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Plön Bayerisches Ehepaar auf Deutschlandtour
Lokales Plön Bayerisches Ehepaar auf Deutschlandtour
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22:45 11.07.2019
Von Anja Rüstmann
Simone und Anton Ochsenkühn aus Bayern machten am 11. Juli auf ihrer Deutschland-Radtour in Plön Station. Quelle: Anja Rüstmann
Plön

Inzwischen sind sie weitergefahren, nach Kiel. Für die geplante 2500 Kilometer lange Strecke nehmen sie sich nämlich nur fünf Wochen Zeit. „Wir wollten schon immer mal unser eigenes Heimatland mit dem Fahrrad erkunden“, erzählen die beiden. Istanbul, Marrakesch, Palermo und Lissabon – alles längst abgehakt. Jetzt sind Regensburg, Dresden, Berlin, Rügen, Wismar und Plön an der Reihe. Nicht immer kommt es so, wie sie geplant haben. Stralsund stand gar nicht auf ihrem Plan. „Aber dann wurde uns gesagt, wir müssen unbedingt Rügen anschauen“, erzählt Anton Ochsenkühn (51). Um den nicht geplanten Zeitverlust auszugleichen, sind sie in Wismar in den Zug gestiegen. Ausnahmsweise.

In Berlin ist das Radfahren hochgefährlich

60 bis 80 Kilometer legt das Verlegerehepaar täglich zurück. Der Weg ist das Ziel. Lange halten sie sich nie an einem Ort auf. Nie? Doch, auf Sylt wollen sie zwei Nächte bleiben. Aber auch sonst reicht es, sich ausführlich umzuschauen, Städte kennenzulernen, Strand zu genießen. Berlin an einem Tag ist sicherlich sportlich. „Aber da hat es uns sowieso nicht so gut gefallen“, sagt Simone Ochsenkühn (48). Und sie plaudert weiter: „Da fahren alle ohne Helm, überholen wild – das ist hochgefährlich.“

Von Eutin ging es am Donnerstag, 11. Juli, auf dem Radweg an der B76 entlang nach Plön. Am Strand an der Fegetasche kamen sie mit einer Einwohnerin ins Plaudern. „Sie hat uns erzählt, dass der Oberbürgermeister gar nicht im Schloss sitzt“, schmunzeln beide.  Nun wissen sie, dass Plöns Bürgermeister im Rathaus am Schlossberg arbeitet, und oben im weißen Schloss die Optiker von der Fielmann Akademie ausgebildet werden.

Lob für das super Radwegenetz

Wie schätzen sie denn die Radwege in und um Plön ein? Die Stadt möchte fahrradfreundlicher werden, was sagen Profi-Radurlauber? Anton Ochsenkühn hebt den Daumen. „Top!“ Es gebe vor allem in Norddeutschland ein super Radwegenetz. Die beiden müssen es wissen. „In Kalabrien sind wir auf der Autobahn geradelt“, erzählen sie, haben da schon so einiges erlebt.

Hier sei alles gut. Auch wenn gerade in der Holsteinischen Schweiz die Radwege oft ein bisschen schmal sind. „Gerade wenn dort viele Touristen fahren und man sich den Weg auch noch mit Fußgängern teilen muss.“ Die 48-Jährige empfand bei der Fahrt nach Plön hinein den Wechsel der Straßenseite gefährlich. „Plötzlich sahen wir einen Radweg auch rechts“, sagt sie. Da waren sie an der Bedarfsampel in Stadtheide aber schon vorbei und mussten so die Bundesstraße queren, um auf der richtigen Seite zu fahren…

Wir wünschen uns abschließbare Fahrradgaragen

Eine wichtige Verbesserung für Radtouristen wünscht sich Anton Ochsenkühn aber doch. „Wir fragen uns immer, wo wir unsere Räder lassen sollen, um uns eine Stadt anzuschauen.“ Die vier Gepäcktaschen pro Rad - übrigens aus einer Manufaktur aus München - sind nicht nur voll mit Kleidung, sondern auch technischem Equipment. Also schließt man die Räder nicht so einfach an einem Ständer an. „Wir würden uns abschließbare Fahrradgaragen wünschen“, erklärt er. In anderen Städten gibt es die längst.

Tatsächlich sind die Ochsenkühns gut ausgerüstet. Denn abends im Hotel oder in der Pension („zum Campen sind wir zu alt“) wird der Computer aufgeklappt. Nicht nur, um verlegerisch zu arbeiten – sie verkaufen in ihrem amac-Verlag Bücher rund um das Thema Apple. Sondern auch, um Reiseberichte zu schreiben und ins Internet zu laden. Denn seit 2010 füllen sie eine (kostenlose) App unter dem Titel „Leben atmen“ mit Inhalten. Dort wird jede lange Radtour genau beschrieben. Von der Streckenführung mit Übersichtskarte bis zu Fotos und Videos von unterwegs.

Alle Tourdaten in einer App

Am 11. Juli, in Kiel angekommen, hatten sie mehr als 1230 Kilometer hinter sich gebracht. Höhenprofil,  Durchschnittsgeschwindigkeit, Pulsfrequenz („das war im Erzgebirge spannend“), Kalorienverbrauch sind auch abzulesen. Immer mehr App-Nutzer kommentieren die Touren, geben Insider-Tipps. Und so passiert es, dass sie vielleicht doch noch einen Schlenker fahren, um sich etwas Besonderes anzuschauen. Bisher ist die Tour südwärts über Hamburg, Bremen, Bielefeld, Darmstadt, Stuttgart zurück nach Obergriesbach geplant. Fürs Sauerland ist ihnen bereits eine Insider-Route vorgeschlagen worden. Wer kein iPhone oder iPad hat, um die App herunterzuladen, kann sich auch den Blog der Ochsenkühns anschauen.

Hier sehen Sie weitere Fotos von der Deutschland-Radtour:
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