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Plön Ab 1633 gab's Streit um die Schwentine
Lokales Plön Ab 1633 gab's Streit um die Schwentine
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12:00 04.03.2020
Von Silke Rönnau
Volker Liebich, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins Preetz, stellt das neue Jahresheft vor, in dem es auch um einen Streit vor knapp 400 Jahren über den Bau einer Mühle an der Schwentine geht. Quelle: Silke Rönnau
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Preetz

Jens Meyer war bei Nachforschungen im Landesarchiv zu einem anderen Thema auf diese Akte gestoßen. „Während in Europa vor 400 Jahren ein blutiger, gnadenloser Krieg, der Dreißigjährige, wütete, bahnte sich ab dem Jahr 1633 ein lokaler Konflikt oder Streit um die Schwentine – genauer: die Nutzungsrechte des Wassers – an“, schreibt Meyer.

„Er hat diesen Vorgang akribisch beschrieben“, lobt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Volker Liebich, der das neue Jahresheft vorstellte.

Zu viele Aalwehre in der Schwentine

Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf erhielt damals von seinem Amtsschreiber Steffen Henniges aus Kiel einen besorgten Brief, in dem er schilderte, dass die Wassermassen der Schwentine so niedrig seien, dass die beiden Mühlen des Fürsten in Neumühlen und Kiel sowie die Lachssperren nicht gemeinsam betrieben werden könnten. 23 Aalwehre zwischen dem Kloster Preetz und den „adelichen Höffen Rastorp und Obbendorff“ sowie alte Pfähle und Flechtwerk behinderten den Durchfluss.

Sein Vorschlag: Nur die immer schon bestehenden Aalwehre sollten erhalten und alle Bäume und Pfähle vom Gutsbesitzer in Rastorf entfernt werden. Kurz darauf erging ein entsprechender Befehl aus der Regierungskanzlei in Gottorf.

Klosterprobst wollte Fluss mit einem Damm teilen

Zwei Jahre später meldete sich Henniges wieder: Nun wolle Klosterprobst Wulff von Buchwaldt auf Gut Rastorf eine Korn- und Papiermühle an einer Flussbiegung anlegen lassen und für den Wasserzulauf die Schwentine mit einem starken Damm teilen.

„Es müsse befürchtet werden, dass insbesondere in Sommerzeiten durch Wassermangel ein Stillstand der Mühlen drohe und der Lachs- und Aalfang zum Erliegen komme.“ Von Buchwaldt argumentierte allerdings, dass es gar nicht gelingen könnte, „den Fall und starcken Lauff“ des Flusses aufzuhalten.

Schließlich wurden ein Landvermesser und ein Mühlenbaumeister mit einer Ortsbesichtigung und Beurteilung der Lage beauftragt, die eine Behinderung des Wasserlaufs befürchteten. Der Fürst stimmte dem Neubau zu, ließ aber von Buchwaldt verpflichten, eventuell entstehende Schäden zu übernehmen. Der Bau der Papiermühle wurde 1637 begonnen, berichtet Jens Meyer.

Symmetrischer Schuh als Besonderheit

Ein weiteres Kapitel im Jahresheft widmet sich dem symmetrischen Schuh aus einer Vitrine des Heimatmuseums Preetz. Dabei handelt es sich um ein Gesellenstück aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, das als nur acht Zentimeter kleines Modell angefertigt wurde.

Symmetrische Schuhe konnten sowohl rechts als auch links getragen werden – was für die Träger schmerzhafte Folgen wie Hühneraugen, Schwielen, deformierte Zehen oder Füße zur Folge hatte, schreibt Frauke Eggers. Der kleine Schuh hat einen drei Zentimeter hohen Absatz und war mit einer schwarzen, von einer Schnalle gebundenen Schleife verziert.

Denkmäler in Preetz

Volker Liebich hat sich in einem weiteren Kapitel mit Denkmälern in Preetz als „Stätten der Erinnerung im öffentlichen Raum“ beschäftigt. „Ich wollte schauen, welche Möglichkeiten wir zur Erinnerung an unsere Geschichte haben“, erklärte er. Diese sortierte er von der Vor- und Frühgeschichte über die Kriege bis zur jüngeren Vergangenheit.

Die 92 Seiten starke Broschüre ist für 6 Euro erhältlich in den Preetzer Buchhandlungen sowie im Heimatmuseum.

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