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Plön Von Plön in die Hitze Burkina Fasos
Lokales Plön Von Plön in die Hitze Burkina Fasos
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17:00 29.07.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Simon Thoböll reiste für einen Monat nach Burkina Faso.
Plön

Thomböll leistet in der Geschäftsstelle der von der Plöner Buchhändlerin Katrin Rohde gegründeten Hilfsinitiative seinen Freiwilligendienst und kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit. Der sehr ambitionierte Hobbyfotograf knipste und filmte für den Internetauftritt von Sahel und den Youtube-Kanal. Dort kümmerte sich die frühere Plönerin Katrin Rhode zunächst um Waisenkinder. Im Laufe der Jahrzehnte kam die Betreuung von behinderten Menschen dazu, von Unterernährten, Beratung für Frauen über Verhütung und Familienplanung oder eine Krankenstation. 

Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. „Einen Kulturschock habe ich nicht bekommen. Ich kannte die Lage vor Ort durch Fotos und Geschichten der Kollegen“, sagt Thomböll, der in Bremen geboren und in Hamburg und Probsteierhagen aufgewachsen ist.

Trotzdem sah er viel Armut und Elend. Ein kleines Kind mit einem künstlichen Darmausgang. Der Stuhlgang landete nicht in einem Beutel, sondern in einem Tuch. Anderes war nicht zur Hand. Oder behinderte Menschen, die ihr Leben lang ihre Hütte nicht verlassen haben. 

Barfuß und rückwärts in den Totenraum

Auch andere Sitten lernte er kennen. Beim Besuch im Nationalmuseum war ein Raum für die verschiedenen Totenzeremonien der verschiedenen Ethnien des Landes reserviert. Aus Achtung vor den Toten mussten die Besucher den Raum barfuß und rückwärts betreten und auch so wieder verlassen.

Die Entdeckungsreise ging auf dem Speiseteller weiter. In Brukina Foso ist ein Brei namens „To“ sehr beliebt. Für Thoböll schmeckte er nach Wasser. Die grüne Soße, die dazu serviert wird, erinnert mit ihrem Aroma an Spinat. 

Die Zubereitung von Fisch unterscheidet sich auch. Er wird im ganzen in Streifen zerteilt. Erst jetzt entfernt man die Innereien. Die Stücke – auch Schwanz und Kopf – kommen in heißes Fett. Zum Fleisch wurde Erdnusssoße serviert.

Mit dem Klima kam der junge Deutsche gut zurecht, auch wenn ein Teil Burkina Fasos zur Sahar gehört. Tagsüber lagen die Temperaturen bei 30 bis 40 Grad. „Wegen der trockenen Luft kann man das leicht aushalten.“

"Al Kaida baut leider Spannungen auf"

Ihn erstaunte, wie viele unterschiedliche Volksstämme es in dem afrikanischen Land gibt, die auch friedlich miteinander auskommen. Es herrscht absolute Religionsfreiheit. Der Status ist allerdings bedroht durch Anhänger von Al Kaida. „Die schaffen es leider, Spannungen aufzubauen.“

Aktuell wagt Thomböll keine Reise mehr

Auf der vierwöchigen Reise hat er das Land schätzen gelernt. Gerne würde er noch einmal dorthin reisen. Eine Lübeckerin, die dort eine Musikschule betreibt, hat ihm angeboten, als Klavierlehrer auszuhelfen. Doch die US-Botschaft schickt Warnmeldungen um die Welt, dass selbst Bezirke in der Hauptstadt nicht mehr sicher vor islamistischen Terroristen sei. „Aktuell will keine keine Reise riskieren.“

Wer Eindrücke von der Afrika-Reise Thombölls sehen möchte, kann das in der Jugendherberge in Schönberg. Dort hängen 34 Fotografien aus Burkina Faso.

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