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Plön Zurück in den Schulalltag
Lokales Plön Zurück in den Schulalltag
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18:30 26.05.2015
Von Silke Rönnau
Therapiehund „Balu“ bringt den Kindern und Jugendlichen in der Schule am Kührener Berg einen Korb mit Süßigkeiten. Quelle: Silke Rönnau
Preetz

Normalbetrieb kann man das noch nicht nennen“, sagt Schulleiter Holger Kaack-Grothmann. „Aber die Schüler freuen sich, dass es wieder losgeht.“ Die ersten sind an diesem Tag auf Klassenfahrt gegangen, für die anderen beginnt der Unterricht. Bereits am Freitag wurde spontan ein gemeinsamer Ausflug in eine Kieler Freizeiteinrichtung organisiert. Eine Idee, die bei den Kindern für viel Begeisterung sorgte.

 Normalbetrieb bedeute aber auch, dass die Zeugnisse für die 120 Mädchen und Jungen von sechs bis 18 Jahren vorbereitet und Gutachten geschrieben werden müssten. Außerdem müsse man sich auf neue Schüler und FSJler vorbereiten, so Kaack-Grothmann. Und das neben den ganzen Problemen, die nach der Verwüstung der Räume auftauchen. „Die Arbeit geht für uns erst richtig los.“ Die Turnhalle sei noch gesperrt: Dort werde jedes Brett abgeschraubt, dahinter gereinigt und das Brett wieder angeschraubt. Er ist aber optimistisch, dass die Halle bis zur Abschlussfeier wieder freigegeben werden kann: „Das klappt schon.“ In der Küche wurden alle Vorräte weggeworfen und neu eingekauft. Erstmals kann wieder ein Mittagessen angeboten werden.

 Der Schulleiter bedankt sich, dass die Zusammenarbeit mit den Sachverständigen so gut geklappt habe und dass die Kollegen sowie die Eltern „voll motiviert“ mitziehen. Besonders berührt ist Kaack-Grothmann von der großen Welle der Anteilnahme. Immer wieder gebe es Anrufe mit Hilfs- und Spendenangeboten. „Das zeigt, wie gut die Einrichtung in Preetz angenommen wird“, freut er sich über den Zuspruch.

 „Heute sind wir pädagogisch dabei, die Vorfälle mit den Schülern zu besprechen und die Ängste herunterzufahren.“ Dabei hilft ein vierbeiniger Kollege: Brigitte Koettlitz-Kühl geht zusammen mit ihrem ausgebildeten Therapiehund „Balu“ durch die Klassen. In seiner Schnauze trägt er einen Korb mit Süßigkeiten. Immer wieder streicht jemand schnell über den Kopf oder krault das Fell. „Das beruhigt die Schüler“, so Kaack-Grothmann.

 Besonders betroffen reagieren alle auf den Verlust des Wunderraums. „Das ist nur noch eine Ruine.“ Alles musste herausgerissen werden. Viele Einrichtungsgegenstände gerade für die schwerer behinderten Kinder seien Spezialanfertigungen, die man nicht eben mal nachkaufen könne: „Das wird dauern, bis wir das alles wieder haben.“