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Plön Flüchtling macht widersprüchliche Angaben zur Tat
Lokales Plön Flüchtling macht widersprüchliche Angaben zur Tat
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09:29 09.04.2019
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Warum musste die 36-jährige Jana M. aus Preetz sterben?  Am Montagvormittag waren Kriminalbeamte und die Spurensicherung vor Ort. Quelle: Signe Hoppe
Preetz

Am Sonnabendvormittag hatte sich der 24-jährige Tatverdächtige, ein Flüchtling aus Afghanistan, selbst bei der Polizei in Preetz gemeldet und angegeben, die 36-Jährige getötet zu haben. Nach Angaben von Matthias Felsch von der Polizeidirektion ist das Opfer mit zahlreichen Messerstichen getötet worden. „Angesichts der hohen Zahl von Stichverletzungen gibt es an der Tötungsabsicht keinen Zweifel: Der Täter wollte sicher gehen, dass sein Opfer tot ist“, sagte Michael Bimler von der Staatsanwaltschaft in Kiel.

Gegenüber den Beamten habe der Afghane nach der Festnahme widersprüchliche Angaben zum Motiv gemacht. Nach Informationen der "Kieler Nachrichten" aus Polizeikreisen soll der 24-Jährige möglicherweise unter „paranoider Schizophrenie“ leiden. Unter Umständen war er zur Tatzeit vermindert schuldfähig, so die Staatsanwaltschaft.

Flüchtling kam 2015 nach Schleswig-Holstein

Neben dem Leichnam fanden die Ermittler das Messer, mit dem der mutmaßliche Täter, über den bislang nur wenig bekannt ist, zugestochen haben will. Im Zuge der großen Flüchtlingswelle war er 2015 nach Schleswig-Holstein gekommen. In Preetz lebte er in einem gemieteten Zimmer. Zum Stand seines Asylantrags konnten die Behörden am Montag keine Angaben machen.

Sicher ist mittlerweile hingegen, dass der Tatverdächtige und sein Opfer eine „enge Beziehung“ gepflegt haben und zumindest zeitweise ein Paar gewesen sind. „Ob dies auch noch zum Tatzeitpunkt so war, ist Gegenstand der Ermittlungen“, sagte Bimler. Auch die Frage, ob möglicherweise Trennungsabsichten Auslöser der Bluttat waren, werde geprüft.

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Ebenso unklar ist noch, wie sich der junge Afghane und das Opfer kennengelernt haben. „Es gibt Hinweise, dass sich die Frau als Flüchtlingshelferin engagiert hatte“, berichtete der Staatsanwalt. Fest stehe bislang nur, dass Jana M. nicht in der städtischen Migrationshilfe tätig war. Allerdings gebe es in Preetz eine Reihe ehrenamtlich organisierter Unterstützungsgruppen. „Wir hoffen, dass wir am Dienstag zu dieser Frage Antworten haben“, sagte Bimler.

Jana M. aus Preetz hinterlässt zwei Kinder

Was ist über das Opfer bekannt? Jana M. soll als Verkäuferin gearbeitet haben. Zuletzt wohnte sie in einem Reihenhaus in der Lindenstraße. Sie war Mutter von zwei Kindern (geboren 2004 und 2011), die zur Tatzeit allerdings nicht im Haus gewesen seien. „Die beiden Kinder leben bei ihrem Vater“, so Behördensprecher Felsch.

Hier sehen Sie Bilder aus Preetz.

Zurzeit sind die Kinder nach KN-Informationen wohl bei den Großeltern. Die Familie werde derzeit seelsorgerisch betreut. Einiges deutet darauf hin, dass das Opfer in einer schwierigen sozialen Situation gewesen sei. Mit dem Ex-Mann habe es dem Vernehmen nach öfter Streit gegeben.

Katzen der Toten wurden zu den Kindern gebracht

Am Montagvormittag war ein Team von fünf Kriminalbeamten in Preetz, ebenso die Spurensicherung. Während der Ermittlungsarbeiten wurden in dem Reihenhaus in der Lindenstraße zwei Hauskatzen gefunden.

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Beamte der Polizeistation Preetz in weißen Schutzanzügen fingen die Tiere ein. In Transportkörben wurden die Katzen aus dem Haus getragen. „Die Tiere werden zu den Kindern der Mutter gebracht“, sagte ein Beamter. „Die können dort ja nicht allein bleiben.“

So reagieren Flüchtlingshelfer aus Preetz auf das Tötungsdelikt

Die Flüchtlingshilfe hielt sich bedeckt. Sowohl ein Mitarbeiter der Migrationsberatung als auch Awo-Regionalleiterin Claudia Lux blockten mit Verweis auf ihre Schweigepflicht das Gespräch ab. Das Integrations-Center in der Gasstraße in Preetz blieb geschlossen – außerplanmäßig.

Maren Sterzik, Koordinatorin der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe, war telefonisch nicht erreichbar. Ein Ehrenamtlicher der Flüchtlingshilfe sagte am Telefon. „Es handelt sich um eine kriminelle Handlung, da spielt die Nationalität keine Rolle.“

Von Sibylle Haberstumpf, Signe Hoppe und Bastian Modrow

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