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Plön Ortsmitte bald ohne Rewe-Markt?
Lokales Plön Ortsmitte bald ohne Rewe-Markt?
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18:52 08.11.2019
Von Nadine Schättler
Die Dorfstraße bildet einen der Schwerpunkte im integrierten Entwicklungskonzept. Ideen für einen gemeinsamen Raum für Radfahrer, Autos und Fußgänger könnten jedoch daran scheitern, dass die Straße dem Kreis Plön gehört.  Quelle: Nadine Schättler
Heikendorf

Seit 2015 ist die Gemeinde in dem bundesweiten Städtebauförderungsprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" und feilt an einem integrierten Entwicklungskonzept (IEK). Am Donnerstagabend informierten die Gemeinde und der Sanierungsträger, die Kieler Gesellschaft für Ortsentwicklung und Stadterneuerung (GOS), die Bürger Heikendorfs über die Fortschreibung des IEK, das wesentlicher Bestandteil der vorbereitenden Untersuchungen ist. Dabei fassten sie fünf Schwerpunkte zusammen, die die neue Ortsmitte als Einzelhandelsstandort, aber auch als Wohn- und Aufenthaltsort stärken sollen.

Zu einer der zentralen Fragen gehört die Entwicklung rund um den Schmiedeplatz, der mit dem Rewe-Markt derzeit einen "Ankermieter" in der kleinen Passage hat. Nach Auskunft der Gemeinde möchte der jetzige Eigentümer der Passage das Gebäude verkaufen. Bestehende Mietverträge wie mit Rewe wurden daher nicht verlängert, was von der Pressestelle der Rewe Markt GmbH in Köln auf Nachfrage von KN-online bisher nicht offiziell bestätigt wurde.

Ein neuer Interessent für die Schmiedeplatz-Passage?

Doch es soll schon einen neuen Interessenten geben, der in die Schmiedeplatz-Passage investieren und einen Verbrauchermarkt erhalten möchte, wenn eine zeitgemäße Modernisierung möglich ist. "Wir planen, an der Ecke Teichtor und Buurvagt Flächen zu kaufen, diese umzuwandeln und anstelle der Häuser mehr Parkplätze für einen modernen Markt zu schaffen", informierte Heikendorfs Bürgermeister Tade Peetz (CDU). Der Grunderwerb soll mit Mitteln aus dem Städtebauförderungsprogramm geschehen, das eine Dreiteilung der Kosten für Bund, Land und Kommunen vorsieht.

Rund um die Passage, so erläuterte GOS-Mitarbeiter Sven Lange den Zuhörern, könnte der neue Investor Parkpaletten bauen, die im unteren Bereich eine Erweiterung der Verkaufsflächen und im oberen Bereich das Parken ermöglichen. Das angrenzende Gebäude der Burmann Immobilien KG, in dem die Bäckerei Steiskal und der Döner-Laden untergebracht sind, soll nach Auskunft der GOS durch ein neues ersetzt werden. Die Gemeinde Heikendorf plant, so Peetz, für den gesamten Bereich die Aufstellung eines Bebauungsplans. "Das braucht seine Zeit. Wenn er sauber durchläuft, rechnen wir mit zwei Jahren."

Die weiteren Schwerpunkte

Neben dem Schmiedeplatz umfasst das IEK weitere Schwerpunkte. Eine Attraktivierung der Dorfstraße etwa durch einen gemeinsamen Raum ("shares space") für Fußgänger, Fahrzeuge und Fahrräder könnte sich schwierig gestalten, weil die Straße dem Kreis Plön gehört. Für die Gestaltung des ehemaligen Steffen-Grundstücks am Laboer Weg, das noch im Besitz des Lidl-Discounters ist, hat ein Investor Interesse für die Errichtung eines Ärzte- und Versorgungszentrums sowie zweier Wohngebäude signalisiert. Durch einen Grundstückstausch könnte der Discounter Lidl gegenüber auf der ehemaligen Grundschul-Fläche am Schulredder einen Markt eröffnen.

Die Aula der Grundschule, in der die Heikendorfer Speeldeel ihre Stücke aufführt, die Mehrzweckhalle, der Schießstand der Gilde an der OGTS und der alte Baumbestand sollen nach Angaben von Bürgemeister Tade Peetz erhalten bleiben. Offen ist, ob der sogenannte "Graue Esel" der Volkshochschule, in dem auch die Amtsverwaltung Büroräume nutzt, stehen bleibt oder einer Zufahrt für Lidl weichen könnte. Der Schulredder-Parkplatz soll auf der unteren Hälfte für die Schaffung von teilweise öffentlich geförderten Mietwohnungen umgeplant werden. Der Wochenmarkt rückt näher an die Dorfstraße heran, wo eine Sichtachse zum Dorfplatz geschaffen werden könnte.

Händler in Heikendorfs Ortsmitte hoffen auf Interimslösung

Ob es für den Rewe-Markt eine Interimslösung gibt, ist noch offen. "Wir gehen davon aus, dass alle Seiten daran arbeiten", erklärt HGV-Vorsitzender Thomas Pekrun. Sollte es keinen Markt geben, wäre der Verein "sehr besorgt und bestürzt". Bei einer längeren Marktschließung am Schmiedeplatz rechnet der HGV mit einer "deutlichen Frequenzverschlankung". Grundsätzlich begrüßt der Vorsitzende das fortgeschriebene IEK, das am anderen Ende der Ortsmitte auf der Fläche der ehemalige Grundschule unter anderem die Ansiedlung eines Lidl-Discounters vorsieht. "Wir halten die Knochenlösung im Hinblick auf eine attraktivere Ortsmitte nach wie vor für sehr wichtig und freuen uns, dass endlich etwas geschieht, um die Wirtschaft in Heikendorf zu stärken."

Das integrierte Entwicklungskonzept, das in der Fortschreibung ohne die Straße Langer Rehm ein verkleinertes Sanierungsgebiet aufweist, soll kommenden Mittwoch ab 18 Uhr im Ratssaal von der Gemeindevertretung abgesegnet werden. Das Investitionsvolumen für alle Maßnahmen, die als Optionen in einem langen Katalog aufgelistet sind und jeweils einzeln von der Gemeinde Heikendorf beraten werden müssen, beträgt nach Angaben der GOS insgesamt 27 Millionen Euro. "Wir wollen versuchen, das Beste für unsere Gemeinde rauszuholen und eine belebte Ortsmitte zu schaffen, die für ein aktives, gesundes und lebendiges Heikendorf steht", so Peetz.

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