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Plön Auf Solardächern lauern Gefahren
Lokales Plön Auf Solardächern lauern Gefahren
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16:20 31.03.2015
Von Andrea Seliger
Welche Wirkung hat das Licht der Feuerwehr-Strahler auf eine Fotovoltaikanlage? Die Feuerwehr Pohnsdorf probierte es im Berufsbildungszentrum in Preetz aus. Quelle: Andrea Seliger
Preetz/Pohnsdorf

In der Preetzer Außenstelle des Berufsbildungszentrums Plön wird unter anderem regenerative Energietechnik unterrichtet – und dazu hat die Schule auf einem kleinen Nebengebäude, dessen Dach einfach betreten werden kann, mehrere Solarpaneele installiert. Dort empfingen Burghard Hoechst und Karl Schuch aus dem Fachbereich Elektrotechnik die Einsatzkräfte aus Pohnsdorf. Denn auf immer mehr Gebäuden gibt es Fotovoltaikanlagen – Feuerwehrleute müssen aber wissen, welche Abstände sie einhalten müssen, um nicht durch stromführende Teile gefährdet zu werden.

 Für Wehrführer Mark Soetbeer und seine Mannschaft war es lehrreich, vor Ort besichtigen zu können, wie die Paneele befestigt und verkabelt sind. „Sonst sieht man solche Anlagen in vier Metern Höhe oder auf Bildern“, meint Soetbeer. Beim Einsatz sei außerdem zu bedenken, dass die Anlagen praktisch nicht zerstört werden könnten, die Feuerwehr also von außen nicht an das Dach herankomme. Schuch und Hoechst führten den Pohnsdorfern auch die verschiedenen Möglichkeiten vor, mit denen eine Anlage vom Netz getrennt werden kann, weil es dazu noch keine einheitlich vorgeschriebenen Standards gibt.

 Tagsüber, wenn die Anlagen viel Strom produzieren, gilt für Feuerwehrleute die Empfehlung, dass man mit dem Sprühstrahl fünf Meter und mit dem Vollstrahl zehn Meter Abstand hält. Doch wie sieht es nachts aus, wenn es dunkel ist, aber die Feuerwehr mit ihren Strahlern ein Gelände erhellen muss? Das testeten die Pohnsdorfer an der BBZ-Anlage. Schuch maß den Lichteinfall auf dem Dach, innen verfolgten Soetbeer und Hoechst die Auswirkungen auf die Stromproduktion, die merkbar waren, aber nicht so hoch wie befürchtet. „Die Lichtstärke der Scheinwerfer ist zur Erzeugung einer gefährlichen Spannung viel zu gering“, war deshalb Schuchs Fazit. Es reichten deshalb Abstände von einem Meter für Sprüh- und fünf Metern für den Vollstrahl.