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Plön Hafen Möltenort: Fischer kritisieren Erweiterung
Lokales Plön Hafen Möltenort: Fischer kritisieren Erweiterung
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21:00 24.05.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Hafen Möltenort: Fischer in Sorge wegen Erweiterung. Fischer Björn Fischer (51) befürchtet, dass er nach der geplanten Neugestaltung des Möltenorter Hafens nicht mehr genügend Platz zum Manövrieren mit seinem 14 Meter langen Kutter hat. Quelle: Nadine Schättler
Heikendorf

Ein Großprojekt nimmt Fahrt auf: Die Sanierung und Neugestaltung des Möltenorter Jacht- und Fischereihafens steht an. Die Planung für die kommenden Jahre läuft. Es geht um ein siebenstelliges Investitionsvolumen – welche Zahl dabei schlussendlich vorn steht, kann und will Hafenchef Tim Lüdemann, Geschäftsführer der Gemeindewerke, noch nicht sagen.

Über den derzeitigen Planungsstand der Sanierung des Hafen Möltenort hat Lüdemann in der Gemeindevertretung berichtet. Fest steht schon eines: Der Hafen Möltenort wird sein Gesicht verändern.

Hafen Möltenort: Hauptsächlich vom Umbau betroffen ist aber der Fischereihafen

Im Jachthafen stehen Erneuerungen, etwa des Südsteges, mit Kosten im mittleren sechsstelligen Bereich an. Sie sollen im Herbst 2019 beginnen. Hauptsächlich vom Umbau betroffen ist aber der Fischereihafen. Nach einer Bestandsaufnahme, an der auch Taucher mitwirkten, war deutlich geworden, dass ein großes Maßnahmenpaket geschnürt werden muss. Etwa werden die beiden großen Brücken im Fischereihafen, darunter die Tankerbrücke, durch einen Schwimmsteg ersetzt. Das wird nötig, da die Brücken marode sind und „ansonsten eine Sperrung droht“, so Lüdemann.

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Im Hafen Möltenort gibt es aktuell rund 100 Liegeplätze. Nach dem Umbau soll die Wasserfläche mehr ausgenutzt werden, um die Liegefläche zu vergrößern. „Wir wollen auf 150 Liegeplätze kommen“, erklärt er. Grund: Der Hafen Möltenort soll mehr Geld einbringen. „Wir sind sehr im Minus“, konstatiert Lüdemann und meint damit einen Millionenbetrag.

Hafen Möltenort: Fischer sind in Sorge

Das Restaurantschiff „Rimo“ soll im Hafen Möltenort bleiben und könnte einen neuen Liegeplatz an der Nordmole bekommen. Die Sanierung soll voraussichtlich in zwei Bauabschnitten erfolgen und 2020 beginnen. Gemeinsam mit den Planungsingenieuren habe er in verschiedene Umbau-Varianten bereits „sehr viele Überlegungen hineingesteckt“.

Trotzdem gibt es Kritik. Der 51-jährige Berufsfischer Björn Fischer etwa sorgt sich, dass er künftig nicht mehr genug Platz zum Manövrieren mit seinem 14 Meter langen Kutter im Hafen Möltenort haben könnte. Denn die Anlegestelle, an der er und weitere Kollegen mit ihren Booten festmachen, könnte zu sehr verkürzt werden, befürchtet er. Er kritisiert auch die geplante Erhöhung der Liegeplätze im Hafen Möltenort. „Diese Ecke des Hafens wird ziemlich eng werden. Bei schlechtem Wetter besteht die Gefahr, dass wir nicht unbeschadet aus dem Hafen kommen“, meint Fischer. Ein Fischkutter sei nicht so manövrierfähig wie ein Segelboot.

Hafenchef will Wogen im Hafen Möltenort glätten

Zudem vermutet er, dass es künftig keinen Platz mehr für Tageslieger wie den Traditionssegler „Nordstjernen“ geben könnte. „Wir hoffen, dass die Heikendorfer erkennen, dass der Fischereihafen mit seinem Charakter und seiner historischen Bedeutung ein wichtiger Bestandteil der Gemeinde ist“, lautet sein Appell.

Lüdemann möchte die Fischer mit ins Boot holen. Der Hafenchef will die Wogen glätten: „Ich verstehe die Aufregung nicht. Wir haben bereits viele Hafenlieger beteiligt und auf die Kritik reagiert. Das zeigen die vielen verschiedenen Planungsvarianten, die wir durchgespielt haben.“ Für konstruktive Hinweise stehe er nach Absprache immer zur Verfügung. Heikendorfs Bürgermeister Tade Peetz unterstreicht: „Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, Anregungen der Betroffenen aufnehmen zu müssen – aber wir machen es trotzdem, weil es uns wichtig ist.“

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