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Plön Von cleveren und faulen Hühnern
Lokales Plön Von cleveren und faulen Hühnern
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19:34 03.04.2016
Von Andrea Seliger
Bei Regina Jäger haben die Hühner viel Auslauf. Sie schätzen aber eine gewisse Deckung aus Furcht vor Raubtieren. Quelle: Andrea Seliger
Panker

Wie die studierte Agraringenieurin selbst erstmals zum Huhn kam, berichtet sie der Teilnehmerrunde, die aus drei Frauen und einem Vater mit zehnjährigen Sohn besteht: Als 13-Jährige hatte sie einen Wochenmarkthändler angesprochen. Der beschaffte ihr dann drei „ausgediente“ Käfighennen, die der Teenager erst einmal im Karton mit in die Schule nehmen musste. Während der Sportstunde durften sie im Klassenzimmer bleiben und herumlaufen. „Als wir zurückkamen, hatten sie den ganzen Boden eingekackt und zwei Eier gelegt“, erinnert sich Jäger. Bei den Teilnehmern ist der Wunsch nach dem Huhn schon recht konkret. Alle haben bereits auf unterschiedliche Weise Bekanntschaft mit dem Federvieh gemacht, das Seminar ist für viele ein Baustein zur endgültigen Entscheidung. „Kann man die Hühner auch mal allein lassen?“, fragt Susanne Goldammer, die beruflich viel unterwegs ist, aber einen großen Garten hat. Fast alle haben außerdem das Problem, dass Katzen in der Gegend sind. Und dann die Frage, was man überhaupt darf und wie man den Ärger mit den Nachbarn vermeidet – nicht alle mögen durch krähende Hähne geweckt werden.

 Regina Jäger kennt die Sorgen schon von früheren Veranstaltungen. Grundsätzlich gebe es ein steigendes Interesse am eigenen Huhn. Besonders groß sei dies aber immer nach Nahrungsmittelskandalen. Für manche sei der Gesundheitsaspekt wichtig, für andere der Tierschutz. Jäger hat ein Herz für Hühner: Bei ihr dürfen die Hennen den Nachwuchs sogar noch selber ausbrüten und aufziehen, was unüblich geworden ist. Mit einer guten Dosis Humor schildert sie den Teilnehmern die Eigenschaften der verschiedenen Rassen: „Vorwerk – total lebendig“ und „Orpington – das Liegestuhl-Huhn“.

 Wie unterschiedlich Hühner sein können, zeigt sich beim Rundgang über das Gelände. Jäger hält ganz unterschiedliche Rassen und Kreuzungen. Der zehnjährige Joona darf als erster füttern. Dabei zeigt sich, dass die Hühner ziemlich vieles gern fressen – sogar Käse.

 Allen gemeinsam ist, dass sie sich eher in geschützten Ecken aufhalten und größere Freiflächen meiden – weil sie eben keineswegs so dumm seien, wie man es ihnen nachsagt, wie Regina Jäger erklärt. Auf freier Fläche seien sie leichter Opfer für Raubtiere: „Ich muss ihnen Deckung anbieten.“

 Bei Katzenproblemen rät sie zu großen, furchteinflößenden Hühnern, gerne auch ein Hahn darunter. Sie selbst hält in ihrer Herde deshalb ein Truthahn-Paar. Bei der Hahn-Frage helfe der Griff zur richtigen Rasse: Manche krähten extrem fleißig, andere seien eher faul. Es sei aber auch eine Frage des Stalls: „Wenn der dunkel ist, bleibt es ruhig, bis Sie morgens kommen!“ Für Susanne Goldammer hat Jäger Tipps zur automatisierten Fütter- und Tränktechnik: „Hühner haben einen kurzen Verdauungstrakt. Sie müssen mehrmals am Tag nachlegen“, erklärt sie. Futterspender und Tränken müsste deshalb doppelt vorhanden sein, damit die Tiere bei Ausfall nicht hungern.

 Eine gute Nachricht für Ei-Freunde hat Regina Jäger auch: Die Produkte der in Frage kommenden Rassen seien zwar oft kleiner als die im Laden – nicht aber der Dotter.

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