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Plön Hilfsbereitschaft für Heikendorfer Witwe
Lokales Plön Hilfsbereitschaft für Heikendorfer Witwe
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06:35 23.11.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Friedhelm Sorgenfrey aus Heikendorf hat der KN-Artikel über Susanne Michaels Depressionen und Geldsorgen berührt. Er bezahlt ihr eine Busmonatskarte für drei Monate, damit sie zu ihrer Selbsthilfegruppe nach Kiel fahren kann. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Heikendorf

"Ich bin überwältigt von der Hilfsbereitschaft", sagt Susanne Michaels. Sie sitzt gemeinsam mit drei KN-Lesern in einem Café in Heikendorf. Die Leser haben sich den Artikel vom 15. November, der von ihr handelte, zu Herzen genommen und sich kurzerhand bei der Redaktion gemeldet: Sie wollen Susanne Michaels helfen. Sie spendieren ihr Geld für mehrere Busmonatskarten. Die braucht die Heikendorferin dringend, um regelmäßig zu ihrer Selbsthilfegruppe nach Kiel in die psychosoziale Einrichtung "Kieler Fenster" fahren zu können. Doch zurzeit hat sie, wie berichtet, nur rund 300 Euro pro Monat zur freien Verfügung. Sie musste in die Privatinsolvenz gehen und kann sich nur das Allernötigste leisten.

Früherer Arbeitskollege des verstorbenen Ehemannes hilft

Dass sie an dem Angebot in Kiel teilhaben kann, war einem Ehepaar aus Laboe aber wichtig. Er (66) und seine Frau (68) überbringen ihr daher bei dem Treffen im Café einen roten Umschlag, darin steckt das Geld für eine Monatskarte. Damit sind die Busfahrten im Dezember für Susanne Michaels gesichert. Ihre Namen möchten die Eheleute nicht so gerne in der Zeitung lesen. Zu Kaffee und Torte laden sie aber auch ein. "Ich habe früher einmal mit Ihrem Mann in einer Firma gearbeitet und habe mich durch den Zeitungsartikel an ihn erinnert", erzählt der Laboer beim Kaffeetrinken.

Seit vielen Jahren hat sie Depressionen und Panikattacken. Vor drei Jahren starb ihr Ehemann mit 48 Jahren an einer Sepsis - Mediziner stellten nach seinem Tod eine schwere Leberzirrhose bei ihm fest. Was Susanne Michaels bis dahin nicht klar war: Ihr Mann war schwerer Alkoholiker. Erst im Nachhinein fand sie etliche leere Whisky-Flaschen im Gartenschuppen - ein Schock für sie.

Hoffnung auf Behandlung in der Tagesklinik

Seitdem ist ihr Leben schwer, ihre Trauer und Antriebslosigkeit sowie die Depressionen lähmen sie, sie hat wegen ihrer Krankheit nie eine Berufsausbildung gemacht, war oft stationär in Behandlung; die Geldsorgen sind schlimm, weil sie rund 35.000 Euro Schulden von ihrem alkoholkranken Mann übernommen hat. Das frühere gemeinsame Haus ist seit zwei Jahren verkauft, ihre neue Wohnung klein. Sie bleibt viel zu Hause, hat Angst davor, Anrufe zu tätigen. Sie hofft nun, erzählt sie, dass ihre Krankenkasse ihr den Aufenthalt in der psychiatrischen Tagesklinik beim "Kieler Fenster" bezahlt.

Pensionär spendiert drei Monate Busfahren

Dafür drückt auch KN-Leser Friedhelm Sorgenfrey (80) aus Heikendorf die Daumen. Auch ihn hat der Artikel berührt. "Ich achte auf Geschichten wie Ihre", sagt er. Der Pensionär übernimmt gleich drei Monate freie Busfahrt für Susanne Michaels. Ihre Freude ist groß: "Das ist so toll, vielen, vielen Dank", sagt sie. Seit dem Tod ihres Mannes geht sie wenig unter Leute, hat keinen geregelten Tagesablauf, kaum feste Termine.

Unerwartete Ansprache im Café

Sie wohnt schon immer in Heikendorf, pflegt wegen ihrer Krankheit aber nur wenige soziale Kontakte. Doch im Café wird sie unerwartet angesprochen - der Herr, der den Kuchen bringt, ist ein Bekannter aus Schultagen: "Du, waren wir nicht in Heikendorf zusammen in der Grundschule? Bei Frau...?" Susanne Michaels freut sich: "Ja, stimmt! Ist ja ewig her", sagt sie und beide lachen. "Ich komme bald mal wieder längs", verspricht sie später beim Rausgehen.

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