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Plön Architektin findet endlich Job
Lokales Plön Architektin findet endlich Job
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10:05 29.06.2019
Von Anne Gothsch
Farah Badla freut sich riesig auf die neuen Aufgaben. Ehemann Mohamed und die Töchter Wed (links) und Hana sind stolz, dass sie ab Montag in der Plöner Kreisverwaltung arbeiten wird. Quelle: Anne Gothsch
Dersau/Plön

Am 1. Juni hatte diese Zeitung zum Thema Fachkräftemangel über eine Architektin aus Dersau berichtet, die seit drei Jahren um einen Job kämpft – obwohl in der Branche großer Mangel herrscht. Am 1. Juli beginnt die junge Frau als Bauzeichnerin in der Kreisverwaltung Plön

Die aus Syrien stammende Frau kann ihr Glück noch immer kaum fassen. Am Donnerstag hat Fahra Badla ihren Arbeitsvertrag unterschrieben, mit dem für sie ein Traum wahr wird. „Die Bedingungen sind absolut optimal für mich. Es ist ein unbefristeter Vertrag, natürlich mit der üblichen Probezeit, über eine Teilzeitstelle mit 19,5 Wochenstunden bei flexibler Arbeitszeit.“ Von Dersau nach Plön ist es nicht weit, Außentermine sollten künftig auch kein Problem sein, denn in etwa drei Wochen steht bei ihr die praktische Fahrprüfung an. „Ich bin endlich nicht mehr auf staatliche Unterstützung angewiesen und habe trotzdem sogar noch etwas mehr Zeit für meine Familie als bisher“, freut sich die junge Frau. 

Denn vor allem für ihre beiden Töchter Wed und Hana, inzwischen acht und zehn Jahre alt, hatten Farah und ihr Mann Mohamed (39) seit ihrer Flucht 2015 nach Deutschland kaum Zeit. Wie berichtet, nutzten die Eltern jede Chance, um Deutsch zu lernen und sich um eine Arbeit zu bemühen. 

Während der Familienvater bereits nach drei Monaten das Glück hatte, eine Arbeitsstelle in Leibers Galerie-Hotel in Dersau zu bekommen, gestaltete sich die Suche bei Farah Badla sehr langwierig. 

Trotz Zusatzqualifikationen und Praktika lange kein Job in Aussicht

Obwohl sie ein abgeschlossenes Architektur-Studium und sieben Jahre Berufserfahrung in Syrien vorweisen kann, die mündliche Deutschprüfung auf Hochschulniveau abgelegt und mehrere berufsspezifische Qualifizierungen absolviert hat, kam sie über drei jeweils mehrwöchige, unbezahlte Praktika in Kieler und Preetzer Architekturbüros nicht hinaus.

„Doch nun hat es geklappt, und wir können für uns und unsere Kinder hier endlich eine Zukunft aufbauen. Ich freue mich riesig auf die Arbeit in der Kreisverwaltung”, sagt Badla freudestrahlend. 

Nach Auskunft von Kreis-Pressesprecher René Hendricks wird sie ab 1. Juli im Hauptamt in der Abteilung Organisation, Gebäude und Liegenschaften tätig sein und sich zunächst in ein breites Aufgabenspektrum einarbeiten. Dazu gehören neben computergestützten Entwurfs- und Ausführungszeichnungen etwa die Ausarbeitung und Aktualisierung von Plänen für Flucht- und Rettungswege oder die Datenerfassung, -pflege und -auswertung.

Die zeitliche Nähe zwischen dem Artikel auf KN-online und der Jobzusage ist natürlich Zufall, denn auf die Stelle hatte sich die Dersauerin bereits im April beworben. Allerdings hatte sich aufgrund unseres Berichtes auch die Stadt Neumünster gemeldet und wollte zur Abgabe einer Bewerbung auf eine gerade ausgeschriebene Architektenstelle ermuntern. Doch da hatte Farah Badla bereits die Jobzusage von der Kreisverwaltung „in der Tasche”. „Von den drei Bewerbern, die wir zum Vorstellungsgespräch eingeladen hatten, war sie einfach die Überzeugendste”, meinte Hendricks.

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