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Plön Hafensanierung schlägt hohe Wellen
Lokales Plön Hafensanierung schlägt hohe Wellen
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17:42 30.08.2019
Von Nadine Schättler
Björn Fischer braucht zum Manövrieren mit seinem Kutter im Hafen Platz. Die neue Sanierungsvariante stimmt ihn zumindest optimistischer. Quelle: Nadine Schättler
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Heikendorf

Eigentlich drängt die Zeit, um im Möltenorter Hafen etwas zu tun. Bei einer Ortsbegehung zeigt Geschäftsführer Tim Lüdemann von den Gemeindewerken Heikendorf (GWH), die Eigentümer des Hafens sind, wo die Schwachstellen sichtbar werden. Insbesondere an den beiden Steganlagen – der sogenannten KFK-Brücke (Kriegsfischkutter) und der Tankerbrücke – sind Schäden an den Dalben auf Höhe des Wasserstandes und oberhalb des Wassers zu erkennen. „Wenn wir nichts tun, werden wir in absehbarer Zeit die Brücken möglicherweise auch kurzfristig sperren müssen“, sagt er.

Hafen Möltenort: Mehr Einnahmen durch mehr Liegeplätze

Das wäre nicht nur ärgerlich für alle Nutzer, sondern auch für die GWH selbst, die mit den Liegeplatzgebühren den Betrieb und die Instandhaltung des Hafens einschließlich der geplanten Sanierung finanziert. „Wir sind eine GmbH und müssen alle Kosten tragen“, so Lüdemann. Damit die Umsetzung des Millionenprojekts für den Energieversorger überhaupt realisierbar wird, zählt für Lüdemann bei einer Sanierung auch der wirtschaftliche Aspekt. Mit mehr Liegeplätzen soll der Hafen zukünftig mehr Einnahmen generieren.

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Zum Ärgernis einiger Hafennutzer, die zu wenig Platz zum Manövrieren mit ihren Booten befürchten. Einer von ihnen ist Anwohner Peter Merkentrup, der das gesamte Konzept auch nach einer gemeinsamen Abstimmung mit den Gemeindewerken vergangene Woche und trotz einer wiederholten Anpassung seitens der Planer für „obsolet“ hält. Er kritisiert die geplante Verschiebung der Tankerbrücke um etwa zehn Meter Richtung Nordmole, wo der Fischereihafen angesiedelt ist. „Der Platz reicht für viele Boote nicht aus. Es wird zum Teil jetzt schon ziemlich hart manövriert“, hat Merkentrup beobachtet. Bei Wind und Sturm, so Merkentrup, werde es noch schlimmer.

Kritisiert wird die offene Hafeneinfahrt

Auch für Bernd Klement von der Reederei Safety-Ship, der mit der MS „Dana“ regelmäßig für Seebestattungen rausfährt, sind die Sanierungspläne ein Wagnis: „Wir bekommen einen ganz unattraktiven Hafen, weil wir bei schlechtem Wetter nicht mehr einparken können .“ Kritisiert wird in diesem Zusammenhang auch die offene Hafeneinfahrt, die zukünftig zwar längsseitig mit zwei Wellenbrechern versehen, ansonsten aber unverändert bleiben soll. Der Schwell von passierenden Schiffen verstärke nach Ansicht einiger Hafennutzer die Situation zusätzlich.

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Einer, der zwar grundsätzlich nicht Hurra ruft, aber mit der elften Planungsvariante etwas optimistischer gestimmt ist, ist Fischer Björn Fischer. Auf Anfrage von KN-online begrüßt er, dass der Liegeplatz für das Restaurant-Schiff „Rimo“ nicht mehr quer im Fischereihafen vorgesehen ist. Außerdem freut er sich, dass an der Tankerbrücke die Boxen für Yachten auf der Fischereiseite entfallen und stattdessen durch einen Liegeplatz für Traditionssegler ersetzt werden könnten, der längs zur Tankerbrücke liegen kann. „Das entschärft die Situation“, sagt er. Um die Hafeneinfahrt sorgt er sich weniger: „Unsere Familie arbeitet hier schon seit 70 Jahren mit ihren Fischkuttern. Das haben wir bis jetzt auch immer hingekriegt.“

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Als nächstes soll nach Auskunft von GWH-Chef Lüdemann die erneute Kritik aus dem Infoabend bewertet werden. Er hofft, dass aus den vielen Vorplanungen in Kürze ein handfester Entwurf entstehen kann.

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