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Plön Saisonbeginn in der Seebadeanstalt
Lokales Plön Saisonbeginn in der Seebadeanstalt
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15:48 24.06.2019
Von Nadine Schättler
Max (10, vorne) und Justus (10) lieben die Seebadeanstalt, weil sie vom großen Steg ins Wasser springen dürfen. Quelle: Nadine Schättler
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Heikendorf

Jeden Mittag um 13 Uhr schließt Gerhard Schöler (70), erster Vorsitzender des Fördervereins der Seebadeanstalt Heikendorf, oder ein Vereinsmitglied die weißen Holztüren über dem türkisblauen Ostsee-Wasser auf. Die meisten der rund 100 Mitglieder unterstützen die Seebadeanstalt Heikendorf passiv, eine gute Handvoll packt ehrenamtlich mit an.

Etwa am Kiosk im Eingangsbereich, wo Christa Schöler zum Kieler-Woche-Auftakt Einlasskarten sowie Kaffee, Bonbons und Eis verkauft. „Der erste Eindruck zählt immer“, sagt der Vorsitzende, dem eine freundliche Begrüßung an der Kasse wichtig ist. Er marschiert zügig durch das Badehäuschen mit abschließbaren Umkleidekabinen, einer großen Leseecke und einem Depot für Schwimmnudeln und schaut auf dem Badesteg nach einer Sitzgelegenheit, die sich kurz nach der Öffnung nur langsam füllen.

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Es ist der erste Sonnabend der Kieler Woche und es weht ein kühler Wind. „Hier sitzt man eigentlich immer relativ geschützt“, erklärt Schöler, der selbst schon als Kind jeden Mittag nach der Schule in der Seebadeanstalt schwimmen gegangen ist. Auch heute hat er seine Badehose samt Handtuch in einer Tasche dabei. „Als Badeort ist dieser Platz hier wirklich historisch“, erzählt der Heikendorfer. Bereits in den 20er-Jahren wurde die erste Seebadeanstalt Heikendorf gebaut, in ihrer jetziger Form steht sie seit den 60er-Jahren.

Seebadeanstalt Heikendorf: Weiß-blauer Pfahlbau an der Kieler Förde

Während Gerhard Schöler aus der Historie des weiß-blauen Pfahlbaus an der Kieler Förde erzählt, trägt Rettungsschwimmer Michael Knöß (37) einen langen Wasserschlauch über den Badesteg und reinigt die Oberflächen vom Möwenschiet. Er ist seit einigen Jahren ehrenamtlich neben seiner Arbeit bei der Bundeswehr in der Seebadeanstalt Heikendorf im Einsatz. Als Heikendorfer Jung, der dort das Schwimmen gelernt hat, inhaliert er mit seinem Engagement nicht nur frische Salzluft als Ausgleich zum Alltag, sondern auch Lokalkolorit. Viele Stammgäste der Seebadeanstalt Heikendorf kennt er gut. Petra Suhren (36) etwa, mit der er zusammen in eine Schulklasse gegangen ist. „Ich hasse den Sand“, erklärt die junge Familienmama, die mit ihren Kindern fast täglich in die Seebadeanstalt Heikendorf kommt. Den benachbarten Badestrand lassen sie daher meistens links liegen.

Auch die fröhliche Damenrunde, die sich kurz nach dem Mittag mit schicken Badeanzügen, Sonnenhüten und Fernglas zum Schiffegucken auf dem Badesteg einfindet, genießt den Komfort der Seebadeanstalt Heikendorf. „Hier muss man zum Baden nicht lange durch den Sand laufen“, meint Gudrun Kobarg (75). Antje Raasch (80) stimmt zu: „Das Umziehen in den Kabinen ist optimal.“ Inga Kunkel (60) aus Kiel-Dietrichsdorf möchte die nahen Toiletten der Seebadeanstalt Heikendorf und den Panoramablick nicht missen. „Das ist doch wirklich einmalig“, schwärmt sie und setzt das Fernglas an.

Sprung ins Wasser in der Seebadeanstalt Heikendorf möglich

Am Brückenkopf jauchzen mittlerweile die ersten Jugendlichen. Mit Anlauf springen sie ins 18 Grad kühle Wasser und fechten einen Wettbewerb mit kunstvollen Hüpfern aus. Die Formationen mit oder ohne angewinkeltem Bein, über Kopf oder mit dem Po zuerst tragen fantasievolle Namen wie „Anker“, „Seemannsköpper“ oder „Eierpfanne“.

„Das Wasser ist hier wärmer als am Strand“, meint Alexander (10). Mit seinen Kumpels Max (10) und Justus (10) misst er die höchsten Wasserspritzer, wobei Max sich vor Kälte zitternd bald auf eine warme Bockwurst am Seebad-Kiosk freut. Dort schaut Gerhard Schöler gerade nach dem Rechten, seine Badehose hat er noch immer nicht ausgepackt. Aber er freut sich, dass zur Ferienzeit viele Urlauber in die Seebadeanstalt Heikendorf kommen. „Die gucken einmal durch die Tür und staunen: Gott, wie sieht das hier schön aus.“

Während der Ferienzeit öffnet die Seebadeanstalt Heikendorf täglich von 10 bis 18 Uhr (sonst 13 bis 18 Uhr). Anfang September schließt die Seebadeanstalt Heikendorf für die kälteren Monate (bis Mitte Juni).

Fotostrecke: Saisonbeginn in der Seebadeanstalt
Sibylle Haberstumpf 24.06.2019
Silke Rönnau 24.06.2019
Sibylle Haberstumpf 24.06.2019