang Petonke sowie aus dem Stadt- oder Klosterarchiv. „Es gibt so viele kleine Geschichten, die man nirgendwo unterbringen kann, die mir aber wichtig sind aufzubewahren“, sagt er. Nun konnte er sie erzählen. Wie die über den Pfarrer Robert Pruszkowski, der seine Entschädigungszahlung für die Haft im Konzentrationslager Buchenwald für den Bau der katholischen Kirche verwendete. Nach ihm und seiner Schwester Maria wurde ein Gang benannt. Oder Johann Christian Gotthilf Pabst, der eine Frau Heilandt heiratete. „Christlicher geht’s nicht“, meinte er schmunzelnd. Der Apotheker spendete das Grundstück für den Friedhof und war auch der erste, der dort beigesetzt wurde.

 Unter den 142 Straßennamen gibt es auch welche, die nach Vögeln oder Pflanzen benannt wurden. Dort habe er versucht herauszufinden, in welcher Beziehung sie zu Preetz stehen. Zum Birkenweg stellte er ein lustiges Gedicht von Wilhelm Busch. Mehr Schwierigkeiten hatte er mit dem Kattendiek. „Ich dachte erst, dass da mal ein kleiner Teich war, in dem junge Katzen ertränkt wurden“, berichtet er. Doch eine Katte sei auch ein Geschütz. Die sollen Soldaten dort gegen 1815 gelagert haben, um sie nicht mit in die Stadt nehmen zu müssen. Der Böhmkrützweg (Beim Kreuz) weist auf die vermutlich erste Stadtkirche an diesem Standort hin.

 Pauselius bedauerte allerdings, dass er bei der Neuwidmung von Straßen oft nicht gefragt worden sei. So sei es zu Fehlern gekommen. Adamine Quisdorf schreibe sich eigentlich Addamine Quistorff. „Sie war mit einem Korbmacher verheiratet, der ein Bein im Krieg verloren hatte“, so Pauselius. Falsch sei auch das Zusatzschild für die Johann-Friedrich-August-Dörfer-Straße, die ihn als „Topograph in Preetz“ ausweist. Er sei aber Pastor in Preetz gewesen und habe nebenbei eine Topographie über Schleswig-Holstein entwickelt und als einer der ersten die Geschichte von Preetz aufgeschrieben. Und auch die eine oder andere Namenswahl sei nicht ganz glücklich. Jassy Torrund, die für die einstige Frenssen-Straße ausgewählt wurde, habe nur bis zu ihrem dritten Lebensjahr in Preetz gewohnt und später als Schriftstellerin Adolf Hitler gelobt. Otto Jaspersen, der eine Privatanstalt für Nerven- und Gemütskranke gründete, rief sich beim Kapp-Putsch 1920 als Statthalter aus und fuchtelte mit einer Pistole herum.

 Ein paar Ecken in Preetz seien noch nicht benannt, wie beispielsweise der Durchgang vom Wilhelminen-Parkplatz zum Marktplatz oder von der Druckerei Peters zur Bahnhofstraße. Auch der Pilgerweg durch Preetz sei leider nicht ausgeschildert. „Ich habe beschrieben, wo er das Stadtgebiet durchquert“, sagte Pauselius. Erläutert hat er auch die Kirchenroute und die Schusteracht.

Auf den ersten Blick könnte man den Hügel einfach für die Spitze der natürlichen Kuppe gegenüber den Raisdorfer Krötenteichen halten. Tatsächlich handelt es sich jedoch um einen Bestattungsort aus der älteren Bronzezeit.

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