Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Plön Auch die Mühle steht zum Verkauf
Lokales Plön Auch die Mühle steht zum Verkauf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:10 24.03.2015
Von Hans-Jürgen Schekahn
Die Gemeinde Grebin will sich überraschend vom Wahrzeichen des Ortes trennen. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Grebin

Uwe Kahl von der Wählergemeinschaft glaubt fest daran, für alles einen Kaufpreis von einer Million Euro erlösen zu können. „Das ist der geilste Ort Schleswig-Holsteins“, schwärmte Kahl seinen Kollegen über den Mühlenberg vor, so als ob ihnen der Aussichtspunkt fremd wäre. Dieser Platz habe schließlich einen Wert.

 Die Idee, die Mühle zu verkaufen, ist nicht neu. Bislang gab es dafür aber keine Mehrheiten in der Vertretung. Kahl ist sich sicher, dass es Leute mit viel Geld gibt, die ihr Vermögen auch in die Grebiner Mühle stecken wollen, zum Beispiel um das historische Mahlwerk wieder aufzubauen. Die Gemeinde solle sich von der gesamten Immobilie trennen. Kahl: „Wir haben andere Aufgaben, als auf dem Mühlenberg herumzuturnen.“ Das Vorgehen der Gemeinde seit dem Kauf des Mühlencafés vor zwei Jahren nannte er „peinlich“.

 Unterstützung erhielt er von Klaus Pentzlin (Einzelbewerber). Die Gemeinde Grebin sei nicht dafür da, Denkmalpflege zu betreiben und in Geschichte zu versinken. Das sei zu teuer. Er habe es in seinem Leben bereits drei Mal erlebt, dass die Mühle renoviert werden musste. Bei einem Verkauf bleibe das Wahrzeichen des Dorfes erhalten und werde natürlich nicht abgerissen, beruhigte er.

 Josef Großfeld (SPD) schüttelte über den Kaufpreis und die Bedingungen den Kopf. „Du willst eine Million Euro haben und dem Käufer gleich Vorschriften machen?“ Großfeld gab sich frustriert über die Ereignisse der vergangenen zwei Jahre, in denen es der Gemeinde nicht gelungen war, wieder Leben auf den Mühlenberg zu bringen. Die Entwicklung des Mühlenareals in gemeindlicher Verantwortung sieht er gescheitert. „Das ist alles für die Katz gewesen.“

 Zweifel meldete Joachim Burgemeister (CDU) an. Man wisse nicht, ob der Verkauf der Mühle eine Chance sei. Möglicherweise verprelle man damit den Investor aus Grebin, der das Mühlencafé erwerben, renovieren und wieder eröffnen wolle.

 Alle Skeptiker stimmten am Ende dennoch dem Vorschlag Kahls zu, es auch mit dem Verkauf der Mühle zu versuchen. Zu groß ist bei ihnen offenbar die Enttäuschung über die Fehlschläge und Erwartungen, die sich in der Vergangenheit nicht erfüllt hatten. Die Gemeinde schaffte es mit dem Kauf des Mühlencafés vor zwei Jahren sogar in das Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes. Zuletzt scheiterten Pläne, einen Rosenpark auf dem Hügel anzulegen.

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!