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Plön Bürger wollen Windkraft
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11:25 22.02.2020
Von Nadine Schättler
Diese landwirtschaftlich genutzte Fläche vor dem Wald Schüttbrehm soll nach dem Willen der Landesplanung als Standort für Windenergie dienen. Quelle: Nadine Schättler
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Heikendorf

Die von der Landesplanung ausgewiesene Fläche ist rund 20 Hektar groß und befindet sich auf einem Acker des Gutes Schrevenborn hinter der Straße Lehmkamp. Am kommenden Montag, 24. Februar, wird der Heikendorfer Bau- und Umweltausschuss ab 19 Uhr im Ratssaal über die Abgabe einer Stellungnahme beraten.

In der öffentlichen Beschlussvorlage empfiehlt die Verwaltung, sich der Kritik des Kreises Plön anzuschließen. Der hatte sich bereits negativ über mögliche Auswirkungen auf Wirtschaft und Tourismus sowie die Wohnraumentwicklung im Kreisgebiet geäußert. Auch in Heikendorf gibt es „Bedenken aus Sicht der orts- und regionalen Entwicklung und des Schutzes von Umwelt und Natur“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Die Verwaltung spricht von einer „bemerkenswert kleinen Fläche“, die vor dem Waldgebiet Schüttbrehm ausgewiesen werde. Dadurch ergebe sich „eine unverhältnismäßige Wirkung in Form von Raumkonkurrenz gegenüber anderen wichtigen Raumfunktionen“.

Sorge der Verwaltung um Landschaftsbild und Artenschutz

Das landwirtschaftlich geprägte Gebiet rund um den Lehmkamp und den angrenzenden Wald wird regelmäßig von Spaziergängern aus Heikendorf und Ausflüglern aufgesucht. Außerdem stehen nicht weit entfernt von der potenziellen Windenergie-Fläche Wohnhäuser, die zum Gut Schrevenborn gehören. Der Vorwurf der Verwaltung: Die Landesplanung berücksichtige „nicht angemessen die Bedeutung des betroffenen Raums für die Bereitstellung von Wohnbauflächen und freiflächenbezogener Erholung für den regionalen Bedarf der Landeshauptstadt Kiel und des östlichen Förderaums“. Sprich: Spaziergänger und (zukünftige) Anwohner wollen in Schrevenborn keine Windräder vor der Nase haben. Meint die Verwaltung. Sie fürchtet um das Landschaftsbild sowie um den Artenschutz.

Bürgerinitiative pocht auf mehr Entgegenkommen in der Heikendorfer Politik

Die Mitglieder vom Aktionsforum für Nachhaltigkeit in Heikendorf sehen das anders. „Wir sind der Meinung, dass die großen Vorteile der Windenergie für den Klimaschutz die Nachteile meist überwiegen“, sagt Jutta Briel vom Aktionsforum. Die Bürgerinitiative pocht auf mehr Entgegenkommen in der Heikendorfer Politik. „Kompromisse gegebenenfalls auch vor der eigenen Haustür halten wir für gerechtfertigt.“ In Sachen Naturschutz verweisen sie auf den Kriterienkatalog der Landesplanung, der Aspekte des Artenschutzes und der landschaftlichen Gestaltung bereits berücksichtige. Auch die Grünen in Heikendorf unterstützen den jüngsten Entwurf der Landesplanung mit der Vorrangfläche im Amtsgebiet: „Wir fühlen uns verpflichtet, zum Thema erneuerbare Energien etwas beizutragen“, erklärt Sigrid Moser, bürgerliches Mitglied der Grünen im Bau- und Umweltausschuss.

20 Hektar große Fläche bietet Platz für zwei Windräder

Schrevenborns Gutsbesitzer Fred Hagedorn wohnt nicht weit von der auf seinem Land ausgewiesenen Fläche und ist bereit, sie für den Betrieb von Windrädern zur Verfügung zu stellen. „Meine Mieter und ich sind die ersten, die zu leiden haben“, meint er. Doch man müsse etwas tun, so Hagedorn, wenn Kernkraft und Kohle keine Zukunft haben. Zwei Windräder könnten vor dem Wald stehen, auf den ein Großteil des Lichtschlags und der Geräuschemissionen fiele. „Wichtig ist, dass es verträglich bleibt.“ Die Nachfrage von Firmen ist nach Auskunft des Gutsbesitzers groß. „Die rennen mir alle die Bude ein“, so Hagedorn.

Der Bau- und Umweltausschuss will am Montag final eine Stellungnahme formulieren. Sie muss im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung bis zum 13. März beim Land eingereicht werden. Das Aktionsforum für Nachhaltigkeit in Heikendorf schließt nicht aus, eine eigene Stellungnahme mit einer „grundsätzlich wohlwollenden Haltung“ zum Landesentwicklungsplan abzugeben.

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