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Plön Frieden ist der gemeinsame Nenner
Lokales Plön Frieden ist der gemeinsame Nenner
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06:00 20.05.2019
Von Anne Gothsch
Bernd Heinemann (SPD, von links), Lars Kuhlmann (CDU) und Stephan Holowaty (FDP) stellten sich in einer Gesprächsrunde zur Europawahl den Fragen des Moderators Carsten Kock. Quelle: Anne Gothsch
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Ascheberg

Dazu eingeladen hatten die örtlichen Parteiverbände von CDU, FDP und SPD, die in Ascheberg und teilweise in den Nachbarorten der Gemeindevertretung angehören. So stellten sich Lars Kuhlmann, CDU-Kandidat zur Europawahl, sowie die Landtagsabgeordneten Bernd Heinemann (SPD) und Stephan Holowaty (FDP) nicht nur den Fragen des Moderators Carsten Kock, sondern auch etlichen Fragen aus dem Kreis der knapp 60 Gäste. 

Erstes Thema war dabei der brandaktuelle Polit-Skandal in Österreich, den Stephan Holowaty mit den Worten kommentierte: „Populismus ist eine Ausgeburt der Korruption, das wird am Beispiel Österreich gerade wieder eklatant deutlich.“ Aber auch der Brexit, die Agrarsubventionen, der Wolf in Schleswig-Holstein, Lobbyismus oder die Straßenausbaubeiträge spielten in der Diskussion eine Rolle. 

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Werbung für ein gemeinsames, starkes Europa

Dabei gelang es den Protagonisten recht gut, über die eigenen Parteiinteressen hinaus für ein gemeinsames, starkes Europa zu werben. In unterschiedlichen Facetten machten sie immer wieder deutlich, dass Frieden, Demokratie, Presse- und Meinungsfreiheit, politischer Dialog und wirtschaftliche Zusammenarbeit alles andere als selbstverständlich seien. Doch sei das gerade der jüngeren Generation schwer zu vermitteln, für die das Erreichte, etwa das grenzenlose Reisen, die Möglichkeit, in anderen Ländern zu studieren oder zu arbeiten, etwas ganz Normales ist, meinte Holowaty. Das könne auch eine Ursache für die generell zu beobachtende Wahlmüdigkeit sein.

Den Hauptgrund für niedrige Wahlbeteiligung sahen die Redner jedoch in der Komplexität politischer Strategien und Entscheidungen, die für den einzelnen Bürger kaum nachzuvollziehen seien. Bernd Heinemann kritisierte in diesem Zusammenhang aber auch die seit Jahren generell zunehmende Ich-Bezogenheit. Ob beim Elternabend, in der Gemeindevertretung oder im Straßenverkehr – immer wieder sei zu beobachten, dass jeder nur auf sich, auf sein aktuelles Problem, sein vermeintliches Recht oder seinen Vorteil fokussiert sei. „Die Solidarität, das Miteinander, der konstruktive Streit um die beste Lösung für das Gemeinwohl, bleiben oft auf der Strecke.“ Andererseits mache die internationale wirtschaftliche, finanzielle und außenpolitische Entwicklung deutlich, dass die einzige Chance in einem starken Miteinander besteht, wenn Freiheit, Frieden, Demokratie und wirtschaftlicher Fortschritt langfristig gesichert werden sollen. 

Folgen eines EU-Austritts

Am Beispiel der Brexit-Diskussion sei gerade ziemlich deutlich geworden, mit welchen Folgen ein EU-Austritt verbunden sei, führte Kuhlmannaus und nannte als Stichworte unter anderem das Ende des zollfreien Warenverkehrs, eklatante Probleme im Gesundheitswesen und in der Pflege, wenn Arbeitskräfte aus anderen EU-Staaten nicht mehr dort arbeiten können oder das mögliche Aufflammen der blutigen Auseinandersetzungen zwischen Nordirland und Irland. „Schon jetzt ist doch zu sehen, wie sich Wirtschaft und Finanzwelt anders orientieren. Das alles wird auch negative Auswirkungen auf Deutschland und die anderen EU-Staaten haben“, so der CDU-Politiker.

René Hendricks, Vorsitzender des Plöner Kreisverbandes der Europa-Union, brach eine Lanze für die Jugend, die sich in zunehmendem Maße politisch engagiere und sich ihrer Verantwortung für die Zukunftsgestaltung bewusst werde. „Die Fridays-for-future-Bewegung ist davon nur ein Teil. Längst gibt es auf den unterschiedlichsten Ebenen regen Austausch mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor allem in Europa.“

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