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Plön Ansturm auf den Holländer in Krokau
Lokales Plön Ansturm auf den Holländer in Krokau
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18:00 10.06.2019
Von Silke Rönnau
Hunderte von Besuchern strömten am Mühlentag zur Krokauer Mühle. Quelle: Silke Rönnau
Krokau

Während draußen die Pastoren Andreas W. Lüdtke, Christoph Thoböll, Daniel Kuhl und Andrea Noffke noch gemeinsam den Gottesdienst feiern, der von Mitgliedern mehrerer Posaunenchöre musikalisch umrahmt wird, wird drinnen alles auf den Ansturm vorbereitet. In den vergangenen Jahren wurden immer weit über 1000 Besucher gezählt.

In der Auslage liegt bereits das Mühlenbrot, das der Verein zur Erhaltung Probsteier Windmühlen verkauft. Außerdem werden Postkarten oder ein Video angeboten, das Heinz Wichmann gedreht hat. „Der Erlös fließt in die Erhaltung der Mühle – die kostet sehr viel Geld“, sagt Wichmann.

Eine Person kann schwere Mahlsteine heben

Er führt auch die ersten Gäste durch das obere Stockwerk, zu dem eine steile Treppe hinaufführt. Anhand von Fotos erläutert er den Bau der Mühle im Jahr 1872. Die schweren Balken seien damals per Flaschenzug an einem Mast nach oben transportiert worden. Das gleiche Prinzip gelte auch für den Kran im Inneren, mit dem die Hunderte von Kilogramm schweren Mahlsteine von einer einzigen Person angehoben werden könnten.

Die Getreidesäcke werden mit einem Seil durch eine offene Klappe nach oben gezogen und auf einem Tisch abgestellt. Von dort kann man sie leicht auf den Rücken hieven und zum Mahlwerk bringen, wo es vom Mahlstein mit bis zu 120 Umdrehungen pro Minute zerkleinert wird. „Gemahlen wird bei Windstärke drei bis sieben“, erklärt Wichmann. „Bei Windstärke sieben haben die Flügelspitzen eine Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern.“

18 Tonnen schwere Kappe per Handkurbel bewegt

Die Kappe der Mühle dreht sich vollautomatisch in den Wind. Eigentlich. Doch wenn wie an diesem Tag der Wind plötzlich einschläft und danach aus der Gegenrichtung auffrischt, muss per Hand nachgesteuert werden. „Also musste ich vorhin kurbeln, um die 18 Tonnen schwere Kappe wieder in den Wind zu bringen“, sagt Wichmann.

Für die Flügel habe man früher Pappelholz verwendet, das aber alle acht bis zehn Jahre ausgewechselt werden musste. Der Verein habe dann einmal richtig Geld in die Hand genommen und für 65000 Euro mit Genehmigung des Landesdenkmalamtes Klappen aus Aluminium machen lassen.

Schutz vor den Stürmen

„Die Mühle muss das ganze Jahr gepflegt und repariert werden“, betont der zweite Vorsitzende und Mühlenwart Peter Stoltenberg. Vor acht Wochen habe man gerade erst 8000 Euro für die Verstärkung der Windrose investiert. Das sei wichtig bei den zunehmenden Stürmen, meint er. Seit 1994 habe man rund 160000 Euro hineingesteckt. Das lohnt sich: „Die Mühle steht da wie nie zuvor“, freut er sich. Die ehrenamtlich geleistete Arbeit wird einem Logbuch dokumentiert.

Warum ist er so von Mühlen fasziniert? „Das waren die ersten Maschinen, die mehr konnten als Pferdekraft“, schwärmt er. „Mein Ziel ist, dass die Krokauer Mühle noch 200 Jahre läuft – mindestens.“

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