Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön Badeinsel darf wieder ins Wasser
Lokales Plön Badeinsel darf wieder ins Wasser
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 03.08.2019
Von Anne Gothsch
Badegäste in Dersau verfolgten am Freitag vor einer Woche mit ungläubigem Kopfschütteln, wie der etwa 15 Meter lange Badesteg, der vor allem das im flachen Wasser auftretende Zerkarien-Problem mildern soll, an Land gezogen wurde. Seit Mittwoch sorgt er wieder für mehr Badespaß.ago Quelle: Anne Gothsch
Anzeige
Dersau

In Dersau sorgen Steg und Insel nach dem Landgang inzwischen wieder für Badespaß. Wie berichtet, waren beide Anlagen erst am vergangenen Freitagnachmittag auf Anordnung des Amtes Großer Plöner See bei 30 Grad im Schatten unter den ungläubigen Blicken etlicher Badegäste an Land gezogen worden. Seit Mittwoch sind sie im Wasser wieder fest verankert. In der Anordnung hatte sich die Amtsverwaltung unter anderem auf ein BGH-Urteil aus dem Jahr 2016 im Zusammenhang mit der Verkehrssicherungspflicht sowie auf die Ausführungen des Kommunalen Schadensausgleichs (KSA) berufen, nach der Betrieb und Benutzung von Sprungeinrichtungen sowie Stegen an Badestellen nur zulässig sind, wenn eine Beaufsichtigung vorhanden ist. Sei diese nicht zu gewährleisten und auch eine wirksame Sperrung der Anlagen nicht möglich, bleibe nur der Rückbau von Badeinseln und -stegen.

Dersaus Bürgermeister hat der Verfügung widersprochen

Dersaus Bürgermeister Holger Beiroth hatte am Dienstag gegen die Ordnungsverfügung Widerspruch eingelegt und außerdem in einem Brief an den für Tourismus zuständigen Landesminister Buchholz eine einheitliche, rechtssichere Lösung gefordert. In seinem Widerspruch bezog sich Beiroth auf eine Aussage des KSA, nach der dieser den Gemeinden „Haftpflicht-Deckungsschutz hinsichtlich gesetzlicher Haftpflichtrisiken aus dem Betrieb von Badestellen und Naturbädern gewährt“. Zugleich wies der KSA aber auch auf die strafrechtliche Komponente hin, „weil Badeunfälle unter Umständen strafrechtliche Konsequenzen für die Verantwortungsträger nach sich ziehen können“. Da der Dersauer Schwimmsteg dafür gedacht sei, möglichst frei von Zerkarien in etwa 70 Zentimeter tiefes Wasser zu gelangen und somit nicht als Sprungeinrichtung eingestuft werden könne und bei der Badeinsel ein Verheddern mit der straffen Kette unter dem Ponton nach menschlichem Ermessen auszuschließen sei, sehe er keinen Grund, der Ordnungsverfügung Folge zu leisten, hieß es im Widerspruch weiter.

Anzeige

Dörnicks gesperrter Steg war erst kürzlich eingeweiht worden

Auf eine schnelle juristische Klärung hofft Dörnicks Bürgermeister Henning Jalas, der den Badesteg mit einer rot-weißen Bake absperren musste, auch die Badeinsel musste aus dem Wasser. Besonders bitter: Der neue Steg für rund 3000 Euro, der vor allem mit Spenden finanziert wurde, war erst vor rund drei Wochen eingeweiht worden. Auch die mit viel Eigenleistung und Spenden errichtete Badebrücke in Wittmold ist gesperrt.
Im Amt Preetz-Land hat sich die Aufregung wieder etwas gelegt, die Badeinseln in Schellhorn und Honigsee sind nutzbar, ebenso der Steg in Kirchbarkau. „Genau genommen würde es nicht reichen, den Ponton zu sperren oder an Land zu holen. Dann müssten auch das WC und andere Dinge verschwinden. Aber das ist doch realitätsfern. Wollen wir deutschlandweit alle derartigen Badestellen schließen?“, fragt Amtsleiter Peter Krebs.
Auch in der Stadt Plön bleibt die Schwimminsel an der Badestelle Fegetasche vorerst im Wasser. „Wir lassen das jetzt rechtlich prüfen“, so die Auskunft vom zuständigen Fachbereichsleiter Eckhard Frahm.

Anja Rüstmann 03.08.2019
Dirk Schneider 02.08.2019
Sibylle Haberstumpf 02.08.2019