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Plön Plädoyer für mehr Frauen in der Politik
Lokales Plön Plädoyer für mehr Frauen in der Politik
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10:24 06.11.2019
Von Nadine Schättler
Stefanie Ulbrich (54) berät als neue Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Schrevenborn neben der internen Verwaltung auch Bürger. Quelle: Nadine Schättler
Heikendorf

Es gab einen Moment in ihrer beruflichen Laufbahn, da wurde Stefanie Ulbrich bewusst, wie viel Unterstützung Frauen in klassischen Männerberufen (und auch anders herum) brauchen. Als Abteilungsleiterin für Personal am Theater Kiel ging es um die Besetzung einer Tischlerstelle für das Bühnenbild. Gegenüber der weiblichen Bewerberin spürte Stefanie Ulbrich damals Vorurteile. Kurzerhand gab es für alle Bewerber eine Art Gesellenstück als Aufgabe. „Die Frau hat das super gemacht. In der Hälfte der Zeit.“ 

Ähnliche Beobachtungen machte sie in sozialen Bereichen, in denen noch immer die Frauen dominieren. In der Kita ihres mittlerweile erwachsenen Sohnes erlebte Stefanie Ulbrich die Scheu von Eltern im Hinblick auf männliche Erzieher. „Dabei machen die das ganz toll.“ Der Einsatz für benachteiligte Gruppen ist ihr daher im Laufe vieler Jahre eine Herzensangelegenheit geworden. 

Auch weil ihre Eltern ihr schon früh beigebracht haben, als Frau eigenes Geld zu verdienen und finanziell unabhängig zu sein. Am Theater Kiel arbeitete Stefanie Ulbrich 18 Jahre lang in Vollzeit mit mehr als 50 Mitarbeitern, für die sie zuständig war. „Jetzt wollte ich mit einer Teilzeitstelle etwas kürzer treten. Das ist ein Luxus, den ich mir in diesem Alter gönne“, sagt sie. 

Der Luxus einer Teilzeitstelle

Als Gleichstellungsbeauftragte in Teilzeit für das Amt Schrevenborn sitzt Stefanie Ulbrich seit dem 1. Oktober im Gebäude der Volkshochschule in Heikendorf, in dem das Amt Räume gemietet hat, und freut sich auf neue Herausforderungen. „Ich muss mich noch ein wenig zurechtfinden und strukturieren, aber dann möchte ich etwas aus dieser Aufgabe machen.“ 

Ein besonderes Anliegen ist der Kielerin, mehr Frauen in Führungspositionen zu bekommen. Auch in der Amtsverwaltung hat sie auf den ersten Blick festgestellt: „Es könnten gerne mehr sein.“ Um mehr Gleichberechtigung zu erreichen, hält sie das Angebot von Teilzeitstellen (auch für männliche Bewerber) für wichtig. „Zwei qualifizierte Teilkräfte sind besser als eine schlecht qualifizierte Kraft.“ Mehr weibliche Unterstützung wünscht sich Ulbrich auch in den politischen Gremien. Sie könnte sich zukünftig eine Art politischen Frauen-Stammtisch für Schrevenborn vorstellen. Vonseiten der Feuerwehr wurde sie bereits angesprochen: Auch die wünscht sich im Amt Schrevenborn einen höheren Frauenanteil

Der Einsatz für benachteiligte Gruppen ist ihr eine Herzensangelegenheit

Doch Stefanie Ulbrich setzt sich nicht nur für Frauen und Männer, sondern auch für Senioren, Flüchtlinge und Migranten oder Menschen mit Handicap ein. Um zu sehen, wo die Bedarfe in den drei amtsangehörigen Gemeinden liegen, braucht die Gleichstellungsbeauftragte noch etwas Zeit. „Mein Eindruck ist, dass es bereits eine sehr gute Infrastruktur und einen hohen Freizeitwert auch für ältere Bürger gibt“, sagt Ulbrich. Doch sie möchte zukünftig nachjustieren, wo es gewünscht ist: „Ich möchte die drei Gemeinden besonders in sozialen Aspekten noch lebenswerter machen.“

Stefanie Ulbrich ist montags bis donnerstags jeweils von 9 und 12 Uhr unter Tel. 0431/2409-143 oder per Mail an stefanie.ulbrich@amt-schrevenborn.de zu erreichen. Auf Wunsch besucht sie Bürger auch zu Hause.

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