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15:29 01.04.2019
Von Anja Rüstmann
Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Werner Kalinka unterstützt eine Wirtschaftslichkeitsüberprüfung von "Hein Schönberg". Quelle: Astrid Schmidt
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Schönberg

Nachdem Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) am Freitag im Landtag angekündigt hatte, die Wirtschaftlichkeit von „Hein Schönberg“ neu zu berechnen und das Projekt dann gegebenenfalls abzuspecken oder einzustellen, betont Kalinka, dass die Prüfung der Wirtschaftlichkeit unbedingt geboten sei.

Jährliches Defizit von „Hein Schönberg“ wird auf zwei Millionen Euro geschätzt

"Die laufenden Kosten sind – die Gelder für die Investitionen nicht eingerechnet – viermal so hoch wie die Einnahmen“, erklärt Kalinka. Statt der auf 30 Millionen Euro vor Jahren geschätzten Investitionskosten sei inzwischen von mehr als 50 Millionen Euro für die Strecke zwischen Kiel und Schönberger Strand auszugehen. „Die laufenden Defizite nach Inbetriebnahme werden derzeit jährlich auf knapp zwei Millionen Euro geschätzt“, so Kalinka über „Hein Schönberg“.

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Gemeinden sollen sich an „Hein Schönberg“ beteiligen

Vor allem die bauliche Ertüchtigung der Strecke „Hein Schönberg“, aber auch die Bahnhöfe und Bahnhofsumfelder würden finanziell erheblich zu Buche schlagen. „An den Kosten für Bahnhofsumfelder werden sich die Gemeinden beteiligen müssen“, sagt der CDU-Politiker.

Ein Fahrplan für ein Bus-Bahn-System lasse seit 2013 auf sich warten, viele Fragen seien offen. Für die Busbeförderung liegt die Zuständigkeit beim Kreis, also auch die finanzielle, sprich die Kosten. "Ob dies ohne Anpassung der Kreisumlage möglich sein wird, bleibt abzuwarten", sagt Kalinka. Der Haushalt 2019 des Kreises gebe nennenswerte weitere Spielräume nicht mehr her.

SPD hatte klares Bekenntnis zu „Hein Schönberg“ gefordert

Die Entscheidung über den weiteren Ausbau der Bahnstrecke von Kiel zum Schönberger Strand will die Landesregierung Schleswig-Holstein erst nach Vorliegen belastbarer Kalkulationen treffen. „Prognosen und Erwartungen müssen gegengecheckt werden“, sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) am Freitag im Landtag. Bislang nutzten den Zug von Kiel bis Oppendorf „pro Tag genau 295 Menschen. Das ist ein Zehntel von dem, was prognostiziert war.“

Die SPD hatte ein klares Bekenntnis zu dem noch von der Vorgängerregierung beschlossenen Ausbau gefordert. „Dieses Thema bewegt viele Menschen in der Region“, sagte der SPD-Verkehrspolitiker Kai Vogel. Sie eine die Angst, die Landesregierung könne aus einem seit Jahren beschlossenen Projekt aussteigen. „Die Koalition zögert eine klare Aussage hinaus.“ Der Ausbau biete Potenzial für zusätzlichen Tourismus in der Region und schließe fünf Gemeinden an das Bahnnetz an.

Die Geschichte von "Hein Schönberg":



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