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Plön 200 Einsatzkräfte üben für den Ernstfall
Lokales Plön 200 Einsatzkräfte üben für den Ernstfall
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17:00 15.09.2019
Von Anne Gothsch
Die Einsatzkräfte in den Chemikalien-Schutz-Anzügen müssen nach der Lagesondierung durch die Dekontaminations-Schleuse. Quelle: Anne Gothsch
Nehmten

Die simulierte Lage: Auf der Biogasanlage des Gutes hatte es mehrere Explosionen gegeben, Rauchschwaden mit gefährlichen Gasen breiteten sich aus. Im Pumpenhaus lag ein Arbeiter bewusstlos am Boden, Ursache unklar. Daneben war ein Behälter mit Aktivkohle umgefallen, die sich in Verbindung mit Sauerstoff selbst entzündet und giftige Schwefeldämpfe freisetzt. Einige Meter weiter ein Unfall mit einem zweiten Arbeiter, der unter das riesige Rad eines Treckers geraten und dort eingeklemmt war. Durch Funkenflug nach den Explosionen hatte sich zudem eine Waldfläche entzündet, Bäume waren umgestürzt und eine Person wurde vermisst.

Gefahr durch giftige Chemikalien?

Große Schadenslage, entsprechend groß das Aufgebot. Blaulichter und rote Fahrzeuge so weit das Auge reichte. An der Spitze die 35 Einsatzkräfte des Löschzuges Gefahrgut des Kreises Plön (LZG), die zunächst die Gefahr durch giftige Chemikalien abklären müssen, bevor andere Rettungskräfte das Gelände betreten dürfen. „Die Sicherung der eigenen Leute hat stets oberste Priorität“, erklärt Timo Kahnert, Leiter des LZG. Zunächst soll ein dreiköpfiger Erkundungstrupp die Lage sondieren, ausgerüstet mit Chemikalien-Schutz-Anzügen (CSA) und Messgeräten.

Es dauert eine Weile, bis die Einsatzkräfte die gelben Schutzanzüge angezogen und das Atemschutzgerät angelegt haben. In ihrer Montur ähneln sie ein wenig Astronauten auf einer Mondmission und leisten dabei Schwerstarbeit. Denn der Schutzanzug wiegt zwischen 25 und 30 Kilogramm, allein das Atemschutzgerät etwa 17 Kilogramm.
Die drei untersuchen jeden Winkel und bergen zunächst den Verletzten - eine Puppe - aus dem Pumpenhaus. Sie messen die Schadstoffbelastung der Luft, identifizieren die einzelnen Chemikalien in den herumstehenden Behältern. Per Funk melden sie die Erkenntnisse der Einsatzleitung.
Vor der Absperrung haben ihre Kollegen inzwischen eine Dekontaminations-Schleuse aufgebaut. Darin werden die Schutzanzüge nach dem Einsatz penibel gereinigt, bevor sie abgelegt werden können. „Das ist enorm wichtig, um eine Kontaminations-Verschleppung zu vermeiden, die für Mensch und Umwelt schlimme Folgen haben könnte“, so Kahnert.

Bergung gelingt erst im zweiten Anlauf

Zumindest Atemschutzgeräteträger dürfen jetzt aufs Gelände, um die unter dem Trecker eingeklemmte Person, ebenfalls eine Puppe, zu bergen. Das dauert ziemlich lange und gelingt erst im zweiten Anlauf mithilfe des sogenannten hydraulischen Stempels.

Im nahen Waldstück ist die 8. Feuerwehrbereitschaft dabei, mehrere mit Nebelkerzen simulierte Brandnester zu löschen. Dazu musste die Truppe mit Aktiven aus Ascheberg, Honigsee, Lebrade, Plön, Selent und Stolpe gemeinsam mit dem THW Preetz eine rund 1500 Meter lange Schlauchleitung inklusive einer Schlauchbrücke über eine Straße legen.

Um die vermisste Person zu finden, kam auch eine Drohne der Feuerwehr Lütjenburg zum Einsatz. Als diese jedoch von zwei Seeadlern attackiert wurde, wurde das Flugmanöver zunächst unterbrochen. „Alles in allem ist die Übung gut gelaufen und das Zusammenspiel der verschiedenen Einsatzkräfte hat gut funktioniert, trotz der Kommunikationsprobleme aufgrund des schwachen Funknetzes“, zeigte sich Übungsleiter Andreas Mösch am Ende zufrieden.

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