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Plön Senioren statt Mutter und Kind
Lokales Plön Senioren statt Mutter und Kind
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15:07 10.12.2014
Von Hans-Jürgen Schekahn
Das frühere Mutter-Kind-Kurheim in Grebin könnte sich in ein Heim für Senioren verwandeln. Quelle: Orly Schekahn
Grebin

Erst am Dienstag unterzeichneten sie den Kaufvertrag bei einem Notar, nachdem es seit Wochen schon Gespräche mit der Gemeinde über die zukünftige Nutzung des Gebäudekomplexes gegeben hatte. Die Grebiner müssen zunächst den Flächennutzungsplan für das Gebiet ändern, was sechs Monate dauern könnte. In dem bestehenden Plan ist die Nutzung nämlich ausdrücklich auf ein Mutter-Kind-Kurheim begrenzt. Das Thema steht aber bereits auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung am Montag.

 Das Ehepaar Jark betrieb früher nach eigenen Angaben selbst vier Seniorenheime in Reinfeld und Henstedt-Ulzburg. Sie müssten sich also auskennen in der Branche. Zufällig seien sie auf das Angebot in Grebin gestoßen. Renate Jark: „Das Gebäude machte einen guten Eindruck.“ Im linken Trakt, der leer steht, planen sie zunächst den Bau von 20 barrierefreien Wohnungen. In den mittleren und rechten Gebäudeteil, in dem heute noch Soldaten der Marineunteroffizierschule untergebracht sind, soll ein Pflegeheim mit 45 Plätzen entstehen. Die Jarks schätzen, dass sie rund 2,5 Millionen Euro investieren müssen, um die Zimmer und Flure seniorengerecht umzubauen. Sie rechnen damit, dass etwa 40 neue Arbeitsplätze entstehen, von der Putzfrau über die Service- und Pflegekräfte bishin zur Heimleitung. Sie hoffen, das bis Ende kommenden Jahres zumindest der Teil mit den betreuten Wohnungen schon in Betrieb gehen kann. Wann die Bundeswehr auszieht, stehe noch nicht fest.

 Als „sehr angenehm“ bezeichneten sie die Kontakte zur Gemeinde Grebin und der Verwaltung. Man sei dort sehr entgegenkommend. Kritisch sehen sie allerdings die Verzögerungen durch die Änderung des Flächennutzungsplanes. Vorher waren in dem Gebäude Menschen untergebracht, in Zukunft solle es ebenso genutzt werden. Nur das Alter ändere sich.

 Renate und Peter Jark geben sich „positiv gestimmt“, was den zukünftigen Betrieb einer Senioreneinrichtung in Grebin betrifft. Sorgen bereitet ihnen einzig, dass sie vielleicht nicht genügend Fachkräfte in der Region finden könnten.

 Das Gebäude aus dem Jahr 1994 gehörte früher der Evangelischen Müttergenesung Pfalz, die allerdings 2002 Insolvenz anmeldete. Nach Jahren des Leerstands rückten 2010 Marinesoldaten aus Plön in Grebin ein. Der zeitlich befristete Umzug wurde notwendig, weil in der Kaserne Ruhleben Mannschaftsunterkünfte saniert werden.