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Plön Lebenshilfe will gegen Beschluss kämpfen
Lokales Plön Lebenshilfe will gegen Beschluss kämpfen
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12:11 21.06.2019
Von Silke Rönnau
Mitarbeiter der Preetzer Werkstätten müssen regelmäßig die Gewerbestraße kreuzen. Die Lebenshilfe blickt deshalb mit Sorge auf die Entscheidung, die Erweiterungsfläche des Gewerbegebiets Wakendorf über den Handelsweg zu erschließen. Quelle: Silke Rönnau
Preetz

„Mit großer Sorge nehmen wir zur Kenntnis, dass der Bauausschuss seinen Beschluss aus dem Jahr 2017, die Erschließung des Gewerbegebiets Wakendorf durch den Handwerkerweg zu führen, revidiert hat und nunmehr die Anbindung über den Handelsweg beschlossen hat“, erklärt Bernd Zwirner als Sprecher für die Lebenshilfe Kreisvereinigung Plön und die Lebenshilfewerk Kreis Plön gGmbH. „Das können und werden wir nicht hinnehmen.“

"Extreme Gefährdung der Mitarbeiter"

Zu beiden Seiten der nun beschlossenen Zufahrt befänden sich Gruppenräume der Preetzer Werkstätten, zwischen denen ein häufiger Fußgänger-Querverkehr stattfinde, so die Lebenshilfe in ihrer Stellungnahme. Auf der Gewerbestraße erfolge täglich die An- und Abfahrt von 350 Werkstattmitarbeitern mit Behinderung, dafür seien rund 45 Fahrzeuge im Einsatz.

„Die beschlossene Anbindung über den Handelsweg stellt eine extreme Gefährdung von 350 Menschen mit Behinderung dar, von denen die meisten Bürger der Stadt Preetz sind“, betont Zwirner.

Lebenshilfe will "alle Wege beschreiten"

Man könne nicht nachvollziehen, dass der Schutz von Leib und Leben weniger wiege als die Lärmbelästigung von Anwohnern, die im Übrigen durch einfache Lärmschutzmaßnahmen vermeidbar wären. „Alle Wege, die uns offenstehen, um die Anbindung über den Handelsweg zu verhindern, werden wir beschreiten“, kündigte Zwirner an.

Gabriele Brocks-Giese und Hartmut Brocks von der Anwohnerinitiative im alten Dorf freuen sich dagegen über die Entscheidung und bedankten sich bei den Kommunalpolitikern, dass diese sich ihren Argumenten trotz des späten Zeitpunkts nicht verschlossen hätten. Ganz im Gegenteil sei der sachliche Vortrag mit ihren Bedenken sogar gelobt und ihre Ideen aufgenommen worden. Die Ausschussmitglieder seien sehr gesprächsbereit gewesen. 

Anwohner setzten sich für B76-Anbindung ein

Die Anwohner hatten von Anfang an deutlich gemacht, dass sie nicht gegen die Erweiterung des Gewerbegebiets selbst kämpften, sondern nur gegen die Verlegung der Anbindung vom Handels- zum Handwerkerweg. Die neue Straße würde den Verkehr und die vielfältigen damit verbundenen Probleme 200 Meter näher an die Wohnbebauung heranbringen, lauteten ihre Bedenken. „Wir haben eine konstruktive Lösung gesucht und nicht herumgemeckert“, brachte es Brocks auf den Punkt.

Und auch die Sorgen der Lebenshilfe teilen sie. „Wir wollen deshalb weiter am Ball bleiben für eine direkte Anbindung an die B76 – für die Lebenshilfe und die Gewerbebetriebe“, kündigte Gabriele Brocks-Giese die Unterstützung der Anwohner aus Wakendorf an. „Das ist uns sehr wichtig.“ Das bestätigt auch der weitere Sprecher der Anwohnerinitiative, Karsten Albrecht. „Wir sehen das nur als Übergangslösung und kämpfen weiter für den Anschluss an die B76.“

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