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Plön „Eine Bahn, die an uns vorbeifährt“
Lokales Plön „Eine Bahn, die an uns vorbeifährt“
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16:02 19.04.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Der Bahnhalt Kiel-Oppendorf ist derzeit die Endstation der Linie Kiel-Schönberg. Heikendorf wendet sich jetzt in einer Resolution gegen das Bahn-Projekt Hein Schönberg. Quelle: fpr: Frank Peter
Heikendorf

In der Gemeindevertretung wurde diese Resolution jetzt einstimmig von allen Fraktionen beschlossen – sie geht nun an den Landtag und an Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Der hat an der Verwirklichung von Hein Schönberg ohnehin seit geraumer Zeit zu knabbern. Zur Erinnerung: Die Kosten für das geplante Nahverkehrsprojekt Hein Schönberg, Bahnstrecke zwischen dem Kieler Hauptbahnhof und dem Schönberger Strand, waren zuletzt von anfangs 35 Millionen auf rund 50 Millionen hinauf korrigiert worden. Diese Erhöhung befeuerte die Diskussion darüber, ob die Bahn, die nach vollständiger Ertüchtigung der Strecke im Halbstundentakt fahren soll, überhaupt sinnvoll ist.

"Hein Schönberg" im interaktiven Zeitstrahl

"Steuergeld ist Steuergeld"

Doch was geht das Heikendorf an? Die Gemeinde ist gar nicht an die geplante Streckenführung angeschlossen, ist also außen vor. "Es ist eine Bahn, die an uns vorbeifährt, an einem der bevölkerungsreichsten Teile des Kreises Plön", begründet Bürgermeister Tade Peetz (CDU) seinerseits die Resolution. Und SPD-Mann Orth fordert: "Wenn ihr schon 50 Millionen ausgeben wollt, dann macht bitte etwas Zukunftsweisendes damit." Indirekt sei Heikendorf an den Kosten schließlich beteiligt, denn, so Orth: "Steuergeld ist Steuergeld."

Eine Erschließung der vielfältigen für Touristen interessanten Punkte im Kreis finde damit ebenso wenig statt wie die Aufwertung aller anderen Tourismusstandorte. Geht es nach den Heikendorfern, sollte diese "ungeeignete Planung" von den Verantwortlichen nicht weiterverfolgt werden. Ziel ihrer Resolution ist es erklärtermaßen, einen flächendeckenden öffentlichen Nahverkehr im Kreis Plön aufzuwerten. Das habe auch geografische Gründe. "Nicht jeder will nach Kiel, viele wollen oder müssen für Erledigungen auch mal nach Plön, in unsere Kreisstadt. Aber von Heikendorf nach Plön ist es mit dem ÖPNV eine Weltreise", gibt Orth ein Beispiel. Viele Kreisbewohner hätten individuelle Beförderungswünsche.

Rufbusse sind "idealer Verkehrsträger"

Daher wünschen sich die Heikendorfer in ihrer Resolution vor allem mehr Vernetzung in der Fläche – auch mit Techniken der Zukunft. Bürgermeister Peetz etwa weist auf die Bedeutung von "nachfragegesteuerten Alternativen" hin. Passend dazu hat gerade erst auf Sylt der erste Nachfragegesteuerte Autonom Fahrende Bus (kurz NAF) den Betrieb aufgenommen. Nach Informationen des NDR ist es das erste Fahrzeug dieser Art, das in Schleswig-Holstein Passagiere befördert. "Der öffentliche Nahverkehr der Zukunft hat in einem Netz stattzufinden und nicht in einer Linie", blickt Orth kritisch auf Hein Schönberg. Er hält Rufbusse, in Verbindung mit kurz getaktetem Linienverkehr, für den "idealen Verkehrsträger" für eine touristisch geprägte Region – und für wirtschaftlicher als eine Bahn mit starrer Streckenführung und wenigen Stopps.

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