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Plön 32 Holzschnitte für das Künstlermuseum
Lokales Plön 32 Holzschnitte für das Künstlermuseum
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18:04 20.08.2019
Von Nadine Schättler
Bunt und vielfältig sind die farbigen Holzschnitte, die (von links) Daniela Wehrberg, Hermann Marquort, Helene Hermanns und Sabine Behrens sichten. Quelle: Nadine Schättler
Heikendorf

Krabbenkutter, Küstenlandschaften, ein verendeter Vogel nach einer Ölkatastrophe. Die Arbeiten von Gerhard Hermanns (1935-2015) sind für Westküstenmotive ungewohnt farbig. Mitunter hat der gebürtige Rheinländer mehr als ein halbes Dutzend Farben und die gleiche Anzahl an Druckstöcken für seine Werke benutzt, die aus unterschiedlichen Zyklen stammen, aber fast immer das gleiche Thema haben: die Westküstenlandschaft.

In Dithmarschen hat der ausgebildete Grafiker die letzten Jahrzehnte seine Wahlheimat gehabt, nachdem er sich 1964 bei einem Ferienaufenthalt auf der nordfriesischen Insel Pellworm erstmals in die Küsten- und Geestlandschaft Schleswig-Holsteins verliebte. Aus der Liebe wurde ein Lebenswerk, das seine Ehefrau Helene Hermanns (83) nach seinem Tod 2015 in ein Werkverzeichnis fasste.

Drei Jahre lang hat sie mit Hilfe des Fotografen- und Designer-Ehepaares Daniela und Wolfgang Wehrmeier aus Dithmarschen mehr als 500 Werke ihres Mannes gesichtet, abfotografiert und katalogisiert. Am Ende war ihr klar, dass sie nicht alle behalten kann. „Ich werde nur wenige für mich aufbewahren“, so Helene Hermanns.

Die Chemie stimmte auf Anhieb

Das Künstlermuseum in Heikendorf schien ihr und den Wehrmeiers die richtige Adresse für eine Schenkung von Holzschnitten zu sein, nachdem dort bereits kurz nach dem Tod Gerhard Hermanns eine gemeinsame Ausstellung mit Fotografien des Wehrmeier-Ehepaares gezeigt wurde. „Die Natur und wie sie sich verwandelt, das waren unsere Themen, die gut in dieses Haus mit dem wunderschönen Garten passten“, erzählt Daniel Wehrmeier. Die Chemie zwischen Künstlern und Museumsverantwortlichen stimmte auf Anhieb. Die Frage nach einer Schenkung war daher mit dem fertigen Werkverzeichnis schnell beantwortet.

„Wir freuen uns natürlich sehr, dass die Holzschnitte von Gerhard Hermanns unsere Grafik und den Schwerpunkt Westküste erweitern“, erklärte Museumsleiterin Sabine Behrens bei der offiziellen Unterzeichnung im Künstlermuseum. Auch der 1963 in Heikendorf verstorbene Künstler Heinrich Blunck habe viele Jahre an der Westküste gelebt und Grafiken geschaffen. „In seinem Werk ist die Westküste ganz bedeutend.“ Farbige Holzschnitte umfasst das Heikendorfer Archiv zudem von Oscar Droege, der Mitglied der Künstlerkolonie Heikendorf war. Bei der Auswahl der 32 Werke aus dem Nachlass von Gerhard Hermanns hat die Museumsleiterin auf Vielfalt Wert gelegt. „Es war uns wichtig zu zeigen, wie Hermanns mit seinen Holzschnitten vorgegangen ist.“ Im Gegensatz zu Droege beispielsweise habe er die Struktur und Holzmaserungen des verwendeten Materials in seine Werke aktiv eingearbeitet.

Der erste Holzschnitt von Gerhard Hermanns entstand 1968

Von den Druckstöcken Hermanns sind übrigens nicht mehr viele übrig, wie seine Frau Helene bei einer Sichtung im Künstlermuseum verriet. Der Künstler arbeitete seit seinem ersten Holzschnitt 1968 mit sogenannten verlorenen Platten. Eine Technik, bei der die geschnittene Platte nach jedem Druck immer weiter bearbeitet wird. Der Wert von Gerhard Hermanns Arbeiten, die jetzt in den Besitz des Künstlermuseums übergegangen sind, umfasst etwa 17.000 Euro. Vorerst sollen die Holzschnitte jedoch nicht präsentiert werden. „Aber sie stehen uns zur Verfügung, und wir wollen damit arbeiten“, so Behrens.

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