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Plön Schüler zeigen Interesse am Klimaschutz
Lokales Plön Schüler zeigen Interesse am Klimaschutz
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17:44 26.08.2019
Von Frida Kammerer
Anna Grunzel (18) organisiert am Gymnasium Schloss Plön die Fridays for future-Proteste und fährt lieber Fahrrad statt Bus, um das Klima zu schonen. Quelle: Frida Kammerer
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Plön

Die Ferien sind vorbei, und mit der Schulzeit gehen auch die "Fridays for future"-Proteste in Plön wieder los. Schülerin Anna Grunzel bereitet schon die nächste Demo vor. Am 20. September sollen wieder möglichst viele Schüler dem Unterricht fernbleiben und sich vor dem Rathaus einfinden, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Zuletzt haben 14 Mitschüler die 18-Jährige begleitet.

Stiftung Multivision zeigt Schülern in ganz Deutschland die Zukunft

Die Bildungsveranstaltung "Energievision 2050 – Unser Klima. Meine Energie. Deine Zukunft" der Stiftung Multivision, die am Montag am Gymnasium Schloss Plön einen Stopp eingelegt hat, hält Grunzel für eine gute Idee, das Thema schulisch aufzufangen: "Solche Tage sind hilfreich, um das Bewusstsein zu schärfen." Die dort aufgezeigten Ideen, wie eine neue Methode, um Solar- und Windenergie zu speichern, seien zwar toll, aber Grunzel selbst noch nicht weit genug gedacht: "Was wird denn aus dieser neuen Batterieart? Das ist doch auch wieder Sondermüll."

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Kreis Plön engagiert sich ebenfalls im Klimaschutz

Auch die Politik hat den Wert dieser Veranstaltung und den Stellenwert des Thema "Klima" bei Jugendlichen erkannt. Landrätin Stefanie Ladwig begrüßte die Oberstufenschüler zur Diskussion: "Und es geht nicht mehr um eine ferne Zukunft. Es geht um nichts weniger als um die irreversible Zerstörung der Umwelt in unserem Leben." Sie zählte die Maßnahmen auf, die der Kreis Plön bereits unternommen habe, um CO2 zu reduzieren: Der Kreis ist einem europaweiten Klimabündnis beigetreten mit der Selbstverpflichtung, alle fünf Jahre zehn Prozent CO2 zu reduzieren. Seit vier Jahren werden alle kreiseigenen Gebäude energetisch saniert, um den Energieverbrauch zu überwachen und so Strom und Wärme zu sparen sowie CO2 zu reduzieren.

Ina Steude, die Klimaschutzmanagerin der kreiseigenen Liegenschaften, hat sich ebenfalls den Fragen der Schüler gestellt. Gebäude, die neu errichtet werden, wie der neue Anbau des Gymnasiums Schloss Plön, würden so gebaut, dass die Häuser später Energie sparen, dass sie gut zu pflegen und leicht zu recyceln seien. Von LED-Lampen bis zu Kopierern, die automatisch doppelseitig drucken, werde am Gymnasium viel unternommen, um die Umwelt zu schonen. Durch den neuen Standort würde außerdem eine große Freifläche entstehen. Wenn später  mit Fernwärme geheizt werde - umso besser. "Momentan ist der Wärmeverlust so hoch, wie der Verbrauch eines ganzen Verwaltungsgebäudes", erklärt die Klimaschutzmanagerin. Je mehr Gebäude - ob privat oder staatliche - ans Fernwärmenetz angeschlossen sind, umso weniger Energie geht verloren.

Auch die Lehrer nehmen die Bedenken der Schüler ernst: "Wir sehen das als sehr wichtiges Thema für die Schüler", erklärt Katrin Grimm, Koordinatorin für schulfachliche Aufgaben. Die Schule würde zurzeit an einem neuen Abfallkonzept arbeiten und sich am Stadtradeln beteiligen.

Mehr Engagement von Schülern und Erwachsenen gefordert

"Fridays for future"-Organisatorin Grunzel wünscht sich noch mehr Engagement: "Die Erwachsenen sollen auf den Rat der Kinder hören. Sie können weniger Fleisch essen, Putzmittel mit weniger Chemikalien kaufen, bei Kleidung darauf achten, dass sie kein Plastik enthält", schlägt die Abiturientin vor. Von der Politik fordert sie, den Klimanotstand in Plön auszurufen.

Bei ihren Mitschülern sieht die 18-Jährige schon deutliche Veränderungen: Manche würden sich bei ihr erkundigen, wie das mit dem veganen Leben so funktioniere und würden es selbst ausprobieren. Andere überlegen sich statt nach Neuseeland oder in die USA für ein Auslandsjahr zu fliegen, lieber ein Au-Pair-Jahr in einem europäischem Land zu machen, um bei der Reise CO2 zu sparen. Grunzel selbst will mit einem Trip ans andere Ende der Welt warten, bis es eine klimafreundlichere Lösung gibt.

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