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Plön Voß-Büste erstrahlt in neuem Glanz
Lokales Plön Voß-Büste erstrahlt in neuem Glanz
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12:52 22.11.2019
Von Dirk Schneider
Restaurator Jochen Rosehr (rechts) und die Leiterin der Eutiner Fielmann-Filiale, Claudia Freutel, begutachten gemeinsam mit Frank Baudach von der Landesbibliothek die reparierte und im Bronzeton gehaltene Gipsbüste des Dichters Johann Heinrich Voss. Quelle: Dirk Schneider
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Eutin

Johann-Heinrich-Voß (1751-1826), von 1782 bis 1802 Rektor des Gymnasiums in Eutin, zählt zu den prominenten Köpfen der Stadt. Am Mittwoch kehrte eine historisch bedeutende Gipsbüste des Dichters, der auch Homers Epen wie Illias und Odyssee oder Shakespeares Dramen übersetzte, an seine alte Wirkungsstätte zurück. Die Direktorin des Voß-Gymnasiums, Tanja Dietrich, und Bürgermeister Carsten Behnk übergaben die Kopfskulptur als Dauerleihgabe an die Landesbibliothek Eutin. Zuvor war die stark beschädigte Büste mit Mitteln der Fielmann AG restauriert worden.

Einziger bekannter Abguss einer Voß-Bronze von 1829

Hintergrund dieser Aktion ist der besondere Wert dieser Plastik, der allerdings erst vor wenigen Jahren bei der Vorbereitung einer Voß-Sonderausstellung in der Landesbibliothek erkannt wurde, erläutert deren Leiter Frank Baudach. Es handle sich nämlich um den einzigen noch bekannten Abguss einer Bronze, die der Bildhauer Johann Nepomuk Zwerger um 1829 unter Zuhilfenahme der heute ebenfalls verschollenen Totenmaske des 1826 verstorbenen Dichters schuf. „Es ist damit die realistischste, weil originalgetreue Nachbildung von Voß, die sich durch eine lebensechte Darstellung auszeichnet“, betont Baudach. Die anderen, etwas später modellierten Büsten seien entweder klassistisch stilisiert oder heroisch überhöht worden.

Im Kunstunterricht in Eutin zu Boden gefallen und beschädigt

Ursprünglich angeschafft wurde das Kunstwerk 1837 als Zierde für die neu gegründete „Großherzogliche Öffentliche Bibliothek“ im damals neuen Schulgebäude des Voß-Gymnasiums an der Plöner Straße (heute Carl-Maria-von-Weber-Gymnasium). 1920 zog die Voß-Schule in die Bismarckstraße. Der Gipskopf zog als Ausstattungsstück des Lehrerzimmers mit um und geriet im Laufe der Jahre weitgehend in Vergessenheit. Vermutlich bei der Nutzung als Anschauungsobjekt im Kunstunterricht Anfang der 2000er-Jahre fiel die Büste auf den Boden und wurde – Glück im Unglück – vor allem am Hinterkopf beschädigt. Quasi als erste Hilfe hatte die damalige Lehrerin versucht, die Bruchstücke mittel Gipsbinden einzufügen und die Büste zu stabilisieren.

Voß-Büste darf nur noch zu geeigneten Anlässen aus dem Magazin der Landesbibliothek

Dank dieser Vorarbeit seien alle Teile noch vorhanden gewesen, erklärte Restaurator Jochen Rosehr. Und weil sich der moderne Gips nicht mit dem härteren Alabaster- und Stuckgips verbunden habe, konnten die Schadstellen relativ problemlos gesäubert werden. „Danach war es ziemlich einfach, die Bruchstücke anzusetzen, die wenigen Fehlstellen zu ergänzen und die Risse zu spachteln“, erläuterte Rosehr. Die abschließende Farbgebung orientiere sich an der ältesten nachweisbaren Fassung die vermutlich Bronze imitieren sollte. „Das ist ein umbrabrauner Grünton mit einem kleinen Rotanteil“, so Rosehr.

Um die Büste gegen Stürze zu schützen, komme sie im Alltag gut verpackt ins Magazin, kündigte Baudach. Präsentiert werde das kostbare Stück künftig bei passenden Anlässen wie Ausstellungen und Lesungen.

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