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Plön Mr. Plumridge ist nun auch Deutscher
Lokales Plön Mr. Plumridge ist nun auch Deutscher
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18:00 21.03.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
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Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
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Lütjenburg

Der 56-Jährige gehörte zu der großen Gruppe von Briten, die Anfang März in Kiel bei der Volkshochschule ihren Einwanderungstest absolvierten. 33 Fragen in 60 Minuten. Auch hier war alles typisch deutsch. Ein Tisch für jeden. Vom anderen abgerückt, damit niemand abschreiben kann. Ein Bleistift. Ein Radiergummi. Ein Kugelschreiber. Ein Umschlag mit dem Fragebogen. Den bisherigen britischen Euro-Pass muss jeder vor sich auf dem Tisch liegen haben. Damit kein anderer den Test schreiben kann.

Nur eine Frage falsch beantwortet

Die Prüfung war kein Hindernis für Plumridge. 29 Fragen wusste er sofort zu beantworten, bei vieren ließ er sich mehr Zeit. Am Ende stimmte nur eine Antwort nicht. „Ich war etwas confused.“ Es ging um eine Frage zum Bundesrat.  

Seit den 90er-Jahren in Deutschland

Der gelernte Orgelbauer kam in der Grafschaft Buckinghamshire zur Welt. Anfang der 90er-Jahre führte ihn sein Beruf zu einem Auftrag nach Bayern. Er blieb in Deutschland. 2004 kauften er und sein Lebenspartner die alte Dorfschule in der Gemeinde Helmstorf bei Lütjenburg und sanierten sie von Grund auf. Seit 2010 arbeitet er als Küster für die evangelische St. Michaelis-Gemeinde.

Zuhause ist dort, wo die Menschen einen annehmen

Er habe Heimatgefühle sowohl für Großbritannien als auch für Deutschland. Zuhause fühle er sich, wo er von den Menschen angenommen werde, so wie eben in Lütjenburg und Helmstorf. Als die Kieler Nachrichten über ihn und seine Probleme mit einem ungeregelten Brexit berichteten, sprachen ihn viele Menschen an und wollten helfen. „Das ist ein schönes Gefühl. Die wollen mich behalten.“

Hans-Jürgen Schekahn 21.03.2019
Sibylle Haberstumpf 21.03.2019
Anne Gothsch 21.03.2019