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Plön Heikendorf hat ein Vandalismus-Problem
Lokales Plön Heikendorf hat ein Vandalismus-Problem
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07:00 05.09.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Überdurchschnittlich viele Fälle von Vandalismus durch Graffiti und andere Zerstörungen gibt es in Heikendorf in diesem Jahr, wie Bürgermeister Tade Peetz am Beispiel einer neueren Schmiererei an der Mehrzweckhalle zeigt. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Heikendorf

Es ist kein Einzelfall: Eine "Spur der Verwüstung" habe sich wiederholt durch Straßen der Gemeinde gezogen, sagt Heikendorfs Bürgermeister Tade Peetz. Ob am Fördewanderweg oder der Hauptstraße, es gebe "viele Gelegenheiten" zur Zerstörung fremden Eigentums. Die öffentlichen Toiletten am Rathaus und am Strand, die Mehrzweckhalle an der Dorfstraße, der neu erstellte Schulhof am Schulredder - überall gebe es massive Schmierereien mit Sprühfarbe. Auch an Lichtschaltern, Steckdosen, Toilettendeckeln oder Waschbecken ließen die Täter wiederholt ihre Zerstörungswut aus. Anhand der bisher errechneten Summe zur Behebung der Schäden sei das Jahr 2019 in Sachen Vandalismus überdurchschnittlich hoch, so Peetz. Zurzeit sind es etwa 20.000 Euro. Bis Ende des Jahres, schätzt er, könnten es 25.000 Euro werden. "Die dunkle Jahreszeit fängt ja gerade erst an", sagt er besorgt. Die Täter seien nachweislich in den Abend- und Nachtstunden und an Wochenenden unterwegs.

Aula ist ein Vandalismus-Schwerpunkt in Heikendorf

Jeden Vandalismus-Fall bringt die Gemeinde zur Anzeige. Zu fassen bekommt die Polizei allerdings selten jemanden. Den jüngsten Fall einer Kette von Schmierereien und Beschädigungen hat Marc Wiens, Spielleiter der Theatergruppe "Heikendörper Speeldeel", via Facebook in einem emotionalen Beitrag öffentlich gemacht: An der Aula am Schulredder wurde vor Tagen die äußere Notbeleuchtung demoliert, Kabel und Kabelkanäle wurden mutwillig aus der Wand gerissen. Wiens wendet sich bei Facebook an die "Hirnlosen", die das getan haben. Die "Speeldeel" hat dort das Hauptnutzungsrecht, aber auch die Volkshochschule und andere nutzen das Gebäude. Bereits seit über einem Jahr werde in unregelmäßigen Abständen an der Aula randaliert, beklagt Wiens.

"Das ist doch sinnbefreit"

Das bestätigt Peetz: Mehrmals wurden etwa Dachziegel im hinteren Bereich der Aula mit Feld- oder Pflastersteinen beworfen und zertrümmert - die Ausbesserung kostete laut einer Aufstellung der Amtsverwaltung in diesem Jahr bereits rund 5000 Euro. Zudem wurden Fenster und Türen beschmiert, die vordere Fensterfront eingeworfen, der Schuppen im hinteren Bereich aufgebrochen, eine dort gelagerte Leiter kaputt gemacht. Wiens ist fassungslos: "Nicht mal geklaut, sondern zerstört. Das ist doch sinnbefreit." Es mache ihn traurig und wütend, "denn es ist viel Arbeit, das alles wieder herzurichten."

Jetzt die Notlampe. Die Tat ärgert Wiens besonders, denn hier gehe es auch um einen Sicherheitsaspekt: "Es handelt es sich um eine Beleuchtung für den Notfall, damit sich Besucher der Aula bei einer notwendigen Evakuierung im Dunkeln sicher retten können." Eine solche Gedankenlosigkeit könne er "gar nicht nachvollziehen", sagt Wiens. Die Fälle hätten in den vergangenen Jahren zwei bis drei Jahren zugenommen. Neben der Aula habe sich ein inoffizieller Treffpunkt für Jugendliche gebildet - ob dies mit den Taten in Verbindung stehe, sei bisher nur vermutbar.

Junge Menschen als mutmaßliche Täter im Visier

Tatsächlich hat auch der Bürgermeister in den meisten Fällen "junge Menschen" als mutmaßliche Täter im Visier. "Es sind Einzelne, die sich daneben benehmen", sagt er und warnt vor pauschalen Urteilen. Einen 13-jährigen Heikendorfer habe er in diesem Jahr selbst überführen können - der Jugendliche hatte bei "WhatsApp" ein Smartphone-Video hochgeladen, in dem zu sehen ist, wie er eine Glasscheibe an der Gemeindesporthalle am Schulredder eintritt. Die Sporthalle hat Peetz als weiteren Vandalismus-Schwerpunkt lokalisiert: Hier würden besonders häufig Glaselemente zertrümmert. Auch im Innenraum wurden Leichtbauwände zerstört. Die Vorfälle sorgten bei allen Sport-Sparten für Verunsicherung, gibt Peetz zu bedenken.

Über Bewegungsmelder und Video-Überwachung soll diskutiert werden

Ob eine Video-Überwachung helfen könne? "Angesichts der jährlich anfallenden Kosten sollten wir über solche Möglichkeiten nachdenken", findet Peetz. Auch Bewegungsmelder mit Lichtsignal halte er für sinnvoll. "Licht schreckt ab", so Peetz. Ab November wird in den verschiedenen Ausschüssen der Gemeindevertretung darüber diskutiert. "Die Amtsverwaltung soll ein Konzept vorlegen", wünscht sich der Bürgermeister.

Michael Spitz vom Amt Schrevenborn sieht Vandalismus-Fälle in allen drei Gemeinden des Amtes - Heikendorf, Mönkeberg und Schönkirchen - relativ gleichmäßig verteilt. Am Waldkindergarten in Mönkeberg etwa hatte es zuletzt massive Beschädigungen durch unbekannte Täter gegeben. Auch Spitz sagt: Die Schäden seien in den vergangenen Jahren mehr geworden. Die Verwaltung habe daher vor rund drei Jahren den Posten "Vandalismus" für die Haushaltsentwürfe eingeführt, um die Kosten klar zu machen. Vorher liefen Vandalismus-Schäden im Haushalt unter "Reparatur und Instandsetzung".

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In Heikendorf sind die Schäden durch Vandalismus in diesem Jahr überdurchschnittlich hoch, sagt Bürgermeister Tade Peetz.

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