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Plön Fußball-Probetraining für Mädchen
Lokales Plön Fußball-Probetraining für Mädchen
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16:46 20.06.2019
Von Nadine Schättler
Trainerin Vita Onderka (Vierte von rechts) begrüßt die Fußball-Mädchen zum Probetraining. Quelle: Nadine Schättler
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Heikendorf

Frank Gläser heißt der Mann, der in Sachen Frauenfußball in Heikendorf nicht locker lässt. Der 59-Jährige trainiert seit Beginn der letzten Saison die männliche E-Jugend im hiesigen Sportverein, der bisher keine Mädchenmannschaften anzubieten hat. Doch das soll sich jetzt ändern. „Etwa 30 Prozent meiner Spieler sind Mädchen, in denen mitunter ein ungeheures Talent schlummert“, erzählt Frank Gläser am Spielfeldrand. Um die Spielerinnen weiter entwickeln zu können, ist er überzeugt, dass es eine eigene Mannschaft braucht. „Mit den Jungs zusammen ist das schwierig. Die beißen die Mädels einfach weg.“ 

Als echter Fußball-Fan begeistert ihn das Spiel der Frauen meist mehr, als die große Männer-Show im Stadion. „Dieses ganze Gehabe mit immer neuen Frisuren und Tätowierungen finde ich beim Männer-Fußball unerträglich. Die Frauen sind da viel bodenhaftiger, haben einen fairen Umgang mit Gegnern und wälzen sich nicht minutenlang auf dem Boden herum“, sagt er mit Blick auf die Frauenfußball-WM, die er intensiv verfolgt. „Im Grunde sind unsere Frauen viel ritterlicher, als manch ein Fußball-Nationalspieler.“

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"Frauenfußball ist viel freundlicher"

Auch seine junge Kollegin auf dem Sportplatz, Fußballerin Vita Onderka (15) vom Heikendorfer Sportverein, die als Nachwuchstalent das Spielrecht bei den B-Juniorinnen von Holstein Kiel genießt, bricht eine Lanze für ihre Geschlechtsgenossinnen. „Frauenfußball ist viel freundlicher. Wir schreien uns nie an und haben keine Auseinandersetzungen mit dem Schiedsrichter.“ Oft müssen sich die Frauen aber gegen Vorurteile und blöde Sprüche wehren: Frauenfußball sei hölzern und von schlechter Qualität. „Ganz im Gegenteil“, meint Vita, die nach der spontanen Anfrage von Frank Gläser sofort in das Projekt Mädchenmannschaft im Heikendorfer SV eingestiegen ist. „Frauenfußball ist nur nicht ganz so schnell.“ 

Die vielen Mädchen, die in Heikendorf zum ersten Probetraining gekommen sind, hoffen jetzt, dass in der kommenden Saison eine konkurrenzfähige Mannschaft gegründet und aufgestellt werden kann. „Die Jungs schießen viel zu doll“, sagt Nathalie (12). Und Mo (9) behauptet: „Die geben uns nie den Ball ab.“ Mit geballter Frauenpower will Vita das jetzt ändern, denn sie weiß, wie sehr der Mädchenfußball ihre und weitere Hilfe braucht. Auch weil das finanzielle Gefüge viel zu ungerecht verteilt ist. „Meine Mutter unterstützt den Sport, indem sie am Fernseher für Einschaltquote sorgt.“ 

Der Vorstand vom Heikendorfer SV verfolgt das Interesse der Fußballerinnen positiv. „Wir unterstützen das Projekt und sind bereit, eine Mädchenmannschaft ins Leben zu rufen, wenn sich die positive Resonanz bestätigt“, erklärt Vereinsvorsitzender Gerhard Will.

Am Mittwoch, 26. Juni, gibt es ab 17 Uhr ein weiteres Probetraining, zu dem jedes Mädchen auch ohne Vorkenntnisse willkommen ist (Treffpunkt am Vereinsheim). Rückfragen beantwortet Frank Gläser unter Tel. 0152/34049207.

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