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Plön Reise zu den Göttern der Indios
Lokales Plön Reise zu den Göttern der Indios
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12:15 21.10.2019
Von Silke Rönnau
Heimatmuseum Preetz: Interessiert befühlen die Besucher die aus Lamawolle hergestellten Bänder, die Ingrid Berlik (links) von den Indios mitgebracht hat. Quelle: Silke Rönnau
Preetz

„Reiseerinnerungen“ heißt die Ausstellung, die seit dem Frühjahr in den Räumen im Heimatmuseum Preetz zu sehen ist. Die rund 200 Exponate aus dem 19. bis 21. Jahrhundert stammen aus Privathaushalten und wurden vom Völkerkundler Lars Frühsorge im Vorwege begutachtet.

Ausstellung noch bis zum 17. November im Heimatmuseum Preetz zu sehen

Noch bis zum 17. November können die Erinnerungsstücke, die Preetzer von ihren Reisen mitgebracht haben, besichtigt werden. Vereinsvorsitzender Axel Langfeldt hofft noch einmal auf viele neugierige Gäste: „Ich hätte mir für diese tolle Ausstellung etwas mehr Besucher gewünscht“, gesteht er.

Im Rahmen der Schau im Heimatmuseum Preetz hatten immer wieder Preetzer Bürger kleine Vorträge zu den einzelnen Stücken gehalten. Kürzlich stellte Ingrid Berlik, die von 1963 bis 1966 als Lehrerin einer deutschen Schule in Bolivien gearbeitet und dort in 4500 Meter Höhe bei den Ekekos gelebt hatte, einige mitgebrachte Gegenstände vor und zeigte das damalige Leben auf Dias.

Heimatmuseum Preetz: Kleine Gaben für den Wunschgott

Der Wunsch- oder Glücksgott beispielsweise wurde mit kleinen Gaben wie beispielsweise Kupferkessel bedacht, die sich die Indios wünschten. „Früher waren die Götter nackt, erst mit der Christianisierung wurden ihnen Kleider angezogen“, erzählte die 86-Jährige.

Ihre Fotos zeigten schmale Fußgängerbrücken über reißende Bäche oder schlammige Straßen an den Bergflanken. „An manchen Stellen ging es 700 oder 800 Meter in die Tiefe.“ Das Wasser habe man vom Brunnen im Dorf geholt.

Indios webten komplizierte Muster

Die Temperaturunterschiede seien zwischen sonnigen und schattigen Stellen extrem groß gewesen, deshalb hätten die Indios alle Alpakawolle getragen. Die komplizierten Muster seien an einfachen Konstruktionen aus Stöcken eingewebt worden. Die rote Farbe für Stoffe habe man aus Läusen gewonnen. Vor den Besuchern breitete sie Taschen, mit denen Waren auf den Lamas transportiert wurden, und aus Lamawolle gefertigte Bänder aus. 

In den Ferien verließ sie das Hochgebirge, um für drei Wochen bei den Chibibos an einem Nebenfluss des Amazonas zu leben. Dort wohnte sie in einem der typischen Häuser ohne Wände. „Keine Privatsphäre“, befürchtete sie zunächst. Allerdings sei sie schnell beeindruckt gewesen davon, wie wenig die Indios auf das Leben ihrer Nachbarn achteten. „Sie guckten einfach nicht hin.“

Gejagt wurde mit Pfeil und Bogen

Mit Pfeil und Bogen wurden Fische und andere Tiere gefangen, außerdem gab es Bananenpflanzungen, die Hühner versorgten die Menschen mit Eiern. Zum Kochen habe man Baumstämme zusammengeschoben, um für eine Flamme in der Mitte zu sorgen. Danach seien die Stämme wieder auseinander gezogen worden. Es blieb eine Glut, die immer wieder angefacht werden konnte. 

Die Kleidung habe aus einem Wickelrock und einem losen Oberteil bestanden, um jederzeit die Kinder stillen zu können, berichtete sie. Die Stoffe seien mit aus Baumrinde gewonnen Farben bemalt worden, anhand der Muster habe man die Stammeszugehörigkeit erkennen können. „Die Farben halten heute noch“, sagte sie und hielt eines der Tücher hoch. Für Ingrid Berlik war es damals ein einmaliges Erlebnis: Sie war nie wieder bei den Indios.

Heimatmuseum Preetz, Mühlenstraße 14, Öffnungszeiten: mittwochs, sonnabends und sonntags 15 bis 17 Uhr.

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