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Plön Falscher Schlüsseldienst will 3100 Euro
Lokales Plön Falscher Schlüsseldienst will 3100 Euro
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06:01 22.05.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Betrug an der Haustür: Unseriöse Schlüsseldienste versuchen immer wieder, Menschen mit überteuerten Rechnungen abzuzocken. Quelle: fotolia
Heikendorf

Die Heikendorferin geht am Freitagmorgen vor der Arbeit eine Runde laufen, kommt zurück, will die Tür zu ihrer Wohnung in der Bergstraße aufschließen – doch der Schlüssel passt nicht mehr ins Schloss. Wohl deshalb, vermuten A. und die Polizei mittlerweile, weil ihr Schloss vorab manipuliert wurde. Daran denkt die 58-Jährige in dem Moment aber nicht, sondern nur: Da muss wohl ein Schlüsseldienst her. Weil sie kein Handy dabei hat, klingelt sie bei ihrem Nachbarn. Der sucht im Internet die erstbeste Nummer unter dem Stichwort Schlüsseldienst Heikendorf heraus, die Sabine A. daraufhin über sein Telefon anruft – später stellt sich heraus, dass diese Nummer kurze Zeit nach dem Anruf im Internet gelöscht wird. Nach 45 Minuten fahren zwei Männer in einem Auto mit Wiesbadener Nummernschild vor. Das Kennzeichen ist falsch, wie die Polizei ebenfalls später feststellt. Die Männer kommen mit Werkzeugkoffer, aber ohne Arbeitskleidung. „Nirgendwo stand das Logo einer Firma“, erinnert sich Sabine A. Dann legen die beiden los, kriegen die Wohnungstür jedoch nicht auf. Mehr noch, sie beschädigen sie mit einem Kuhfuß schwer. Ob es einen zweiten Eingang gebe? 

Männer fordern 3100 Euro

„Ja, über den Balkon“, sagt A., die im ersten Stock wohnt. Mit einer Leiter klettern die beiden Männer hoch, A. hinterher. Erster Schock: Einer der beiden greift sich ihre Rosenschere und bricht damit die Balkontür auf. Der Protest der 58-Jährigen geht unter. Sie ist froh, erst einmal in ihrem Wohnzimmer zu sein. Zweiter Schock: Einer der beiden Schlüsseldienstler zückt ein Abrechnungs-Formular (ohne Firmenlogo). „Er sagte, ich soll 3100 Euro bezahlen. Da blieb mir die Spucke weg.“ Der andere filmt mit seinem Handy vom Balkon aus in ihre Wohnung. Als sie nachfragt, kommen patzige Antworten. Sie möchte den Chef der beiden sprechen. Einer der Männer tippt umständlich eine Nummer in sein Handy, redet auf jemanden am anderen Ende ein, reicht Sabine A. das Handy. Ein Mann erklärt ihr, sie müsse sofort bezahlen – für „Neukunden“ sei leider keine Zahlung auf Rechnung möglich. Der nächste Schock: Einer der Männer hat derweil den Schließzylinder ihrer Tür ausgebaut und einen neuen eingesetzt. Er gibt ihr drei neue, passende Schlüssel dazu.

Täter schlägt Heikendorferin ins Gesicht

Der Heikendorferin wird es mulmig. „Ich habe nicht soviel Geld da“, sagt sie zu den Männern. 170 Euro kratzt sie zusammen, gibt sie den Tätern. Doch sie äußert Bedenken: „Ich glaube, ich sollte lieber die Polizei rufen.“ Das hören die Männer nicht gern. Ihr Tonfall ist aggressiv. „Wir arbeiten für dich und du willst uns nicht bezahlen? Da müssen eher wir die Polizei rufen!“ Die 58-Jährige nimmt ihr Telefon zur Hand – dann überschlagen sich die Ereignisse. Einer der Männer verlässt die Wohnung, der andere reißt A. den ausgefüllten Zettel aus der Hand, will ebenfalls flüchten. Als die Heikendorferin ihm in den Flur folgt, schubst er sie in eine Ecke. Als sie aufsteht schlägt er sie sogar ins Gesicht. „Ich konnte es gar nicht fassen.“ Draußen ruft sie laut um Hilfe, doch die Täter sind weg. Schließlich ruft A. die Polizei. Die Beamten sichern Spuren, nehmen Fingerabdrücke. Im Gebüsch vor der Wohnanlage finden sie noch etwas. „Dort lag mein Autoschlüssel, den muss einer der beiden sich im Flur gegriffen und dann verloren haben“, erzählt A. Sie ist geschockt; ihr Auto ist neu. 

Polizei rät, in so einem Fall die Notrufnummer 110 zu wählen

Eine Polizistin empfiehlt ihr, Licht anzulassen, wenn sie aus der Wohnung geht. Auch eine kleine Alarmanlage hat A. an ihrer Balkontür angebracht. Auf den Kosten bleibt sie sitzen – auch für das neue Sicherheitsschloss (130 Euro), das sie am nächsten Tag einbauen ließ. Die Männer haben zwischenzeitlich sogar bei A.s Arbeitsstelle angerufen, um sie zu drangsalieren. Was sie erlebt habe, sei ein „emotional belastender Vorgang“, sagt der Kieler Polizeisprecher Oliver Pohl. Die Kripo Plön ermittle nun wegen Betruges und Körperverletzung. „Wenn man in einer solchen Situation ist, kann man auch die 110 wählen“, rät Pohl.

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