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Plön Ein Bollwerk gegen das Hochwasser
Lokales Plön Ein Bollwerk gegen das Hochwasser
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11:33 26.11.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Die Felsbrocken, die in Möltenort verbaut werden, hat die Gemeinde Schönkirchen zur Verfügung gestellt. Sie sollen dem Wellenangriff künftiger Sturmfluten standhalten. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Heikendorf

1000 Tonnen dicke Brocken – sie sollen das Fördeufer sicherer machen. Auf die Steine hat Heikendorfs Bürgermeister Tade Peetz (CDU) sehnlich gewartet. Eigentlich schon seit Januar, als ihm zwei schwere Stürme die gemeindeeigene Steilküste anknabberten. Die bis zu 1,5 Tonnen schweren Findlinge werden zurzeit am Campingplatz von Möltenort mit einem Kran durch die Luft gehievt und an der Steilküste auf einem Abschnitt von 160 Metern verschüttet. Sie stammen von der Nachbargemeinde Schönkirchen. „Die kommunale Familie hilft sich untereinander, das ist super“, betont Peetz. Der Campingplatz liegt direkt an der Wasserkante. 

Felsbrocken werden pyramidenartig aufgetragen

Rückblick in den Januar 2019: Zwei schwere Stürme richteten kurz hintereinander große Schäden entlang der Ostseeküste an. In Heikendorf wurde tonnenweise Sandstrand weggespült, dazu kamen die Schäden an der Uferbefestigung am Campingplatz. Dort werden nun per Baggerschaufel die Felsbrocken auf ein zuvor verlegtes Vlies pyramidenartig aufgetragen, erklärt Planer Arne Levsen vor Ort. 

Die größten haben einen Durchmesser von 120 Zentimetern und landen ganz unten, die kleinsten – etwa 40 Zentimeter groß – kommen nach oben. Der Baggerfahrer muss die Steine verzahnt ablegen und die Böschungsneigung beachten. Wenn die zweiwöchigen Arbeiten fertig sind, soll die Küste dem Wellenangriff künftiger Sturmfluten möglichst lange standhalten. Das kostet rund 112.000 Euro. „Das sind keine einfachen Arbeiten, aber sie sind enorm wichtig“, unterstreicht der CDU-Landtagsabgeordnete Werner Kalinka, der die Schäden schon im Januar begutachtet hatte. „Uns im Land war klar, dass die Gemeinden das nicht selbst stemmen können“, resümiert er.

500.000 Euro vom Kreis für Gemeinden mit Sturmschäden

278.000 Euro kostet es, die ganze Heikendorfer Küste wieder flott zu machen. Die Gemeinde muss dafür aber nicht selbst in die klamme Tasche greifen, sondern bekommt eine hundertprozentige Förderung vom Land Schleswig-Holstein und dem Kreis Plön. Das Land steuert aus dem Programm „Soforthilfen Sturmflutschäden Ostsee“ 208.000 Euro bei. Der Kreis Plön legt 70.000 Euro drauf. Der Beschluss fiel im Kreistag parteiübergreifend; so wichtig ist dem Kreis die Sicherheit der touristisch attraktiven Küstenorte. Insgesamt stellt der Kreis für die Gemeinden Heikendorf, Behrensdorf, Mönkeberg, Schönberg und Stein 500.000 Euro zur Verfügung.

Vor Saisonbeginn wurden am Heikendorfer Hauptstrand rund 1600 Tonnen neuer Sand eingebracht, weitere 1000 Tonnen folgen noch am Schröderstrand. Auch mehrere Fördewanderweg-Abschnitte wurden neu asphaltiert. Die Landesregierung will an einem Konzept arbeiten, um die Küsten langfristig besser schützen zu können. Ein Konzept existiere bisher nicht, es sei aber nötig, sagt Sprecher Harald Haase vom Wirtschaftsministerium. Auf das Phänomen häufigerer Sturmfluten müsse man sich einstellen. Laut Kalinka steht im Dezember erstmals eine interne Konferenz darüber auf dem Plan.

Lesen Sie dazu: Sturmflut-Schäden: Land verteilt fast eine Million Euro

Mehr aus dem Kreis Plön lesen Sie hier.

Das Land Schleswig-Holstein und der Kreis Plön finanzieren Maßnahmen zum Küstenschutz in Heikendorf. Am Campingplatz Möltenort werden zurzeit 1000 Tonnen Steine auf 160 Metern Steilküste verbaut.
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