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Plön Sonnencreme bringt Schülern den 1. Preis
Lokales Plön Sonnencreme bringt Schülern den 1. Preis
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18:00 26.03.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Beim Landeswettbewerb „Schüler experimentieren“ haben Marleen, Ammi und Jasper (v.l.) von der Heikendorfer Heinrich-Heine-Schule den 1. Preis abgeräumt. Quelle: Sibylle Haberstumpf
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Heikendorf

Projektbetreuer Wilfried Wentorf ist stolz auf seine Schüler: „Sie haben sich ganz mutig im November beworben und dann zwei bis drei Monate intensiv gearbeitet.“ Der 36-Jährige Bio- und Chemielehrer unterrichtet vier Stunden pro Woche das Fach Planspiel Wissenschaft im achten Jahrgang. 

Interdisziplinäres Projekt

„Schützende und pflegende Sonnencreme – Carotinoide als Sonnenschutzmittel“, so lautet der vollständige Titel des Sieger-Projekts. Carotinoide sind natürliche Pflanzenfarbstoffe, die gegen die UV-Strahlung wirken. Klar: Der knallheiße Sommer 2018 und die vielen Sonnenbrände haben das Schüler-Interesse für Sonnencreme geweckt. Weil die Arbeit so interdisziplinär ist und neben Physik, Chemie und Biologie auch die Materialtechnik einbezieht, konnte das Thema dem Fachgebiet Arbeitswelt zugeordnet werden. „Die Jury war sehr begeistert. Trotzdem hätten wir nicht damit gerechnet, dass wir gewinnen“, erzählt Jasper, der vielleicht mal Ingenieur werden will.

Wie viel UV-Strahlung lassen Sonnencremes durch?

Wie ist das Team vorgegangen? „Wir haben gemessen, wie viel UV-Strahlung verschiedene Sonnencremes durchlassen und woran das liegen könnte“, sagt Marleen. Eine eigene, schmierfähige Sonnencreme hat das kreative Trio zu Testzwecken auch gemixt. Shea-Butter, Kokosöl, Sesamöl oder Kakaobutter-Chips kamen dabei zum Einsatz. Endlose Messreihen haben sie aufgestellt, sich mit Mittelwerten und Standardabweichungen beschäftigt, mit Petri-Schalen und UV-Lampen getestet – fast wie Profis.

Prozesse des Forschens

"Schüler experimentieren" ist die Juniorensparte des bundesweiten Nachwuchswettbewerbes „Jugend forscht“, der besondere Leistungen in Naturwissenschaften, Mathematik und Technik fördert. Schüler bis 14 Jahre können mitmachen, der Landesentscheid in Kiel ist gleichzeitig das Finale. „Jugend forscht hat noch eine andere wissenschaftliche Tiefe“, erklärt Wentorf. „Bei Schüler experimentieren geht es mehr um den Prozess des Forschens und darum, Methoden richtig zu verwenden – es muss nicht das perfekte Produkt herauskommen.“ Marleen, Ammi und Jasper wollen dabei bleiben – nächstes Jahr starten sie mit anderen Themen bei „Jugend forscht“.

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