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Plön Orth muss um Bürgermeister-Amt zittern
Lokales Plön Orth muss um Bürgermeister-Amt zittern
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14:36 08.05.2018
Von Nadine Schättler
Foto: Bürgermeister Alexander Orth (SPD, links) gratuliert Olaf Bartels (Grüne) zum gewonnenen Direktmandat.
Bürgermeister Alexander Orth (SPD, links) gratuliert Olaf Bartels (Grüne) zum gewonnenen Direktmandat. Um im Amt zu bleiben, setzt er auf die Unterstützung der Grünen. Quelle: Nadine Schättler
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Heikendorf

In der konstituierenden Sitzung tritt der amtierende Bürgermeister Alexander Orth (SPD) gegen seinen Herausforderer Tade Peetz (CDU) in geheimer Wahl an.

Die SPD gehört in Heikendorf mit Verlusten von -2,8 Prozentpunkte wie auch die CDU (-3,7 Prozentpunkte) und die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWH, -3,5 Prozentpunkte) zu den Verlierern der Kommunalwahl.

Nach dem vorläufigen Endergebnis bekommen die Sozialdemokraten zukünftig nur drei statt vier Sitze in der Gemeindevertretung, das sind halb so viele, wie die CDU noch erreichen konnte.

„In Heikendorf ist das Ergebnis der SPD, gemessen an dem, was andere Sozialdemokraten in Schleswig-Holstein für eine Klatsche bekommen haben, aber ganz gut“, meint Alexander Orth. In seinem Wahlkreis Heikendorf-Mitte habe er mit insgesamt 270 Stimmen sogar „ein richtig gutes Ergebnis“ einfahren können.

Grünen-Unterstützung für Orth

Von dem Erfolg der Grünen in Heikendorf zeigt sich der Bürgermeister beeindruckt. Er sieht ihr großes Plus in der Aufstellung junger Leute. Im Hinblick auf die Bürgermeisterwahl bleibt Orth trotz gelassen: „Die Chancen für mich sehe ich gar nicht so schlecht.“ Die Grünen hätten ihm ihre Unterstützung bereits zugesagt. Zusammengerechnet ergeben sich für SPD und Grüne insgesamt acht Sitze, genau so viele wie CDU und FDP gemeinsam haben.

Peetz will Ruhe reinbringen

Orths Herausforderer Tade Peetz sagt: „Als stärkste Fraktion erheben wir den Anspruch, den Bürgermeister zu stellen.“ Sollte er von den Parteien gewählt werden, werde er etwas Tempo aus dem täglichen Ablauf auch für die Verwaltung nehmen, die bereits „bis zum Anschlag“ mit Projekten überhäuft sei. „Ich möchte mehr Ruhe, Struktur und Verbindlichkeit bringen.“

Die UWH, die wohl in der Bürgermeisterwahl zum Königsmacher wird, hält sich noch bedeckt: „Wir werden uns mit beiden Kandidaten zusammensetzen und uns anhören, was sie für Heikendorf vorhaben“, erklärt Fraktionssprecher Thure Spitz.

Grüne wollen Bürger stärker beteiligen

Die Grünen bestätigen unterdessen, dass sie Alexander Orth ihre Stimmen geben werden. „Nach heutigem Stand schicken wir keinen eigenen Kandidaten ins Rennen, weil wir einen sehr engagierten Bürgermeister in Heikendorf haben, der viele Impulse gesetzt hat und dem wir dieses auch weiterhin zutrauen“, sagt Olaf Bartels, der sein Direktmandat als „Ehre und Ansporn sieht“, sich für die Gemeinde mit noch mehr Bürgerbeteiligung einzusetzen. „Im Hinblick auf das Bebauungsthema müssen wir den Mut haben, unsere Interessen und die der Nachbarn verstärkt wahrzunehmen.“

Gunnar Schulz von der FDP, der bisher als Einzelvertreter in der Gemeinde saß, freut sich über personelle Verstärkung durch einen zweiten Sitz in der Gemeindevertretung. In Sachen Bürgermeister hat seine Partei eine ganz klare Meinung: „Der Auftrag ist klar: Die CDU ist stärkste Kraft und sollte den Bürgermeister stellen“, so Schulz.

Silke Rönnau 08.05.2018
Merle Schaack 08.05.2018
07.05.2018