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Plön Sieben Tage ohne Frühstück
Lokales Plön Sieben Tage ohne Frühstück
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14:20 26.03.2019
Von Signe Hoppe
Foto: Reporterin Signe Hoppe hat 16 Stunden am Tag gefastet, von 13 bis 21 Uhr durfte sie essen.
Essen und Fasten nach der Uhr: Reporterin Signe Hoppe hat 16 Stunden am Tag gefastet, von 13 bis 21 Uhr durfte sie essen. Quelle: Hoppe
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Sieben Wochen lang verzichten sieben KN-Mitarbeiter jeweils sieben Tage lang auf eine geliebte Sache. Signe Hoppe hat das Intervallfasten ausprobiert - das Frühstück fiel dabei aus.

Ob spirituelle Erfahrung oder Gewichtsabnahme, das Intervallfasten soll dem Darm eine Pause vom Essen gönnen und die Steinzeit simulieren. Das Mammut hat sich auch nicht an die Tageszeit gehalten, um erlegt zu werden. Der Körper lernt, von seinen Reserven zu leben. Nach dem ersten Schock über meine Entscheidung, mitzumachen, stellte sich mir die Frage: Wie bekomme ich 16 Stunden Fasten in meinen Alltag integriert? „Mit Familie und Job echt schwierig“, ermutigte mich gleich die erste Freundin, der ich von meinem Vorhaben erzählte und verzog gespielt schmerzhaft das Gesicht. Und: Eigentlich verspüre ich wenig Druck abzunehmen, denn ich kann ohnehin machen, was ich will – mein Gewicht ist immer gleich, im grünen Bereich. Ganz knapp.

Verzicht aufs Frühstück

Nach einigen Zahlenspielchen hatte ich mich nun für die Version „Verzicht aufs Frühstück“ entschieden. „Meine Frau bleibt deshalb morgens länger im Bett und steht später auf“, erzählte mir ein Bekannter. Sie dürfe erst ab 12 Uhr wieder. Ich um 13 Uhr – dann kommen meine Kinder aus der Schule und es gibt Mittagessen. Dafür durfte ich abends bis 21 Uhr essen und die Nacht zu meinem Verbündeten machen – der Schlaf sollte mir einen großen Teil des Fastens abnehmen. Als ich meiner Familie beim Abendbrotessen von meinem Vorhaben erzählte, erwiderte mein Mann: „Versuche mit Mäusen haben gezeigt, dass Intervallfasten ihr Leben verlängert.“ Ich fühlte mich ermutigt.

Obwohl ich nicht den halben Vormittag im Bett liegen kann, um mich und mein Fasten zu pflegen, war ich hochmotiviert. Aber schon beim Schmieren der Pausenbrote meiner Kinder meldete sich mein Magen geräuschvoll. Ich muss dazu sagen: Ich bin ein Frühstücksmensch.

Kein guter Start in den Arbeitstag

Ohne die halbe Stunde am Vormittag mit meinem geliebten French-Press-Kaffee, der mir nur mit belegten Käsebroten garniert mit Gurkenscheiben schmeckt, kein guter Start in den Arbeitstag. Während der Hund geräuschvoll an seinem Rindfleischknochen nagte, ersetzte ich mein Frühstück mit einem Becher Tee. Magenknurren. Auf einem Pressetermin an einem Vormittag wurde eine Schale Kekse demonstrativ vor meine Nase geschoben. Als Verzichter muss man sich ständig erklären, während Zucker-Weglasser, gute Veganer und Kohlenhydrat-Vermeider verständnisvoll nicken. Der Duft aus der nächsten Bäckerei brachte meine Magensäfte zum Gluckern. Verzicht macht reizbar.

Das Einkaufen wandelte sich vom „nur das Nötigste fürs Mittagessen“ zum „Schlemmen, was das Herz begehrt“. Denn nachmittags genoss ich mein offenes Zeitfenster, aß und trank alles. Cappuccino, Kuchen – immer schön die Uhr im Blick. „Wer soll das alles essen?“ Meine Familie riss die Augen auf ob des überbordenden Abendbrottisches. Ich darf doch erst wieder morgen, ab 13 Uhr. „Verzichter leben bestimmt länger“, sagte mein Mann. „Aber schrecklich vernünftig.“ Intervallfasten mit Verzicht auf Frühstück ist nicht mein Ding. Ich könnte mir vorstellen, aufs Abendbrot zu verzichten. Nach 18 Uhr sollte man eh nichts mehr zu sich nehmen – dann ist auch wieder ein Frühstück drin. Ab 10 Uhr morgens. Denn: Wer nicht genießt, ist ungenießbar.

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