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Plön Mit 84 noch fit für den Straßenverkehr
Lokales Plön Mit 84 noch fit für den Straßenverkehr
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17:31 08.06.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Quelle: Hans—Jürgen Schekahn
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Plön

In Plön Stadtheide prescht ein junger Mann vor, der auf den Parkplatz eines Supermarktes fährt. Er schneidet den schmucken VW-Golf, Baujahr 1996, von Hahn. Der muss wegen des quirligen Fahrmanövers des anderen bremsen.

Ein anderer Autofahrer parkt so dicht an einer Bushaltestelle, dass Hahn hinter dem Bus warten muss. Fahrlehrer Jens-Peter Pfeiffer kommentiert: „Wenn der junge Mann nicht so schlecht parken würde, kämen wir durch.“ Hahn bleibt still und meckert nicht.

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Ein Trecker als Hindernis

Der 84-Jährige meistert den Verkehr. Ein Trecker mit Mähgerät am Heck in Niederkleveez. Der Plöner fährt gemütlich hinter her und riskiert in der unübersichtlichen Ortsdurchfahrt kein Überholmanöver. Rudolf Hahn: „Diese Herrschaften sind mit Vorsicht zu genießen.“ Kurze Zeit später fährt der Trecker aufs Feld. Die Straße ist wieder frei. Der ADAC-Fahrlehrer lobt die defensive Fahrweise: „Das war genau die richtige Entscheidung.“

Eine Frau nähert sich einer Ampel. Hahn nimmt vorausschauend sein Fuß langsam vom Gaspedal und kann locker bremsen, als die Ampel auf Rot springt. „Tolle Bremsreaktion“, heißt es vom Beifahrersitz.

Verzicht auf gefährliches Überholmanöver

Eine vierköpfige Familie fährt auf dem Rad hintereinander auf der Straße. Die kleine Tochter an der Spitze durch die enge Rodomstorschule. An einer Kreuzung hätte man sie vielleicht überholen können. Hahn verzichtet darauf und bekommt erneut ein Lob vom Fahrlehrer. Die Radfahrer sind viel zu weit auseinander. Das kleine Mädchen an der Spitze könnte beim Einscheren eines Wagens in Bedrängnis kommen. 

Nebenbei finden Hahn und Pfeiffer Zeit für einen Plausch über Autos. Pfeiffer lobt den Zustand des grünen Golfs mit Automatik, der erst 80 000 Kilometer gelaufen ist. „Wenn sie noch ein paar Jahren warten, ist er ein Oldtimer.“ Dazu passt auch, dass noch ein Kassettenrekorder im Armaturenbrett verankert ist.

Hahn erzählt von seinen ersten Autofahrten. Unsynchronisiertes Getriebes. Er musste Zwischengas geben. Angefangen hat er mit einem VW Käfer, wechselte dann über einen Volvo zu Mercedes. Und seit 1996 wieder VW. Stolz macht ihn, dass ihn viele Menschen fragten, ob der Wagen vielleicht zum Verkauf stünde. 

„Den kann man wirklich einen Lappen nennen“: Rudolf Hahn zeigt seinen Führerschein von 1954. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

 Nach 45 Minuten ist die Fahrt zu Ende. Pfeiffers Urteil über den Fahrstil und die Sicherheit des Plöner Senioren. „Schöne Fahrt. Ein stimmiges Produkt. Hat alles gepasst.“

Ein Ratschlag zum Schluss

Der ADAC bietet den Senioren Fahr-Fitness-Checks an, um die Selbstwahrnehmung der Fahrer zu unterstützen. Nach jeder Tour besprechen die Fahrlehrer, was gut war, was schlecht lief. In sehr, sehr seltenen Fällen war Pfeiffers Urteil negativ. Nur zweimal brach er in den vergangenen elf Jahren eine Fahrt ab, weil die Person nicht fähig war, ein Auto sicher zu steuern. Einen Führerschein wegnehmen, kann er nicht. Nur Ratschläge geben.

Die Kreisvorsitzende der Senioren-Union, Helga Jessen, wirbt für den Fitness-Check und macht die Termine. Sie freut sich, wenn die älteren Fahrer glücklich sind, weil ihnen ein Fahrlehrer bescheinigt, dass sie im Straßenverkehr noch nicht zum alten Eisen gehören. „An einem Tag sieben Leute glücklich machen. Wo kann man das sonst?“

Anmeldungen zum Fahr-Fitness-Check

Wer ebenfalls einen Fahr-Fitness-Check absolvieren möchte, kann sich bei Jessen unter Tel. 0431/24 22 91 melden. Die Touren mit einem Fahrerlehrer starten in Heikendorf, Plön und Dobersdorf

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