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Plön Auf den Geraden steuert der Satellit
Lokales Plön Auf den Geraden steuert der Satellit
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20:20 11.07.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Jürgen Fischer sitzt in diesem Tagen auf seinem Mähdrescher in seiner modernen Kabine und erntet Gerste. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Helmstorf

300 Hektar davon stehen auf den Feldern des Gutes. 30 Prozent haben Jürgen Fischer und seine Kollegen schon eingebracht in die Silos auf Wetterade. Wenn es nicht regnet, haben sie die Gerste in acht Tagen sicher und trocken.

600 PS leistet der Motor des Mähdreschers. Mit seinem zwölf Meter breiten Schneidewerk schafft er 40 Hektar Gerste pro Tag. Bei Weizen sind es 50 Hektar. Gerste ist schwerer zu dreschen.

Seit 44 Jahren auf Gut Helmstorf

 Jürgen Fischer liebt seinen Arbeitsplatz in der Kabine. Er ist 59 Jahre alt. 44 Jahre davon ist er als Landarbeiter auf Gut Helmstorf beschäftigt. Drei Bildschirme sitzen zu seiner Rechten. Ein Monitor zeigt, welche Flächen er schon geerntet hat, welche noch anstehen. Ein zweiter überwacht die Technik und zeigt, ob alles funktioniert. Auf einem anderen Bildschirm sieht er aus Kamerasicht, wenn das geerntete Getreide in einen Hänger fließt. Das geschieht während der Fahrt.

Für Fischer der schönste Arbeitsplatz

Ist die Arbeit nicht monoton, den ganzen Tag langsam mit dem Mähdrescher zu fahren? „Man gewöhnt sich daran. Das ist mein Beruf.“ Der Mann aus dem benachbarten Högsdorf findet, dass es keinen besseren Arbeitsplatz gibt. Als einzige Unterhaltung läuft ein Radio. Nicht zu leise, damit er etwas hört, aber auch nicht zu laut, falls einer der Motoren Zicken macht. „Ich muss beides hören, die Musik und die Maschine.“ 

Ein Lob an den Computer

Vor sich hat Fischer zwei Pedale im Boden. Die sind nur für den Notfall. Er benutzt sie fast nie. Er steuert den tonnenschweren Koloss mit einem Joystick locker mit einer Hand. Da sei alles dran, was er brauche. Auf geraden Strecken übernimmt aber die Technik vollends das Steuer. Ein Satellitensignal dirigiert den Mähdrescher durch die Ährenreihen. Und das auf den Zentimeter genau. Da macht selbst ein gestandener Landarbeiter dem Computer ein Kompliment. „So genau könnte ich das nicht schaffen.“

"Ohne Kabine. Da war man abends schwarz"

Die Arbeit in der Kabine ist bequem. Das war nicht immer so. Fischer erinnert sich an alte Mähdrescher noch ohne Schutz für den Fahrer. „Ohne Kabine. Da war man abends schwarz.“

Die Gerste, die Jürgen Fischer jetzt erntet, ist als Viehfutter gedacht. Im vergangenen Jahr wuchs an gleicher Stelle Sommergerste. Die verkaufte Gutsverwalter Carsten Kock an Bierhersteller. Kock lobt die Fahrkünste seines dienstältesten Mitarbeiters. „Er hat die Maschine super im Griff. Er ist kein wilder Hamster, der alle paar Tage irgendwo eine Ecke vom Mähdrescher abfährt.“

Noch sind es sieben Stunden bis zum Feierabend. Es sei denn, Regen setzt ein. Wenn sie nass ist, lässt sich Gerste nicht ernten, weil sie verklebt. Daran können selbst der modernste Mähdrescher und ein erfahrener Landarbeiter nichts ändern.

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