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Plön Bauausschuss für Baustopp in Möltenort
Lokales Plön Bauausschuss für Baustopp in Möltenort
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22:38 05.06.2018
Von Merle Schaack
Stellvertretend für die Anwohner-Initiative zeigten sich Klaus Dahmke (v.li.), Andrea Cederquist und Ulrike Schulz erleichtert über die Entscheidung des Bauausschusses. Quelle: Merle Schaack
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Heikendorf

Weil es in dem Gebiet nordöstlich des Möltenorter Weges bisher keinen Bebauungsplan gibt, der die Dimensionen von geplanten Neubauten verbindlich regelt, greift derzeit bei Bauvorhaben §34 des Baugesetzbuches. Er besagt lediglich, dass ein Gebäude sich in die nähere Umgebung einfügen muss. Eine Formulierung, die Konfliktpotenzial birgt. In Möltenort dienen deshalb auch große, alte Villen als Referenzobjekte für die Dimensionen von Neubauten. 

Bürger liefen Sturm gegen „Verklotzung“

Zuletzt war in zweiter Reihe zum Möltenorter Weg ein Mehrfamilienhaus in moderner Bauweise entstanden, das in den Augen einiger Anwohner zur „Verklotzung des Ortsbildes“ beiträgt. Weil derselbe Investor auf einem Nachbargrundstück Ähnliches plante, wendeten sie sich mit einer Initiative gegen dieses Vorhaben. Zunächst hatte die Gemeinde sich unter anderem wegen der Kosten gegen eine Überplanung des Bestandes in Möltenort ausgesprochen. Der Bauausschuss wies die zweite Bauvoranfrage des Investors allerdings zurück. 

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Doch auch in der Straße Am kolen Born gibt es eine Bauvoranfrage, an deren Ende ein Gebäude in Dimensionen stehen könnte, die Bürger und Politiker ablehnen. 

Zunehmende Ausnutzung der Grundstücke erwartet

„Angesichts der Lagegunst ist zukünftig eine zunehmende Ausnutzung der Grundstücke zu erwarten“, heißt es in der Vorlage, die der Bauausschuss gestern einstimmig beschloss.

Deshalb soll nun ein Bebauungsplan aufgestellt werden, in dem unter anderem genau festgesetzt wird, wie hoch First- und Gebäude künftig sein dürfen, wie viele Wohneinheiten sie beinhalten können und bis zu welchem Grad Boden versiegelt werden darf. 

Veränderungssperre in Planung

Die Einzelheiten wird der künftige Bauausschuss diskutieren und im Dialog mit den Bürgern erarbeiten, kündigte Pohl an. Das Vorhaben dürfte die Gemeinde nach ersten Schätzungen der Verwaltung mindestens 70000 Euro kosten.

Bis der Bebauungsplan aufgestellt ist und greift, soll eine Veränderungssperre für den Bereich erlassen werden.

Wenn die Gemeindevertretung dem in ihrer konstituierenden Sitzung am kommenden Dienstag zustimmt, dürfte in den kommenden zwei Jahren im betreffenden Gebiet nicht gebaut oder bauliche Veränderungen durchgeführt werden, die nicht im Einklang mit den Zielen des Bebauungsplans stehen. 

Anja Rüstmann 05.06.2018
Anja Rüstmann 05.06.2018
Hans-Jürgen Schekahn 04.06.2018
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