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18:47 04.01.2019
Von Niklas Wieczorek
Wie am Donnerstag ging auch die Spurensuche am Tatort in Schönberg am Freitag weiter: Die Ermittler suchen nach Spuren der Schussabgabe. Quelle: Frank Peter
Schönberg

Die 39-jährige Frau war in der Neujahrsnacht während des Feuerwerks tödlich getroffen zusammengebrochen. Inzwischen deutet alles darauf hin: Sie starb an einer Schussverletzung.

Mit Sprengstoff-Spürhunden und kriminalistischer Spezialtechnik waren die Ermittler der Mordkommission auch am Freitag bis zur Dämmerung im Einsatz, bestätigte Polizeisprecher Matthias Felsch. Die Ermittlungen versetzen den Ort in Aufruhr. So wurde auch ein naher Spielplatz überprüft. Von dort könne aber nicht geschossen worden sein, hieß es aus Ermittlerkreisen. Er stehe aber als möglicher Aufenthaltsort im Fokus.

Waffe unklar, Geschoss dagegen schon

Die Informationen aus der Autopsie machen klar: Es wurde lediglich eine Eintrittswunde, jedoch mehrere Metallsplitter im Kopf der Frau gefunden. Das deutet auf einen einzelnen Treffer hin – und macht einen Abpraller sehr unwahrscheinlich.

Dass es sich um ein sogenanntes Zerlegungsgeschoss handeln dürfte, sei dagegen selbstverständlich, heißt es aus Fachkreisen. Unter anderem wird solche Munition zur Jagd genutzt, um kleinere Tiere zu erlegen. Spekulationen um eine mögliche Kleinkaliber- als Tatwaffe oder ein Jagdgewehr erteilte die Polizei aber offiziell eine Absage: "Wir können keine Rückschlüsse ziehen, was es für eine Waffe gewesen sein muss – es gibt ja auch ganz viele Umbausätze", sagte Felsch.

Spendenaktion für Familie in Schönberg

Der Tod der dreifachen Mutter, die in Schönberg in der Silvesternacht ums Leben kam, bewegt die Menschen überall in Schleswig-Holstein. Und viele wollen helfen. Daher sammelt der Verein „KN hilft“ in Abstimmung mit der Gemeinde Schönberg ab sofort Geldspenden für die betroffene Familie.„Wir begrüßen diese Initiative, denn das Bedürfnis zu helfen ist sehr groß. Das KN-Konto ist eine gute Möglichkeit, die Familie in dieser tragischen Situation zu unterstützen“, sagt Schönbergs Bürgermeister Peter A. Kokocinski. Das Konto bei der Fördesparkasse lautet: KN hilft, Stichwort „Schönberg/Familie“, DE05 2105 0170 1400 2620 00. Auf Wunsch wird eine Spendenbescheinigung ausgestellt, dafür wird die Angabe der Adresse benötigt.

Silvesternacht als Schussnacht

Ein offenes Geheimnis ist dagegen, dass legale wie illegale Waffenbesitzer die Silvesternacht zum Verfeuern von Munition nutzen, weil es ihnen Freude macht, der Alkohol enthemmt, und es schlicht weniger auffällt. Im vergangen Jahr wurde bei einem solchen Vorfall bereits eine Zwölfjährige in Salzgitter (Niedersachsen) niedergeschossen. Das Mädchen erlitt einen Rippendurchschuss, überlebte aber.

An Silvester 2016 tötete ein Mann (58) in Unterfranken eine Elfjährige mit einem Kopfschuss. Er hatte sich über Böllerlärm geärgert.

Waffenverstöße in Schleswig-Holstein

Auch die Polizeidirektion Kiel hat in der Silvesternacht insgesamt sieben Anzeigen aufgenommen, weil mit Schreckschusspistolen in die Luft geschossen wurde. Landesweit wurden 25 Fälle polizeibekannt, darunter 13 Schussabgaben, so das Landeskriminalamt.

Überprüfungen, aber kaum Hinweise

Dass um den Tatort auch überprüft wurde, wer einen Waffenschein besitzt, bestätigten die Ermittler zwar. Das sei aber eine von vielen Vorgehensweisen und deute keinesfalls auf einen Tatverdächtigen hin. Ohnehin gebe es im Umfeld auf Täter oder Motiv keine Hinweise.

Fahrlässige oder sogar vorsätzliche Tötung? Auch über den Verlauf gebe es bisher keine Erkenntnisse, so Heß: "Wir haben keine Variante, die wir favorisieren." Die Ermittler setzen weiter auf Zeugen oder hoffen am Tatort fündig zu werden. Am Wochenende gehen die ballistischen Auswertungen weiter.

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