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Plön Kreis Plön: So üben Soldaten aus Todendorf für Mali
Lokales Plön Kreis Plön: So üben Soldaten aus Todendorf für Mali
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06:17 12.09.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Flugabwehrraketengruppe 61 im Kreis Plön: Zwei Soldaten bereiten das Mantis-Geschütz vor. Quelle: Bundeswehr
Todendorf

Die Schnellfeuerkanonen zielen dieses Mal nicht auf vorbeifliegende Drohnen. Ein 120-Millimeter-Mörser feuert von einer Plattform in der Ostsee auf eine rote Hütte auf dem Übungsgelände in Putlos (Kreis Ostholstein). In sicherer Entfernung dazu befinden sich die Soldaten aus Todendorf.

Zwei Salven der Flugabwehrraketengruppe 61 genügten für einen Treffer

In der Bedien- und Feuerleitzentrale laufen die Daten des Radars ein. Das an der Küste aufgestellte Frühwarnsystem dreht sich wie bei einem Rodeo-Ritt um 360 Grad. In sekundenschnelle gibt der Feldwebel der Flugabwehrraketengruppe 61 die Daten in den Computer ein. Fast zeitgleich richten sich zwei der vier Mantis-Geschütze aus. Sie drehen sich vollautomatisch und zielen nach oben.

Sehen Sie, wie Soldaten der Flugabwehrraketengruppe 61 aus Todendorf für Mali üben.

Die Kanone feuert mit bis zu 1200 Schuss in der Minute mit einem Kaliber von 35 Millimeter. Es folgt ein Knall. Am Himmel ist dunkler Rauch zu sehen. Jeweils eine Feuersalve aus den beiden Geschützen hat gereicht, um die Granate noch in der Luft vor dem Einschlag auf dem Boden zu zerstören.

Mantis-Radar in Mali im Einsatz

Die Technik kann in Mali Leben retten. Dort sind aktuell drei Sensoren der Bundeswehr aufgebaut. Wird das internationale Feldlager beschossen, registriert das die Bedien- und Feuerleitzentrale. Die Todendorfer Soldaten der Flugabwehrraketengruppe 61 geben per Sirene Alarm. Rund 20 Sekunden verbleiben dann den Soldaten im Camp, um in einem der Bunker Schutz zu suchen. Die Schnellfeuerkanone der Flugabwehrraketengruppe 61 kommt in Mali nicht zum Einsatz, nur die Sensoreinheit. 

Sensoren erfassen Geschosse so klein wie Cola-Dosen

Hauptmann Marvin Völkers von der Flugabwehrraketengruppe 61 geht in den Einsatz in das afrikanische Land. Er hält Mantis für das modernste Flugabwehrsystem der Bundeswehr. "Besonders unsere Sensoren sind hervorragend. Jedes Kleinziel kann man damit aufklären", sagt der 33-jährige Offizier der Flugabwehrraketengruppe 61. Sogar Ziele mit dem Durchmesser einer Cola-Dose könnten die Sensoren erfassen. Mantis entdeckt nicht nur die Geschosse, sondern erkennt auch, wo sie abgefeuert wurden. So sei es möglich, schnell auf Angriffe zu reagieren.

Mantis-Schutz wirkt beruhigend auf Soldaten in Mali

Die Flugabwehrraketengruppe 61 ist einer holländischen Einheit unterstellt, dem "Defensie Grondgebonden Luchtverdedigingscommando". Dessen Kommodore Colonel Jan Blom unterbrach extra seinen Urlaub, um bei der einwöchigen Übung der Flugabwehrraketengruppe 61 in Putlos dabei zu sein. Er lobt das Waffensystem. Mantis schaffe besonders bei dem Personal in Mali Vertrauen. Er habe es selbst erlebt, wie beruhigend es auf die eingesetzten UN-Soldaten wirke, durch dieses System geschützt zu sein.

Das ist der Bundeswehreinsatz in Mali

Deutsche Soldaten sind in Mali bei der EU-Trainingsmission EUTM und der UN-Friedenstruppe Minusma im Einsatz. Die Stabilisierungs-Mission Minusma ist für die Bundeswehr knapp hinter Afghanistan der zweitgrößte Auslandseinsatz, er gilt als ihr gefährlichster. In Mali sind knapp 970 Soldaten der Bundeswehr in der Stadt Gao im gefährlichen Norden des Landes stationiert - als Teil der UN-Friedensmission Minusma. Sie soll bei der Umsetzung des Friedensabkommens zwischen Regierung und Rebellen helfen. Im Sommer 2017 kamen zwei Soldaten beim Absturz eines Kampfhubschraubers ums Leben.

Holländer unterstützen Bundeswehr in Mali

Major Mathias Richter, stellvertretender Kommandeur der Flugabwehrraketengruppe 61, ist von der multinationalen Zusammenarbeit mit den Holländern begeistert. "Wir gehen damit neue Wege und sind stolz, Teil dieses europäischen Prozesses zu sein", sagt er.

Im alltäglichen Dienst und bei Übungen sei der europäische Geist jederzeit spürbar. Holländische Soldaten werden bei den nächsten Einsätzen in Mali ihre deutschen Kollegen der Flugabwehrraketengruppe 61 aus Todendorf unterstützen.

Der Truppenübungsplatz in Todendorf entstand 1952 unter britischem und amerikanischem Kommando. Die Bundeswehr übernahm 1962 die vollständige Leitung des Übungsplatzes. 2013 zog die Flugabwehrraketengruppe 61 von Husum nach Todendorf. Die 400 Soldaten sind hier fest stationiert. Sie verfügen neben dem Waffensystem Mantis auch über den Waffenträger Ozelot. Auf Basis des Panzers Wiesel werden mit dem System Stinger-Raketen verschossen. Zur Aufklärung bis in eine Entfernung von 100 Kilometer setzt die Truppe ein großes Luftraumüberwachungsradar ein.

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