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Plön Aufsatz mit einem Bundespreis belohnt
Lokales Plön Aufsatz mit einem Bundespreis belohnt
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18:00 14.05.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Franziska Stanke (links) und Anne Schwannecke gehören zu dem Trio, das mit seiner Geschichte über Wahlsabotage einen Bundespreis im Europäischen Wettbewerb gewann. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
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Lütjenburg

Die drei Schülerinnen aus Lütjenburg und Panker besuchen den elften Jahrgang des Gymnasiums. Die Schule beteiligt sich traditionell an vielen Wettbewerben und ist dabei immer wieder erfolgreich. 

Die drei 17-Jährigen wählten eine selbstgeschriebene Geschichte als Wettbewerbsbeitrag aus. Franziska Stanke: „Wir wollten etwas anderes machen und keinen Sachtext. Wir wollten etwas schreiben, was auch wirklich so passieren kann.“

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Die Geschichte von Josefine Kraut

Die Geschichte, die die drei Hobbyliteraten in einer Woche niedergeschrieben haben: Die deutsche Politikerin Josefine Kraut von der Partei „Die Gelben“ möchte ins Europaparlament einziehen. Während des Wahlkampfes setzen ihre politischen Gegner ein Foto in die sozialen Medien, das eine ihr ähnliche Frau auf einer Demonstration zeigt. Sie hält ein Plakat mit einem rassistischen Spruch hoch. Für die politischen Mitbewerber ist klar: Das ist Josefine Kraut. Ihr Dementi nützt nichts. Auch dass ihre Partei und sie sich immer gegen Rassismus engagiert haben, geht in der politischen Hetze im Internet unter. Am Ende scheitert Kraut bei der Europawahl. Immerhin: Sie kann ihre Partei dazu bewegen, sich mit Fake News und Wahlsabotage im Internet zu befassen. 

Lehrer machte Mut

Die Idee für ihre Geschichte kam erst beim Schreiben. Der Text entstand nicht gemeinsam, sondern jede der drei schrieb einen Teil eigenständig für sich. „Sehr motiviert“ sei man an die Arbeit gegangen. Dennoch habe man anfangs Zweifel gehabt, die Arbeit einzureichen. Der Lehrer für Wirtschaft und Politik, Torsten Johanßon, habe sie aber dazu motiviert. Er war es auch, der ihnen ein paar Tipps gegeben hatte. 

Jüngeren Schüler lehnen Facebook ab

Und wie sieht der eigene Umgang der Mädchen in den sozialen Netzwerken aus? Die Schülerinnen selbst nutzen im Internet vor allem Instagram und Whatsapp. Instagram für die Fotos, Whatsapp für die Texte. Facebook-Chef Mark Zuckerberg würde allerdings einen Schock erleiden, wenn er die jungen Lütjenburgerinnen reden hörte. „Bei Facebook schaue ich nicht mehr rein“, sagt Franziska Stanke, die zwar noch ein eigenes Profil hat, ihn aber nicht mehr nutzt. Anne Schwannecke ist überhaupt nicht bei Facebook vertreten. Ein Trend, dem in der Klasse wohl viele Folgen. Sie kenne eigentlich nur ältere Schüler, die sich auf Facebook austauschen.

Nachrichten im Internet kritisch hinterfragen

Auf die Nachrichten und Internetauftritte schauen die Mädchen kritisch. Sie sind selbst schon oft Fake News begegnet. Anne Schwannecke warnt davor, leichtgläubig zu sein und beispielsweise Botschaften zu vertrauen, die von angeblichen „Gutachten“ sprechen, aber keine weiteren Quellenangaben machen.

Hoffen auf eine Reise nach Straßburg

Die Lütjenburgerinnen gewannen mit ihrem Aufsatz den Bundespreis in der Kategorie „Social Media“. Die Auszeichnung ist verbunden mit einer Städtereise. Die drei Gymnasiastinnen hoffen, nach Straßburg, dem Sitz des EU-Parlaments, fahren zu dürfen.

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