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Plön 100 Urnen aus früher Eisenzeit entdeckt
Lokales Plön 100 Urnen aus früher Eisenzeit entdeckt
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18:36 31.08.2019
Von Dirk Schneider
Grabung in Ascheberg: 100 Urnen aus früher Eisenzeit entdeckt. Grabungsleiter Leif Schlisio zeigt den Besuchern der archäologischen Führung die Reste eines bronzenen Armreifs. Quelle: Dirk Schneider
Ascheberg

Auf den ersten Blick wirken die Fundstücke wenig spektakulär: Zwei irdene Urnen, fünf Ösenringe aus Eisen und ein paar Bruchstücke eines Bronzearmreifs sowie zahlreiche Tonscherben liegen auf einem Tisch, den Archäologe Leif Schlisio am Rande des künftigen Neubaugebiets am Sandkamp in Ascheberg aufgebaut hat. Doch als der Grabungsleiter beginnt, über die 2500 Jahre alten Artefakte zu sprechen, wird Geschichte lebendig.

Hintergrund der sogenannten Rettungsgrabung, die Schlisios Team derzeit im Auftrag des Archäologischen Landesamts ausführt, ist die Planung für ein Ferienhausgebiet und eine Wohnsiedlung zwischen dem Marienhof und der Karperbek. Bevor auf der 11,5 Hektar großen Fläche die ersten Bagger rollen, sind die Jäger der verlorenen Schätze damit beschäftigt, eben diese mit Schaufel und Kelle, Bürste und Pinsel zu suchen und zu sichern.

Grabung in Ascheberg kommt ohne schweres Gerät aus

"Natürlich benutzen wir dabei auch einen Bagger, um die relevanten Schichten erst einmal freizulegen", sagt Schlisio. Auf moderne Technik wie Bodenradar und Metalldetektoren verzichten die Fachleute dabei weitgehend. Die Eisenmengen seien zu gering und Steinstrukturen in einer Moränenlandschaft nur mit hohem Zeitaufwand zu identifizieren.

"Wir haben nur drei Monate Zeit und müssen unsere Ressourcen möglichst effektiv nutzen", berichtet Schlisio, der seit Anfang Juli die Feldstudie betreibt. Aus diesem Grund vertraue man auf die altbewährten Suchschnitte, um mit systematischen Stichproben ans Ziel zu kommen.

Im unteren Bereich des Areals sei man nach dem Abtragen von 30 Zentimeter Mutterboden in 60 Zentimeter Tiefe schnell fündig geworden. Nach nur 100 Metern Wanderung stehen die Besucher mitten in diesem Ausgrabungsfeld, das durch Steinkreise und -setzungen strukturiert wurde.

Grabung in Ascheberg erfordert geübten Blick

"Das ist eine Beisetzungsstätte, also eine Art Friedhof aus der frühen Eisenzeit", erklärt Schlisio. Bislang habe man auf der knapp einen Hektar großen Fläche mehr als 100 Urnen beziehungsweise deren Scherben entdeckt, die man auf 550 bis 300 vor Christus datiere. Manche diese Gefäße seien schon soweit zu Staub zerfallen, dass man die Grabstätte nur noch am Leichenbrand erkennen könne.

Ein Blick auf eine solche Stelle offenbarte dann, mit welch geübtem Blick die Archäologen den Boden in Augenschein nehmen müssen.

"Ich hätte da nichts außer ein paar Steinen und etwas Sand erkannt", bekennt Marie Witt. Die zwölfjährige aus Dersau hatte mit einer Anfrage, ob man sich die Grabung nicht einmal anschauen könne, den Stein für die Führung ins Rollen gebracht. Mehr als 100 Teilnehmer nutzten kürzlich die Gelegenheit, um in das Ascheberg der frühen Eisenzeit einzutauchen.

Fundstücke aus Ascheberg wandern ins Landesarchiv

Überrascht zeigte sich Marie Witt, dass in mehr als 100 Urnen keine Schmuckstücke und andere wertvolle Dinge in den Gräbern gefunden worden seien. "Ich dachte immer, da wären Schätze drinnen", erzählt sie. Trotzdem sei sie nicht enttäuscht, sondern positiv überrascht, wie viel die Fachleute aus den wenigen Fundstücken ableiten könnten.

Dazu zähle auch die Aussage, dass die eigentlichen Siedlungen den Standort wechselten, während die rituellen Beisetzungsorte über Jahrhunderte genutzt worden seien.

"Die einfachen Häuser waren nach zehn, spätestens zwanzig Jahren rott", so Schlisio. Und weil auch die umgebenden Böden durch den Ackerbau ausgelaugt gewesen seien, seien die Siedlungen nicht an Ort und Stelle wieder aufgebaut worden, sondern in die Nachbarschaft umgezogen. "Das ist auch ein Grund, warum wir kaum Steinzeitdörfer, aber umso mehr -friedhöfe entdecken."

Nach dem Ende der Grabung wandern die Fundstücke gut sortiert und beschriftet aus dem Boden- ins Landesarchiv, wo sie für viele weitere Jahrzehnte und vielleicht sogar Jahrtausende bewahrt werden.

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Sehen Sie hier Fotos der Grabung in Ascheberg

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